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„Eierkauf ist Vertrauenssache“

Bad Segeberg „Eierkauf ist Vertrauenssache“

Die LN hörten sich auf dem Wochenmarkt um - Hof Spahr kennzeichnet jetzt zugekaufte Ware. Die jüngsten Skandale um das Pflanzenschutzmittel Fipronil und die nun aufgefundenen schimmeligen Eier im Kreis Stormarn haben zu einer massiven Verunsicherung bei den Kunden geführt. 

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Manuela Markmann aus Schönböken setzt auf Aufklärung. Ihre zugekauften Eier auf dem Wochenmarkt haben alle einen Nachweis für die Herkunft. Die Hühnereier vom eigenen Hof muss sie nicht abstempeln. <QM>

Quelle: Glombick

Bad Segeberg. Hochgezogene Augebrauen. „Sind diese Eier wirklich von Ihnen?“ Nachgehakt wird jetzt beim Eierkauf überall. Auch gestern auf dem Bad Segeberger Wochenmarkt. Die jüngsten Skandale um das Pflanzenschutzmittel Fipronil und die nun aufgefundenen schimmeligen Eier im Kreis Stormarn haben zu einer massiven Verunsicherung bei den Kunden geführt. Es gehe dabei gar nicht mehr um die wenigen verdorbenen Eier aus Stormarn, sondern darum, dass überhaupt Eier vom Hof Spahr zugekauft wurden.

„Ich habe meine Eier vor Wut weggeschmissen“, sagt eine Kundin. „Wenn regionale Anbieter von außerhalb zukaufen wollen, ist ihnen das gestattet, aber sie müssen den Verbraucher darüber aufklären.“

Jetzt steht Frau Krause, die ihren Vornamen nicht nennen möchte, bei Bauer Koopmann auf dem Wochenmarkt, bei dem neuen Eierhändler ihres Vertrauens. Doch auch hier gibt es nicht nur „Koopmann-Eier“.

XL-Eier könnten die eigenen Junghennen noch nicht legen. Die würden vom Hornbrooker Hof aus Nehms zugekauft, erzählt Ingo Blank auf Nachfrage. Die Kunden seien nach den jüngsten Skandalen sehr viel kritischer geworden, räumt er ein. Gegen Zukauf von Eiern sei ja nichts einzuwenden, es müsse aber deklariert werden, fordert die Kundin. „Ich kenne Herrn Koopmann schon, als er hier vor 30 Jahren auf dem Wochenmarkt anfing, die Eier waren bislang einwandfrei“, sagt Gloria Koch. Sie lässt sich XL-Eier einpacken – die vom Hornbrooker Hof.

Ein paar Meter weiter verwaltet Manuela Markmann aus Schönböken die Eier. Ihr Hof selbst habe nur 250 Hühner. „Deren Eier gehen nur bei uns im Hofladen über den Tisch.“ Als kleiner Anbieter müsse sie diese auch nicht mit der Kennziffer stempeln. Ansonsten wird auf ihrem Wochenmarkt-Stand nicht mit Aufklärung geknausert. Die zugekauften Eier-Paletten sind jeweils mit Tafeln des Ahrensböker Erzeugers gekennzeichnet. Das müsse nachvollziehbar sein, wo die Eier herkommen, sagt sie. Neben den Eiern liegt auch eine Erklärung des Erzeugers, dass die Eier kein Fipronil enthalten, weil in den Ställen nicht das Milben-Bekämpfungsmittel eingesetzt werde. „Wir kaufen grundsätzlich nur holländische Eier, damit die endlich wegkommen“, witzelt ein Kunde. „NL“ oder „DE“? Mit den Kennziffern auf den Eiern haben alle Befragten Probleme. Die propagierte Aufklärung hat dann Grenzen, wenn nicht nur ältere Leute die kleine rote Schrift auf braunem Ei gar nicht lesen können. Dabei verrät der Ei-Code unter anderem auch, ob es sich um ein Ei aus Schleswig-Holstein oder sonst woher handelt.

Als es mit dem Fipronil-Skandal los ging, „hat man uns fast die Eier unterm Hintern weggekauft“, berichtet Manuela Marktmann. So viele Eier seien im Hofladen noch nie gekauft worden. „Schlimm, dass die Leute jetzt so verunsichert sind“, sagt auch Kundin Erika Teschke aus Bad Segeberg. Aber wer Ware von auswärts zukaufe, und sie unter eigenem Namen vermarkte, der dürfe sich nicht über Misstrauen wundern. Zum Eierkauf gehöre nun einmal Vertrauen.

Das versucht inzwischen auch Hof Spahr wieder zu gewinnen. Gestern erklärte die Familie, dass der Hühner-Betrieb aus Fahrenkrug ab sofort zugekaufte Eier mit einem zusätzlichen Etikett kennzeichne.

„Dort steht dann genau drauf, woher die Eier herkommen mit dem Namen und Anschrift des Betriebes. Das wird unübersehbar für den Kunden sein.“ Zugekauft werde ohnehin fast nur im Bereich Bio-Eier, weil hier in einem Stall nur Junghennen leben. Man hoffe so das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen.

 Wolfgang Glombik

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