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Segeberg Duo soll dreimal dasselbe Hotel überfallen haben
Lokales Segeberg Duo soll dreimal dasselbe Hotel überfallen haben
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20:18 19.10.2017
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Norderstedt

Die beiden jungen Männer sitzen aber nicht nur für diese Taten, sondern auch für einen weiteren Überfall auf eine Spielhalle in Hamburg-Wandsbek auf der Anklagebank. Einer der beiden 20-jährigen Cousins sitzt zurzeit in Untersuchungshaft, er wurde am ersten Verhandlungstag streng bewacht in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.

Da die beiden Angeklagten schweigen, wird eine umfangreiche Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugen erforderlich werden, sechs Verhandlungstage hat das Jugendschöffengericht unter Leitung der Richterin Dr. Claudia Naumann angesetzt.

Erstaunlich gelassen berichtete zum Auftakt der Hauptbelastungszeuge, der 28-jährige Nachtportier R., von den beiden ersten Überfällen, die er innerhalb von fünf Tagen im Januar hautnah erleben musste. Es war kurz nach 4 Uhr morgens, als zwei maskierte Männer in die Hotelhalle gestürmt seien, einer sei über den Tresen gesprungen, habe R. gepackt und ihm ein Messer an den Hals gehalten.

„Mach schneller, sonst stech ich dich ab“

Der verängstigte Mann musste den Tresor öffnen und die dort liegenden knapp 2000 Euro in einen Plastikbeutel legen. „Mach schneller, sonst stech ich dich ab“, habe der bewaffnete Mann gerufen. Seine Identität gilt als unbekannt, er befindet sich noch auf freiem Fuß ist. Den zweiten Täter meinte der Portier von der Stimme her und der großen, kräftigen Statur als den Angeklagten B. zu erkennen – ein Verdacht, der sich durch Videoaufzeichnungen und Nachforschungen auf Facebook später bestätigte. Der Portier kennt beide Angeklagten nach eigenen Angaben, da sie in der Vergangenheit oft als Gäste in dem Norderstedter Hotel geweilt hätten.

Bei dem zweiten Überfall Ende Januar war die Hotelhalle verschlossen. Dieses Mal erkannte der Portier aber vor der Glastür den zweiten Angeklagten K., den er zu dem Zeitpunkt für einen Gast gehalten habe. Deshalb habe er auch dieses Mal zu später Nachtstunde die Tür geöffnet, sagte der Zeuge aus. Wieder stürmten zwei Männer herein und erbeuteten mit vorgehaltenem Messer Einnahmen aus Kasse und Tresor in Höhe von einigen Hundert Euro. Videoaufnahmen überführten die unmaskierten Angeklagten als Täter.

Mehrmals wurden die Angeklagten gefilmt

Laut Anklage kamen die Angeklagten ein drittes Mal Mitte Februar zu früherer Abendstunde. Dieses Mal stürmten sie mit vorgehaltener Pistole in das Büro des Hotels und erhielten von einer weiblichen Angestellten ein paar hundert Euro ausgehändigt. „Dem Kind passiert nichts“, sollen die Täter mehrmals beim Anblick des vierjährigen Kindes der Frau gerufen haben.

Bei dem Überfall auf die Spielhalle in Hamburg-Wandsbek traten drei Täter erneut maskiert auf, bedrohten Angestellte mit einer Pistole und erbeuteten neben knapp 400 Euro aus einer Kasse ein Portemonnaie mit mehr als 300 Euro und mehreren EC-Karten. Mehrmals wurden die Angeklagten in der Folgezeit dabei gefilmt, wie sie in Kaufhäusern, Drogeriemärkten und einem Möbelhaus mit der entwendeten Karte bezahlten. Auch bei diesem Tatkomplex wurde der dritte, unbekannte Mittäter bisher nicht gefasst. Laut Anklage ergibt sich aus telefonischen Chats, dass die Tatverdächtigen das erbeutete Geld wohl hauptsächlich zum „Zocken“ in Spielhallen brauchten. Der Prozess wird am 30. Oktober fortgesetzt.

mka

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