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Segeberg Ein Korb? Nicht für Fritz Kock
Lokales Segeberg Ein Korb? Nicht für Fritz Kock
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22:25 06.11.2013
Sie sind seit 50 Jahren verheiratet und haben vier Kinder: Traute und Fritz Kock. Quelle: Petra Dreu

Am Anfang ihrer Beziehung gab es einen „Korb“: Den hatte die hübsche 17-jährige Traute Rohlf aus Neuengörs dem zwei Jahre älteren Burschen aus Geschendorf gegeben, als er mit ihr tanzen wollte. Das war auf dem Silvesterball 1959/60. Der junge Mann hieß Fritz Kock, und der war damals schon aus besonderem Holz geschnitzt und obendrein von seinen Tanzkünsten überzeugt. Seinen ganzen Charme hat er bei Traute Rohlf spielen lassen und weiterhin auf einem gemeinsamen Tanz beharrt.„Hinterher durfte ich sie sogar nach Hause bringen“, verrät er. Am Freitag feiern die beiden ihre Goldene Hochzeit.

Im Kreis Segeberg ist Fritz Kock (73) bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund. Er ist ein netter Gesprächspartner, der sagt, was er denkt und keine Angst davor hat, sich bei irgendwem unbeliebt zu machen. Er hatte den Kampf mit McDonalds aufgenommen, als sich der Fast- Food-Riese an der Autobahn niederlassen wollte, was Kocks Prinzipien entgegenstand: „Wir wollten keine Konkurrenz für unseren Dorfkrug“, so der damalige Bürgermeister, bei dem sogar die Fernsehsender Schlange standen.

Gut 17 Jahre war er Bürgermeister, 13 Jahre Stellvertreter und vier Jahre 2. Stellvertreter. Während seiner Zeit in der Kommunalpolitik hat er den Bau der A 20, das Baugebiet an der Lindenstraße und der Bollbrügge, das Gewerbegebiet an der Autobahn, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses sowie die Klärteicherweiterung begleitet. Und auch, dass die Amtssporthalle heute in Geschendorf steht, ist sein Verdienst.

Mit der Kommunalpolitik hat er bereits 2008 aufgehört, „bevor die anderen sagen, dass Ende ist“. Die Liste der Vereine, in denen er immer noch aktiv ist, ist aber lang. Und auch der Arbeit in der Landwirtschaft ist er treu geblieben. Er versorgt 45 Mutterschafe und 24 Bienenvölker. Außerdem macht er Fliederbeer- und Apfelsaft, verkauft Hähnchen und Eier und sogar Wurst stellt er noch selbst her.

Ohne eine Frau an seiner Seite, die ihm den Rücken freihält und an Termine erinnert, geht es auch bei Fritz Kock nicht. „Sie behält alles im Kopf“, sagt der Tausendsassa, der mit seiner Traute vier Jungen hat, die vor allem von seiner Frau umsorgt wurden. Zudem pflegte sie die Schwiegermutter, die 97 Jahre alt geworden ist.

Gefeiert wird heute Abend mit einem Empfang für Freunde und Bekannte im Lindenhof, am Sonnabend mit der Familie, von der sich auch 30 Nichten und Neffen angesagt haben.

Petra Dreu

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