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Segeberg Ein Stützkorsett für die alte Brücke bei Herrenmühle
Lokales Segeberg Ein Stützkorsett für die alte Brücke bei Herrenmühle
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00:00 25.10.2012
Segeberg

Es soll damit schnell gehen. Deshalb steht das Thema auch auf der heutigen Sitzung des Hauptausschusses (18 Uhr, Kreistagssitzungssaal) ganz oben an. Wie berichtet ist bei Herrenmühle nördlich der Ortschaft der Neubau einer Brücke durch das Travetal geplant. Die alte Brücke, die bis zur Fertigstellung noch benötigt wird, soll später abgerissen werden. Für den Brückenneubau wird vermutlich ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren schon wegen des empfindlichen Travetals (FFH-Gebiet) notwendig sein.

Die bestehende Brücke ist in sehr schlechten Zustand. Autos dürfen nur im Kriechgang mit Tempo 30 hinüberfahren und nicht schwerer als 3,5 Tonnen sein. Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro hat jetzt ein Kurzgutachten vorgelegt, um die Brücke zumindest für Fahrzeuge bis 16 Tonnen zu stabilisieren. Favorit bei den vorgestellten Varianten zur provisorischen Sicherung der über 140 Jahre alten Brücke für den Verkehr ist ein Stützkorsett mit Stahlverstrebungen und Kanthölzern. Kostenpunkt: etwa

93 000 Euro. Damit würde das Gewölbe durch eine neue Unterschicht-Konstruktion aufgefangen. Die Verwaltung spricht sich laut Vorlage für Stahl aus, statt zum Beispiel die Brücke mit Holz-Pfeilern zu stützen, weil so der „Eingriff innerhalb von fünf Wochen“ vollzogen werden könnte. Die Straße würde auf Stahlstreben und Kanthölzern liegen. Es geht bei der Interims-Lösung darum, noch nennenswerten Verkehr zwischen Schwissel und Klein Gladebrügge durchzulassen, wenn nördlich ein Neubau errichtet wird.

Der Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag, Arne Hansen, kann sich als einsamer Rufer in der Wüste fühlen. In den politischen Gremien konnte er sich nicht durchsetzen. Auch die SPD war nicht auf seiner Seite. Er plädiert für eine dauerhafte Sanierung der alten Brücke. Da reiche doch eine 16-Tonnen-Tragkraft. Er würde in Kauf nehmen, dass die Kreisstraße dafür eine Weile geschlossen bleibe. Hansen kämpft gegen eine neue Brücke. Bis hier ein Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sei, dürften fünf Jahre ins Land gehen, schätzt er: „Das ist ein schwerer Eingriff in das FFH-Gebiet Travetal.“

Kritisiert wird von ihm auch, dass vorher nicht mit Eigentümer der Ländereien gesprochen worden ist. Hansen: „Ich habe angemahnt mit den Anwohnern vorher eine Lösung zu suchen.“ So sei möglicherweise mit Klagen zu rechnen, wenn sich Eigentümer dagegen wehren, dass ihr Privatgrund für den Bau einer Brücke missbraucht werde. Hansen, der sich als Bürgermeister von Klein Gladebrügge im Kampf gegen die A 20 mit Klagen auskennt, warnt: „Wenn man eine Lösung sucht, die ganz lange dauert und sehr teuer wird, dann muss man genau so vorgehen wie der Kreis.“ Bei einer behutsamen Sanierung der alten Brücke wäre ein Planfeststellungsverfahren nicht notwendig. So müssen aber die Bürger mit einer neuen Brücke vor ihrem Haus rechnen, auf der dann 80 Stundenkilometer erlaubt sind, „aber 100 Sachen gefahren werden“.

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