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Segeberg Ein Stein auf dem Grab der kleinen Teresa
Lokales Segeberg Ein Stein auf dem Grab der kleinen Teresa
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20:25 23.12.2015
Sülfelds Friedhofswart Arne Finnern (l.) und Bernhard Baasch (Firma Kolbe) setzten gestern den Stein auf das Grab der kleinen Teresa, die vor vier Woche tot in einer Plastiktüte an der B 432 gefunden wurde. Quelle: Hiltrop

„Teresa“ steht auf dem schlichten Stein. Die Silhouette eines Schmetterlings ziert ihn. Die Jahreszahl 2015 wird eingerahmt von einem Stern und einem Kreuz, den Symbolen für Geburt und Tod. „Das genaue Datum weiß ja niemand“, sagt Bernhard Baasch vom Natursteinwerk Kolbe und hievt den fast 70 Kilo schweren Granit gemeinsam mit Friedhofswart Arne Finnern auf seinen Platz. Das Grab des am 15. Oktober an der Bushaltestelle an der Bundesstraße 432 in Borstel tot gefundenen Babys hat gestern seinen Stein bekommen.

Unter großer Anteilnahme hatten vor vier Wochen rund 200 Menschen von dem kleinen Mädchen, dem die Kirchengemeinde den Namen Teresa gegeben hat, Abschied genommen. „Heute sind wir Deine Familie“, hatte Pastor Steffen Paar in seiner bewegenden Predigt gesagt. Und wie in einer Familie war auch die Hilfsbereitschaft enorm, dem Baby, das keine Chance bekommen hatte zu leben, eine Beisetzung zu ermöglichen. Die Kirchengemeinde hatte sich dafür eingesetzt, dem kleinen Mädchen wenigstens im Tod die Würde zu geben, die ihm im Leben verwehrt geblieben war. Frauen aus Oering hatten ein Spendenkonto eingerichtet, um die Beerdigung zu finanzieren. Zudem hatten das Bestattungsinstitut Tappenbeck aus Leezen und die Natursteinfirma Kolbe auf einen großen Teil der Kosten verzichtet. Alle berührte das Schicksal von Teresa (benannt nach der heiligen Teresa von Avila) gleichermaßen. „Das geht einem wirklich sehr nahe, vor allem wenn man selber Kinder hat“, sagt Bernhard Baasch.

„Es kommen fast täglich Menschen ans Grab“, weiß Arne Finnern. Sie zündeten eine Kerze an, legten Blumen ab. „Darunter auch ältere Frauen, die vielleicht ihr Kind im Krieg verloren haben, nie darüber sprachen und jetzt einen Bezugspunkt haben.“ Die Grabstätte wird später in Form eines Schmetterlings bepflanzt und soll künftig Platz für stillgeborene Babys sein, auch „Schmetterlingskinder“

genannt. hil

LN

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