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Ein Parkhaus nur für Fahrräder

Norderstedt Ein Parkhaus nur für Fahrräder

Gebäude in Norderstedt bietet 450 videoüberwachte Stellplätze mit Werkstatt und Ersatzteilverkauf.

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Mitarbeiter Alexander Ditz wartet gerade das Fahrrad eines Kunden.

Norderstedt. In Norderstedt steht jetzt neben dem Rathaus ein „Radhaus“. Für 1,7 Millionen Euro hat die Stadt direkt am U-Bahnhof Norderstedt-Mitte ein Parkhaus errichten lassen, in dem bis zu 450 Fahrräder sicher abgestellt werden können. Betreiber sind die Sozialen Dienste der Hamburger Arbeiterwohlfahrt (Awo), die vor drei Jahren auch in Bergedorf eine solche Radstation mit 500 Plätzen am Bahnhof übernommen haben.

„Norderstedt ist jetzt die zweite Einrichtung dieser Art im Hamburger Umland“, sagt der zuständige Awo-Abteilungsleiter Andreas Pehlgrim, der mit zunächst drei Mitarbeitern den Probebetrieb bis Ende Januar aufgenommen hat. Einfacher und sicherer gehe es nicht für die Berufs- und Schulpendler, die mit dem Rad zum Zob, U-Bahn- und AKN-Bahnhof (Richtung Ulzburg und Kaltenkirchen) kommen, erklärt Pehlgrim das System. Für 70 Cent am Tag oder 70 Euro im Jahr könne der Fahrradfreund hier auf zwei Etagen seinen Drahtesel überdacht und sicher verwahrt stehen lassen.

Jeder Kunde müsse sich mit seinem Personalausweis registrieren lassen, jeder Zugang sei videoüberwacht. „Nur wer bei uns namentlich bekannt ist, hat Zutritt zur Fahrradstation“, so Pehlgrim. Den Zugang erhält der Nutzer nach Dienstschluss mit einer Scheckkarte, die die Tür öffnet und die je nach Vorauszahlung für einen Tag oder das ganze Jahr gültig ist.

In Bergedorf gehe das Konzept voll auf, sagt Pehlgrim. 68 Prozent aller Stellplätze seien von Dauerkunden übers ganze Jahr ausgebucht. Etwa 30 Plätze würden von wechselnden Tageskunden belegt, die mit dem Fahrrad zum Einkaufen oder zum Arztbesuch in die Stadt kommen. „Wir haben dort sogar Anwohner, die ihr hochwertiges Fahrrad oder E-Bike lieber bei uns unterstellen, als es im Gemeinschaftskeller ihrer Wohnanklage abzustellen.“

In drei Jahren sei dort nicht ein einziges Rad gestohlen oder beschädigt worden, versichert Pehlgrim. Allerdings müsse jedes abgestellte Fahrrad auch in der Radstation mit einem Schloss gesichert werden. „Wir sind ja nicht immer da und können aufpassen“, erklärt Pehlgrim. Wenn jemand nachts im Parkhaus sei, werde er allerdings von Videokameras aufgezeichnet, die unter Umständen auch ausgewertet werden könnten.

Auch in Norderstedt scheinen die radelnden Pendler nur auf einen solchen Service gewartet zu haben. Bereits in der ersten Woche seien 30 Plätze von Jahreskunden besetzt worden, freut sich der Radhaus-Betreiber. Täglich kämen neue hinzu. „Dabei sind wir erst im Probebetrieb.“ Erst im Februar würden sämtliche Service- und Komfortleistungen in vollem Umfang angeboten. So bietet die Radstation nicht nur einfach handhabbare Abstellmöglichkeiten. Auch eine Werkstatt und ein Ersatzteilservice sind an das Parkhaus angeschlossen.

Wer sein Fahrrad warten oder flicken lassen möchte, während er zur Arbeit oder Schule fährt, kann es Pehlgrims Kollegen übergeben, die sich noch am selben Tag darum kümmern. Bei den Mitarbeitern des Radhauses handele es sich um angelernte Fachkräfte, die zum Teil langzeitarbeitslos und ungelernt waren, erläutert Zweiradmechaniker-Meister Pehlgrim. Insofern sei dieses Projekt, das aus Nordrhein-Westfalen übernommen wurde, wo es 100 solche Radstationen gibt, auch ein Beschäftigungsmodell für Langzeitarbeitslose.

Bald sechs Mitarbeiter
Die neue Radstation in Norderstedt ist zurzeit montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr mit Mitarbeitern besetzt, ab Februar auch bis 19.30 Uhr. Dann auch sonnabends von 9 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Sechs Personen seien dann hier beschäftigt, kündigt Awo-Abteilungsleiter Andreas Pehlgrim an.

Burkhard Fuchs

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