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Ein Deutsches Museum für Nachhaltigkeit

Norderstedt Ein Deutsches Museum für Nachhaltigkeit

 In Norderstedt entsteht ein völlig neu konzipiertes und interaktives Stadtmuseum für Energie, Umweltschutz, Mobilität und Migration — Einweihung soll spätestens 2020 zum 50-jährigen Bestehen der Stadt sein

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Museumsleiterin Marlen von Xylander zeigte vor einigen Jahren eine aufschlussreiche Ausstellung zum Thema Nachkriegsflüchtlinge, was ein elementarer Bestandteil des neuen Museumskonzeptes werden soll.

Norderstedt. Die Stadt Norderstedt plant ein weiteres Leuchtturmprojekt, das weit in die Region hinaus strahlt. So soll das Stadtmuseum, das sich zurzeit beengte Raumverhältnisse mit dem bereits überfüllten Feuerwehrmuseum teilen muss, an anderer Stelle komplett neu gebaut werden. „Wir wollen hier ein Deutsches Museum für Nachhaltigkeit, Mobilität und Migration errichten“, kündigt die zuständige Kulturdezernentin Anette Reinders an. Am liebsten wäre ihr ein Standort, der viele Besucher anzieht. In das jetzige Stadtmuseum, das eher versteckt im Friedrichsgaber Weg liegt, verlaufen sich nach Reinders Angaben gerade mal 4000 Besucher im Jahr.

Die Politik hat jetzt grünes Licht gegeben, ein komplett neues und zukunftsfähiges Konzept und Leitbild für ein modernes Stadtmuseum auszuarbeiten. 20000 Euro seien dafür bereitgestellt, erläutert Reinders. „Wir werden uns Hilfe von externen Beratern dafür holen.“ Erst danach solle der Standort geklärt werden. Wenn alles klappt, könnte das ambitionierte Kunstprojekt bis 2020 umgesetzt sein, das sicherlich einige Millionen Euro kosten wird. Allein das noch im Einzelnen auszuarbeitende museumspädagogisches Konzept werde wohl einige Hunderttausend Euro kosten. „Mein Ziel ist es, dass das neue Museum zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Norderstedt im Jahr 2020 eröffnet werden kann.“

Zurzeit sei das Norderstedter Stadtmuseum eher eine Sammlung alter, toter Gegenstände und einfach nicht mehr zeitgemäß, erklärt Reinders. Mit den Themen Nachhaltigkeit, Mobilität und Migration ließen sich ganz andere, neue und interaktive Darstellungsformen realisieren, die dem umweltpolitischen Anspruch Norderstedts gerecht würden und zugleich die eigene Heimatgeschichte mit aufnähmen, erklärt die für Kultur zuständige Stadträtin. So habe Norderstedt in den letzten 15 Jahren zahlreiche Umweltpreise für Energiesparprojekte eingeheimst, die zusammen eine Million Euro Preisgeld einbrachten.

Mit dem Amt für Nachhaltigkeit ließen sich so Fördergelder für einen Museumsneubau einwerben, ist Reinders überzeugt.

Und die aktuelle Flüchtlingskrise, die Norderstedts bislang 850 Flüchtlinge beschert hat, erinnere daran, dass die früheren Altgemeinden Norderstedts nach dem Krieg Zehntausende Flüchtlinge aufnehmen mussten und die Stadt auch heute noch durch einen starken Zuzug aus Hamburg weiter wachse. „Allein durch Krieg, Vertreibung und Flucht sind zwischen 1930 und 1950 etwa 25000 Menschen nach Norderstedt gekommen.“

Somit könnte das Leitmotiv des Museumsneubaus lauten: „Zurück in die Zukunft“, sagt Reinders in Anlehnung an einen bekannten Hollywood-Film. Den heutigen Museumsbesuchern könnte zum Beispiel anschaulich aufgezeigt werden, wie im 18. Jahrhundert die Menschen in der Garstedter Armenkolonie mit Torf heizen mussten, später die Kohle- und Ölöfen dazu kamen und mit welchen energiesparenden Methoden wie Erdwärme oder Wärmeffizienzbauweise heutzutage geheizt wird.

Beim Thema Mobilität könnte der Bogen von den Pferdekutschen bis zur U-Bahn-Anbindung geschlagen werden und welche Bedeutung dies für die Entwicklung der Stadt entfaltet habe. Das Museum sollte die Heimatgeschichte so aufbereiten, dass sie die Besucher entdecken, erleben und verstehen könnten, fordert Reinders. Im Helms-Museum in Harburg sei dies ausgezeichnet gelungen, wo die zeitgeschichtliche Entwicklung mit Themenschwerpunkten dargestellt ist, beispielsweise mit den 25000 raumhoch aufgetürmten Eiswürfeln, die die Besucher in die Eiszeit zurückversetzen.

Zudem sollte das Stadtarchiv, das zurzeit an mehreren Standorten verteilt ist, in das neue Stadtmuseum integriert werden, kündigt Reinders an. „Die Akten müssten dann aber auch digitalisiert sein, damit sie für jedermann mit der modernen Computertechnologie zugänglich sind.“

Burkhard Fuchs

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