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Ehemalige Paracelsus-Klinik abgerissen

Kaltenkirchen Ehemalige Paracelsus-Klinik abgerissen

Auf dem ehemaligen Gelände der Klinik in Kaltenkirchen entstehen 166 Reihenhäuser.

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Mit schwerem Gerät zerkleinert die Abrissfirma die Ruinen des Krankenhauses.

Kaltenkirchen. Wer es nicht weiß, wird niemals vermuten, dass die großen Geröllhaufen auf dem Riesengrundstück an der Alvesloher Straße in Kaltenkirchen mal eine Klinik waren.

Denn inzwischen haben die Abrissprofis der Spezialfirma ATR aus Sottrum aus der früheren Paracelsus-Klinik „Kleinholz“ gemacht. Sauber in verschiedene Korngrößen getrennt, wird Haufen für Haufen abgefahren. Wenn das Wetter es zulässt, wird hier im Februar mit den Erdarbeiten für eines der größten Bauprojekte in Kaltenkirchen begonnen: Die Deutsche Reihenhaus AG will hier 166 Reihenhäuser errichten — Investitionsvolumen: 30 Millionen Euro.

„Wir hoffen, im März mit den Hochbauten beginnen zu können“, sagte Unternehmenssprecher Achim Behn den LN. Anfang 2017 sollte der Bezug der ersten Häuser möglich sein — wenn das Wetter mitspielt. Die Adresse der bevorzugt jungen Familien, die sich dort den Traum vom eigenen Heim verwirklichen wollen, wird nicht wie ursprünglich geplant „Wohnpark Altes Hospital“ lauten, sondern „Am Zeisigring“.

Wie Behn sagte, habe die Stadt der Straße, die durch das 49000 Quadratmeter große Areal führen wird, diesen Namen zugedacht. „Und dann soll es so ein“, sagte Behn.

Auf dem Gelände hatte bis vor wenigen Jahren eine Klinik mit 282 Betten gestanden. Sie war Anfang der 70er Jahre als Kreiskrankenhaus gebaut und 2001 an die Paracelsus-Klinikgruppe verkauft worden.

Zehn Jahre später, 2011, wurde der Betrieb eingestellt, was viele Kaltenkirchener erzürnt hatte. Es gab Unterschriftenaktionen für einen Verbleib des Hospitals. Doch die Paracelsus-Gruppe setzte mehr auf ihr Krankenhaus in Henstedt-Ulzburg, in das viele Mitarbeiter wechselten. Im April 2014, nach langer Zeit des Verfalls und teilweiser Zerstörung der Gebäude, kauft die Deutsche Reihenhaus AG das Anwesen. Zwei Jahre war verhandelt worden, was mit dem Gelände geschehen soll.

Die Firma will dort realisieren, was sie bereits 7500 Mal im ganzen Bundesgebiet gebaut hat: Reihenhäuser. Darauf hat sie sich spezialisiert. „Wir machen nichts anderes“, sagt Behn. Die Firma baue stets die selben drei Haustypen, wie er sagte. Die „industrielle Serienproduktion“ sorge für attraktive Preise und eine schnelle Umsetzung. Die Häuser sind optisch keine Juwelen, wie das Bauschild auch dokumentiert. Aber sie sind günstig. „Wir richten uns an junge Familien, für die sind diese Häuser das erste und zumeist einzige Eigentum“ — und das solle erschwinglich für sie sein, findet Behn. Die Rechnung dürfte aufgehen: 28 Häuser mit 81 Quadratmetern Wohnfläche werden gebaut, Preis ab 145000 Euro; ferner 29 Einheiten mit 116 Quadratmetern ab 175000 Euro und 109 Häuser mit je 141 Quadratmetern ab 190000 Euro — jeweils inklusive Grundstück.

Die Firmenphilosophie kam bei Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause an: Nicht nur, dass sich die Reihenhausbebauung gut ins Umfeld einfüge. Sie werde auch vor allem junge Familien anziehen.

Das werde der insgesamt recht jungen Stadt gut tun, sie weiter beleben. „Wir wollen gern im Durchschnitt zirka 40 Jahre jung bleiben“, sagte der Bürgermeister. Um das neue Baugebiet noch attraktiver für die Zielgruppe zu machen, hat die Stadt beschlossen, neben der bestehenden Kindertagesstätte „Abenteuerland“ eine weitere mit rund 90 Plätzen einzurichten.

„Wir hoffen, im März mit den Hochbauten beginnen zu können.“
Achim Behn, Unternehmenssprecher Deutsche Reihenhaus AG

Christian Spreer

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