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Segeberg Ein Pastor, dem die Jugendarbeit besonders am Herzen liegt
Lokales Segeberg Ein Pastor, dem die Jugendarbeit besonders am Herzen liegt
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21:21 29.06.2013
Pastor Dieter Kuchenbecker (63) will die erste Zeit gar nichts tun, um seinem Nachfolger das Einleben nicht zu erschweren. Aber dann? Quelle: Foto: Lothar Kullack
Seedorf

Kann dieser umtriebige Mann überhaupt in den Ruhestand gehen? Pastor Dieter Kuchenbecker (63), Seelsorger von Schlamersdorf, will es ab dem 1.

September zumindest versuchen. Sein Abschiedsgottesdienst findet bereits am Sonntag, 4. August, statt. Er beginnt um 15 Uhr in der Kirche Schlamersdorf.

„Beispielhaft ist es eine besondere Freude zu sehen, wie Jugendliche sich in unserer Gemeinde engagieren, die Älteren die Jüngeren mitnehmen, Gottesdienste mitgestalten und sich an Projekten mit Spaß und Ernst beteiligen“, schreibt Kuchenbecker im jüngsten Gemeinde-, der zugleich eine Art Abschiedsbrief ist. Und die Jugendarbeit lag Kuchenbecker nicht allein an seiner letzten Wirkungsstätte am Herzen; er war es, der sie im Kirchenkreis Mitte der 80-er Jahre überhaupt erst aufgebaut hat, gemeinsam mit Kirchenkreis-Jugendwartin Ortrud von Möllendorf und bevor sechs Jahre später Roland Scheel als hauptamtlicher Jugendpastor kam. Kuchenbecker hatte zuvor „nebenbei“ noch die Hälfte der Schäfchen, 2000 etwa an der Zahl, am Glindenberg zu versorgen.

Gern erzählt der Theologe heute noch von Schulgottesdiensten, die von den Jugendlichen selbst gestaltet wurden, von Projekten wie „Jenseits vom Öden“ oder „Es fährt ein Zug“. Aufgewachsen in Kiel, in der wilden Zeit der 67/68-er, war es das Diskutieren und Rebellieren, aber von Beginn an auch das engagierte Christentum, das seine Schüler- und Studentenzeit prägte. „Zum Streik beurlaubt“, heißt es in einem Klassenbucheintrag über Dieter Kuchenbecker, als er noch Kieler Stadt-Schulsprecher war.

Ein Austausch-Schuljahr in McVeytown/Pennylvania hat Kuchenbecker tief geprägt, genau wie später das Studium, das er nach seiner Kieler Zeit zum Teil noch beim alten Ernst Bloch in Tübingen und dann an der Clinton-Universität von Yale fortsetzte. „In Tübingen fiel durch unsere studentische Andachtsgruppe, quer zu allen politischen Gruppierungen, die endgültige Entscheidung für die Theologie. Und aus den USA habe ich mitgebracht, was Gemeindearbeit heißt.“ Der Pastor, so kurzgefasst jenes Bild, das Kuchenbecker aus den USA übernommen hat, ist für die Seelsorge und fürs Predigen da. Das organisatorische und soziale Gemeindeleben aber kommt von engagierten Menschen aus der Gemeinde selbst. Das hat er in seinen Pfarrstellen, von Medelby an der dänischen Grenze über Bad Segeberg bis Schlamersdorf auch stets umzusetzen versucht: Der Pastor gibt die Anstöße, das Gemeindeleben kommt von den Beteiligten selbst. Auch die Kontakte in die USA sind für den heutigen Vorsitzenden der Segeberger Amerika-Gesellschaft nie abgerissen. So fährt Kuchenbecker nicht allein alle fünf Jahre zum Ehemaligentreffen nach Yale, sondern noch in diesem Sommer mit 17 Jugendlichen und erwachsenen Begleitern zu einem 250. Kirchenjubiläum nach Littletown Pike, Maryland. Und das alles plötzlich loslassen? Noch im August? „Im ersten halben Jahr werde ich bestimmt nichts tun, gar nichts, um meinem Nachfolger nicht im Wege zu stehen“, sagt Kuchenbecker. Außerdem freut er sich auf die gemeinsame Freizeit mit Ehefrau Hannelore, die als Architektin das Haus in Nehms zu einem Schmuckstück umgebaut hat, und Tochter Irene (16), die jetzt in den 12. Jahrgang des Städtischen Gymnasiums kommt.

Ein Dieter Kuchenbecker, der Kartoffeln pflanzt, Blumen gießt und sonst nichts mehr? Ob das lange gutgeht?

„Aus den USA habe ich mitgebracht, was Gemeindearbeit heißt.“
Dieter Kuchenbecker, Pastor

Lothar Hermann Kullack

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