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Segeberg EPF: Zweiter Platz für die Segeberger
Lokales Segeberg EPF: Zweiter Platz für die Segeberger
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22:12 30.07.2018
Die 38-köpfige Delegation aus Segeberg auf der Fähre nach Litauen. Quelle: Foto: Matthias Ralf
Bad Segeberg/Radviliškis

Die Eindrücke aus Litauen waren durchweg positiv. Das 38-köpfiger Segeberger EPF-Team war in Radviliškis zu Gast, einer Kleinstadt mit knapp 20000 Einwohnern im Nordwesten des baltischen Landes.

400 Teilnehmer aus 13 Nationen und ganz viel gute Laune – das European Peoples' Festival im litauischen Radviliškis ist nach einer Woche mit einem großen Feuerwerk zu Ende gegangen. Die deutsche Delegation aus Bad Segeberg holte den zweiten Platz hinter Luxemburg.

„Viele freiwillige Helfer haben es zu einem sehr gut organisierten Festival gemacht. Ich habe mich in der Stadt sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagte Manja Röhling aus Wahlstedt. Die 19-Jährige war bereits bei mehreren EPFs dabei. In diesem Jahr leitete sie zusammen mit Lisa Ewald aus Bad Segeberg den deutschen Kulturauftritt und das Straßentheater.

Die Segeberger nahmen beim Auftritt auf der großen Festbühne deutsches Kulturgut und Stereotypen auf die Schippe. Die Mischung aus einer humorvollen Geschichte, Musik und Tanz kam sowohl beim Publikum als auch bei der Jury sehr gut an. Die Bad Segeberger Gruppe erhielt viel Applaus nach der Darbietung. Noch mehr Lob erhielten die Bad Segeberger für ihren Auftritt beim Straßentheater. Die Geschichte eines mittellosen Mädchens, das mithilfe des Glaubens an sich selbst ihre Probleme lösen konnte, erreichte die Herzen des Publikums und wurde von der Jury mit Rang vier belohnt.

„Unser Team hat beim Kochen sehr gut funktioniert“, sagte Alfonso Marey. Der Wittenborner hatte sich mit seiner Gruppe ein Dorschgericht auf Kartoffelstampf ausgesucht, um bei der Jury zu punkten.

„Die Bedingungen waren nicht einfach“, erklärte der Gastwirt aus Segeberg. Gekrümmte Pfannen und kleine Kochplatten machten es den deutschen Chefs nicht gerade leicht, den Fisch auf den Punkt zu bringen. Vorsorglich hatten die Segeberger mehr Fisch als nötig besorgt. Bei einem Kilopreis von 2,90 Euro sei das kein Problem gewesen. Der übriggebliebene Ostsee-Dorsch wurde an dankbare Einheimische verschenkt. Marey und Co. ernteten viel Lob für ihr leckeres Gericht und landeten auf Platz drei. „Wir wurden von der Organisation des Kochwettbewerbs sehr gut unterstützt“, lobte Gesa Runge aus Bad Segeberg die litauischen Helfer.

Beim Sport verkauften sich die Segeberger ebenfalls teuer. Nachträglich wurden die Basketballer auf Rang drei gesetzt. Der Gastgeber hatte eigentlich den zweiten Rang erreicht, nahm sich allerdings im Nachhinein aus allen Wertungen, um den Gästen den Vortritt zu lassen. Beim Pétanque (4.), Schwimmen (5.) und Beachtennis (5.) wurden ebenfalls viele Punkte für die Gesamtwertung gesammelt.

Lediglich die Fußballer fielen mit Rang 11 etwas ab. Das wurde mit sehr guten Ergebnissen in den kulturellen Wettbewerben kompensiert. Dirk Gosch erzielte Platz drei mit einem aussagekräftigen Foto von begeisterten Zuschauern bei der Parade. Sabine Walter erhielt im Malwettbewerb als Vierte ebenfalls viele Punkte, sodass am Ende über einen zweiten Rang in der Nationenwertung hinter Sieger Luxemburg gejubelt werden konnte.

Dänemark wurde erstmals mit dem Fair-Play-Pokal ausgezeichnet. Der für viele Teilnehmer wichtigste Titel beim EPF war vor über zehn Jahren von den Dänen eingeführt worden und steht seither für den Gedanken des EPF – das Miteinander und respektvolles Verhalten werden beim Festival, das die Europäer verbindet, großgeschrieben.

„Wir hatten ein tolles Team. Die Zusammensetzung aus jüngeren und erfahrenen Teilnehmern hat sehr gut funktioniert“, freute sich Birte Omland, Schriftführerin des EPF-Fördervereins, aus Bad Segeberg.

Die litauische Gastfreundschaft, interessante Gespräche mit Menschen aus Radviliškis und der Einblick in die baltische Kultur sowie Hoffnungen und Sorgen der Litauer bleiben hängen.

Die EPF-Familie zieht weiter und trifft sich im nächsten Jahr in der 36000-Einwohner-Stadt Cantanhede in Portugal. Die Vorfreude auf das einwöchige Ereignis auf der iberischen Halbinsel ist bei den Bad Segebergern bereits groß. Informationen über Möglichkeiten der Teilnahme und den Förderverein gibt es unter epfev@web.de.

Europäisches Festival der kleinen Städte

Die Idee für das European Peoples’ Festival ist 1991 im belgischen Libramont entstanden. Libramont trat daraufhin mit jeweils einer Kleinstadt aus allen Ländern der EU in Verbindung, um ein europäisches Festival auf die Beine zu stellen. Jede Stadt präsentiert dabei ihre regionale Kultur im Rahmen eines spaßigen Wettbewerbs. Seit 1994 ist Bad Segeberg Mitglied beim EPF als einzige deutsche Stadt.

Matthias Ralf

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