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Segeberg „Durch Boule bin ich fit geblieben“
Lokales Segeberg „Durch Boule bin ich fit geblieben“
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09:50 15.08.2017
Prost! Kleine Geburtstagsparty für Lisa Schwarz (Mitte) mit ihren Freunden vom Pétanque-Verein „Red Boule“. Sie ist das älteste Vereinsmitglied.

Mit Prosecco im Plastikbecher wird in dem kleinen Gartenhäuschen am Boule-Platz auf Lisa Schwarz angestoßen. Stolze 95 Jahre ist das älteste Mitglied des Pétanque-Vereins Red Boule kürzlich geworden. Und dabei jung geblieben. Ihre Boule-Kugeln jedenfalls hebt sie immer noch selbst vom Boden auf. Nicht mit Hilfe eines Magnetbandes für Spieler mit Rückenleiden, wie Vereinsvorsitzender Wolfgang Harder betont. „Und das Schweinchen sowieso“, schiebt Lisa Schwarz hinterher. Boule hat sie fit gehalten, da ist sich die rüstige Rentnerin sicher.

Lisa Schwarz, ältestes Mitglied im Segeberger Pétanque-Verein, ist 95 Jahre alt geworden – und spielt immer noch.

„Ich habe einen dicken Brief vom Ministerpräsidenten bekommen“, erzählt das „Geburtstagskind“ in der Runde ihrer Boule-Freunde. Dem neuen natürlich. Nicht der einzige Geburtstagsgruß. „37 Anrufe habe sie in den letzten Tagen bekommen“, sagt sie. Alles Kontakte aus der „Boule-Szene“. Vereinsamung im Alter – für Lisa Schwarz ist das kein Thema. Es war in den 90er Jahren, als sie erstmals mit dem Pétanque-Sport in Berührung kam. „In Spanien auf dem Campingplatz“, erinnert sie sich. Da saß man sonst den ganzen Tag rum, beim Boule aber, da passierte etwas. Und es machte Spaß.

„Wir waren die schlechtesten damals“, erzählt Lisa Schwarz. Ganz im Gegensatz zu den Franzosen. „Die spielen ja einmalig!“ Aber was waren das für tolle Tage, schwärmt sie. Die Geselligkeit, die Unterhaltung, das Spiel an der frischen Luft – das sind für Lisa Schwarz eindeutig die Vorzüge des Boule-Spiels. „Und vor allem die Bewegung“, betont die 95-Jährige immer wieder. „Das ist im Alter besonders wichtig.“ Noch ein Grund, warum sie zwei Jahrzehnte später immer noch leidenschaftlich mit den Metallkugeln nach dem „Schweinchen“ wirft. Auch wenn die Winter in Spanien und die internationalen Boule-Partys dort inzwischen der Vergangenheit angehören. Aber ihre beste Freundin Gisela, die schon in Spanien immer dabei war, spielt auch in Segeberg noch an ihrer Seite.

Hier im Bad Segeberger Pétanque-Verein spielt Lisa Schwarz weiterhin regelmäßig. „Bei gutem Wetter, zwei Mal die Woche.“ Nur bei Kälte, da müsse sie dann doch nicht mehr auf den Platz, sagt Lisa Schwarz. Turniere spielt die 95-Jährige auch nicht mehr, gewinnen will sie trotzdem, wenn sie die Kugeln in die Hand nimmt.

„Lisa ist eine Legerin“, sagt Vereinschef Wolfgang Harder. Und zwar eine richtig gute, versichern die Gäste der Geburtstagsrunde vom Club. Mit viel Gefühl und gekonntem Schwung platziert die 95-Jährige ihre Kugeln nah am Schweinchen und im optimalen Fall besser als die Gegner. „Für das Wegschießen anderer Kugeln braucht man mehr Kraft“, erklärt Lisa Schwarz. Das sei eher was für die Männer. „Obwohl wir auch Frauen haben, die gut wegschießen können“, betont sie. An diesem Tag jedoch lädt das Wetter nicht zu einer ausgedehnten Boule-Partie ein. Hartnäckiger Nieselregen hält sich über der Stadt. Längst nicht alle Boule-Freunde sind deshalb auf die Anlage in den Winklersgang gekommen, wo auch die kleine Geburtstagsschar lieber im Trockenen bleibt. Aber nächsten Freitag will Schwarz einen neuen Anlauf nehmen, um ihren Ehrentag zu feiern und auf die nächsten Jahre anzustoßen. Bis zum 100. Geburtstag jedenfalls wolle sie definitiv noch weiterspielen.

 Nadine Materne

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