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Segeberg Ein Gefühl von Spitzbergen in „Hoffmanns Stall“
Lokales Segeberg Ein Gefühl von Spitzbergen in „Hoffmanns Stall“
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21:15 22.03.2016
Kuschelige Atmosphäre während der Lesung von Erfolgsautorin Petra Schmidt-Decker in Hoffmanns Stall. Quelle: Fotos: Petra Dreu, Silvie Domann

Dass nichts unmöglich ist, hat eine Handvoll Eilsdorfer bereits unter Beweis gestellt, als sie mit viel Kreativität aus einem alten Stall den geschmackvollen Kulturort „Hoffmanns Stall“ aufgebaut haben. Jetzt gelang den Mitglieder des Kulturvereins Eilsdorf erneut ein Coup: Am Freitag war die Hamburger Erfolgsautorin, Schauspielerin und Produzentin Petra Schmidt-Decker zu Gast in dem kleinen Dorf. Sie entführte die Zuhörer nach Spitzbergen — das Fleckchen Erde, das ihr beim ersten Betreten das Gefühl beschert habe, nach Hause gekommen zu sein.

„Je näher man in das Licht kommt, desto glückseliger wird man.“Petra Schmidt-Decker

Auf einer Kreuzfahrt hatte die Autorin, die unter anderem das meistverkaufte Benimmbuch Deutschlands geschrieben hat, noch nie aus ihren Büchern gelesen. Weil ihr aber alles im Leben entgegenkomme, sagte sie zu und betrat wenig später das Kreuzfahrtschiff „MS Delfin“. Es nahm Kurs auf Spitzbergen, jener zu Norwegen gehörenden Region mit über 400 Inseln und Schären. Auf ihnen klettern die Temperaturen lediglich von Juni bis September über die Frostgrenze, und dann ist es hell, denn im Sommer geht die Sonne vom 20. April bis zum 26. August nicht unter.

„Je näher man in das Licht kommt, desto glückseliger wird man. Das Licht geht durch die Haut. Es gibt im Sommer keinen Tag, weil es keine Nacht gibt. Es gibt keine Bäume und Sträucher, es gibt Moose und Flechten“, erzählte Petra Schmidt-Decker den Zuhörern, die es sich auf Sesseln bei einem Glas Wein gemütlich gemacht hatten. Auf Spitzbergen trifft die Autorin Lille Lyn, einen kleinen Knirps aus Licht. Er ist so alt wie die Welt und doch so unschuldig und rein wie ein Kind. Er jammert, weil ihn Sonne, Mond und Sterne auf Spitzbergen zurückgelassen haben. „Sie haben mich verloren.

Sie haben mich noch nicht mal gesucht“, erzählt der Knirps in Petra Schmidt-Deckers Licht-Erzählung.

In dem kleinen Lille Lyn hat sie einen weisen Freund gefunden, der mit seinem Charme und seiner kindlichen Philosophie auch die Herzen der Zuhörer erreicht. Er hält ihnen den Spiegel vor und zeigt auf, wie schwerfällig unser aller Denken geworden ist und wie ausgetreten die Pfade sind, die andere vor uns hinterlassen haben. Er zeigt aber auch, wie herrlich leicht und unbeschwert doch das Leben sein kann.

„Es ist die Unschuld des nördlichsten Teils der Erde, der mich an sich bindet“, erzählt Petra Schmidt-Decker, für die das Licht Spitzbergens gleichbedeutend mit Wahrheit ist und das Achten des Einzelnen Grundlage des eigenen Seins. Gerührt waren Zuhörer und Veranstalter, als das Multitalent aus Hamburg ihre Verbundenheit mit Eilsdorf erklärte: „Dieser Ort hat mir so viel gegeben. Ich möchte etwas zurückgeben. Deshalb schenke ich ihnen die Bücher, die ich mitgebracht habe. Wer ein zweites Buch möchte, kann auch ein zweites mitnehmen — mit Widmung natürlich.“

Von Petra Dreu

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