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Ein Horst für‘s Weißstorchpärchen

Struvenhütten Ein Horst für‘s Weißstorchpärchen

Für den Erhalt der Art, den Naturschutz, aber auch um Windräder zu verhindern, legen sich „Adebars“ Fans in Struvenhütten ins Zeug.

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Mit vereinten Kräften hieven die Männer die geflochtene Nisthilfe in den Korb des Teleladers, wo Henning Pöhls ihn entgegennimmt. Ausgekleidet wird die Horstbasis mit Holzhackschnitzeln und Stroh.

Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

Struvenhütten. In Gummistiefeln, dicken Jacken und mit einem überdimensionalen Korb im Schlepptau stapft eine Gruppe Männer über das Grünland hinter dem Pöhlschen Backsteinhaus am Dorfrand von Struvenhütten. Ziel: Ein alter Betonmast, gut 20, vielleicht 30 Meter entfernt. Den Kopf der grauen Säule „schmückt“ eine Art Gitterrost aus Metall. Genau dort soll er hin, der Korb — und zum Horst werden. Familie Pöhls hofft auf Weißstorch-Nachwuchs.

„Wenn das Storchenpaar hierher kommt, dann schreien wir alle Hurra. Denn dann kommt der geplante Windpark nicht.“

Jens Husmann, „Gegenwind Hartenholm“

Schon seit fünf Jahren bemüht sich die naturverbundene Familie, um Meister Adebar anzusiedeln. Immerhin gibt es schon an der Mühlenstraße einen Horst und auf dem Deich im Dorf brütete im vergangenen Jahr auch erstmals ein Storchenpaar. „Wir haben die Nähe zum Moor und wir wollen den Storch gerne hier haben“, begründet Henning Pöhls die Bemühungen. Den Mast bekam er, als alte Leitungen von Erdkabeln abgelöst wurden und er übrig war. Mit vereinten Kräften stellten sie ihn auf, errichteten eine Nisthilfe, die einmal im Jahr gereinigt wurde. Gelegentlich schauten mal einer der Schreitvögel vorbei, mehr jedoch nicht. Bis 2015.

„Im vergangenen Jahr hat sich hier ein Storchenpaar umgesehen und auch ein paar Nächte da oben verbracht. Ich bilde mir ein, dass das ein gutes Zeichen ist und wir die große Chance haben, dass es in diesem Jahr zur Brut kommt“, hofft Henning Pöhls und besteigt den Hubkorb des Teleladers. Mit dem ist Nachbarssohn Timo Hofert ‘rumgekommen, um mit anzupacken. Der junge Mann kennt sich aus, kümmert sich auch um ein paar Schwarzstorchnester im Kreis, deren Standorte zum Schutz der seltenen Vögel nicht preisgegeben werden. Auch Segebergs „Storchenvater“ Holger Möckelmann aus Henstedt-Ulzburg schaut vorbei, legt Hand mit an, wie auch Jens Husmann nebst Sohn Morten. Der gesellt sich zu Hennig Pöhls, um den zukünftigen Nistplatz stabil zu befestigen, während sein Vater alles vom Boden aus beobachtet.

„Wenn das Storchenpaar hierher kommt, dann schreien wir alle Hurra. Denn dann kommt der geplante Windpark nicht“, hofft Jens Husmann. Er gehört der Initiative „Gegenwind Hartenholm“ an, der sich auch die Pöhls‘ angeschlossen haben. „Je besser er es hat und je eher er kommt, um so besser für uns“, macht Henning Pöhls deutlich, dass sein Interesse an der Ansiedlung mit den geplanten Windrädern noch einmal gestiegen ist.

Sorgfältig legen die Männer das Riesennest mit einem Durchmesser von weit über einem Meter mit Holzhackschnitzel aus. Stroh bildet die oberste Schicht — alles in allem ein guter Schutz vor Kälte und Nässe für etwaige Küken. Da brauchen die rotbeinigen Eltern nur noch mit Zweigen nachrüsten.

Holger Möckelmann nickt zufrieden und hofft auf den Erfolg. Der Platz jedenfalls scheint ideal. Und er könnte dazu beitragen, dass die Storchenpopulation weiter stabil bleibt, sich womöglich gar verbessert: „Wir sind auf dem Weg der Besserung“, zeigt sich der Mann vom Naturschutzbund (Nabu) Kisdorfer-Wohld vorsichtig optimistisch. Eine Kartierung, die sein Vorgänger Henry Hagemann erstellt hat, zeigt: 1934 gab es 145 Mal wildlebenden Nachwuchs im Kreis — 2015 war es die Hälfte.

Meister Adebar

200 Weißstörche , auch Adebar oder Heuerbeuer (Friesisch) genannt, haben 2015 laut Naturschutzbund (Nabu) in Schleswig-Holstein gebrütet. Die ersten sind bereits aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückgekehrt. Das ist früh, doch auch im Vorjahr kamen die ersten Mitte Februar.

150 bis 300 Kilometer legen die Schreitvögel auf ihrem Zug pro Tag zurück.

34 wildlebende Brutpaare gab es 2015 im Kreis, 29 zogen 74 Jungtiere auf.

Heike Hiltrop

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