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Segeberg Ehrbar, gerecht, wahrhaftig — modernes Können mit Tradition
Lokales Segeberg Ehrbar, gerecht, wahrhaftig — modernes Können mit Tradition
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23:18 20.09.2013
Haben einen Ausbildungsplatz als Tischler: Daniel Claussen (16, v. l.), Max Bläsing (17), Helen Bergeest (20) und Alexander Dreger (20). Fotos (5): Hiltrop

Wenn Cordhose, Weste und weißes Leinenhemd ebenso salonfähig sind wie feiner Anzugzwirn zur Krawatte, dann geht‘s um das Handwerk. Schon äußerlich wird klar, dass hier Moderne und Tradition zusammenlaufen. Und nirgends wird der Eintritt ins Berufsleben so festlich begangen wie dort. Das zeigte sich einmal mehr am Donnerstagabend in der Kreissporthalle, bei der großen Einschreibungsfeier für die Auszubildenden der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein.

Eltern, Ausbilder und ein Großteil der 752 Lehrlinge, dazu Wirtschaftsvertreter, Politiker aus Kreis und Stadt, IHK-Vizepräses Bernd Jorkisch, Ehrenhandwerkermeister Manfred Arp, Neumünsters Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und viele andere waren dabei, als die Obermeister zu Kerzenschein die reich verzierten Innungs-Laden öffneten. Musikalisch lockerte die Band „Beat- Shock“

die Zeremonie auf.

Dachdecker, Glaser, Tischler, Zimmerer, Fliesenleger, Maurer, Maler, Heizungs- und Sanitärfachleute, Friseure, Mechatroniker, Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Fleischer und Zahntechniker: Junge Männer und Frauen, die später als Fachkräfte arbeiten, haben nun den Grundstein für ihr Berufsleben gelegt, betonte Kreishandwerksmeister Michael Kahl und unterstrich, dass vom Handwerk zahlreiche Innovationen für die gesamte Wirtschaft ausgingen: „Es ist das wirtschaftliche Rückgrat in der Region. Begriffe wie Verantwortung, Selbstverwirklichung durch eigene Fähigkeiten, Teilhaben am Erfolg und das Erreichen einer soziale Kompetenz, Mitwirken und Gestalten sind keine bloßen Leerformeln, sondern werden Tag für Tag in der betrieblichen Praxis verwirklicht.“

Günther Stapelfeld, Vizepräsident der Handwerkskammer Lübeck, verglich den Ausbildungsstart gar mit einem Formel 1-Rennen, nur dass der Nachwuchs statt Benzin Wissen tanken müsse. Und Staatssekretär Ralph Müller-Beck wies in seiner Festrede auf die Schlüsselrolle hin, die das Handwerk in Schleswig-Holstein einnehme, mit seinen jährlich 16 Milliarden Euro Umsatz. Die Ziele zur Optimierung der Bildungswege seien klar gesteckt. „Ohne das Engagement der Betriebe ginge das nicht. Wir können die Rahmenbedingungen schaffen“, so der Staatssekretär für Arbeit und Tourismus, und versprach, dass es in diesem Bereich keine Kürzungen für das Handwerk geben werde.

Zwar waren die jungen Frauen deutlich in der Unterzahl, aber vor allem im Friseurhandwerk, bei den Feinmechanikern und in der Holzverarbeitung sind sie vertreten. So wie Helen Bergeest aus Boostedt.

Fachhochschulreife hat die 20-Jährige und wollte eigentlich Bestatterin werden, doch das scheiterte schon bei der Bewerbung um einen Praktikumsplatz: „Den Leuten hat mein Lippenpiercing nicht gefallen“, so die angehende Tischlerin. In ihrer Berufsschulklasse wird auch Max Bläsing sitzen. Er hat es mit einem Hauptschulabschluss geschafft, eine Ausbildung in seinem Traumberuf zu beginnen.

„Anfangs schwankte ich zwischen Zimmermann und Tischler, aber ich habe Höhenangst“, so der 17-Jährige und beobachtete wie alle anderen Gäste gespannt, wie sich aus jedem Gewerk, stellvertretend für alle, jeweils ein Auszubildender und sein Lehrmeister in die Handwerksrolle eintrugen. „Glückauf“, rief Lehrlingswart Rainer Wiening den Azubis zu und forderte sie, bevor die Laden wieder geschlossen wurden, auf, ihren Lehrvertrag zu erfüllen: „In Ehrbarkeit! In Gerechtigkeit! Und in Wahrhaftigkeit!“

Handwerk in Zahlen
3100 ausbildungsberechtigte Betriebe mit 15 000 Beschäftigten umfasst der Bezirk der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein.

2090 Lehrlinge werden hier derzeit ausgebildet.

Heike Hiltrop

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