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Ein Teil mehr – und viele machen mit

Bad Segeberg Ein Teil mehr – und viele machen mit

Gestern standen die Ehrenamtler der Segeberger Tafel in Geschäften und warben um Spenden. Die gab’s kistenweise.

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Einen ganzen Einkauf gab Fahrenkruger Klaus-Dieter Hannemann: „Das macht Spaß und ist besser, als irgendwohin 50 Euro zu überweisen.“

Bad Segeberg. . Ein Dose Schmalzfleisch, eine Tafel Schokolade, Backzutaten – sorgfältig lädt Helga Groth Lebensmittel von ihrem Einkaufswagen in den mit dem Hinweisschild der Segeberger Tafel. Die Bornhövederin ist extra ins benachbarte Trappenkamp gefahren, um mit ihrem „Teil mehr im Korb“ die vorweihnachtliche Hilfsaktion zu unterstützen. Es ist Sonnabendmorgen. Die ehrenamtlichen Helfer der Tafel, die sonst in der Bad Segeberger Rosenstraße oder in der Zweigstelle in Wahlstedt stehen, sind ausgeschwärmt. Statt Brot, Milch und andere Lebensmittel an Bedürftige herausgeben, Obst und Gemüse zu sortieren oder herumzufahren, um das einzusammeln, was ihnen an den Hintereingängen der Supermärkte bereitgestellt wird, haben sie sich in den Geschäften postiert, um bei den Kunden Naturalien für die Tafel einzuwerben. Überall im Kreis das gleiche Bild: in Leezen, in Wahlstedt, in Bad Segeberg und Trappenkamp. Egal ob Edeka, Rewe, Penny, Netto, Nahkauf oder wie sie auch heißen – etliche Märkte der Region machen mit.

LN-Bild

Gestern standen die Ehrenamtler der Segeberger Tafel in Geschäften und warben um Spenden. Die gab’s kistenweise.

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Spendenkonto

Empfänger: Segeberger Tafel e.V.

Konto: Sparkasse Südholstein

DE87 2305 1030 0000 0901 90 Verwendung: Spendenaktion Hilfe im Advent

Die Namen der Spender werden veröffentlicht soweit bei der Überweisung nicht „anonym“ angegeben wird.

Bei Helga Groth sind es letztlich ein paar Dinge mehr geworden, die sie in den Korb der Tafel gelegt hat. „Ach, ich stelle mir vor, dass diejenigen, die nicht so viel haben, jetzt in der Adventszeit auch Freude am Plätzchenbacken haben, darum Zucker und Mehl.“ Zeitgleich in Wahlstedt: „Kommen Sie mal mit an die Kasse“, fordert Klaus-Dieter Hannemann die Tafelhelferinnen Sigrid Baier und Brigitte Schröder freundlich auf. Stück für Stück schiebt er das, was vom Band kommt, in den großen Drahtkorb. Kaffee, Tee, Dosen, Kekse – einen kompletten Einkauf. 58 Euro und ein paar Cent zeigt die Kasse danach. „Ehrlich gesagt habe ich an dieser Aktion viel mehr Spaß, als wenn ich 50 Euro als Spende irgendwohin überweise.“ Anschließend entspinnt sich ein nettes Gespräch unter den dreien.

Edelgard Schreiner, eine ältere Dame, packt beinahe genau so viel in die Tafelkiste, wie sie selbst nach Hause trägt: „Es ist wichtig und es müsste noch viel mehr getan werden.“ Wie sie kennen viele die Segeberger Tafel, haben eine vage Vorstellung von dem, was sie anderen bedeutet. „Man denkt ja manchmal auch, dass man selbst in eine Situation kommen könnte, in der man Hilfe braucht. Außerdem gebe ich lieber für Einrichtungen in der Nähe statt so eine Riesenorganisation“, sagt Angela Hamann aus Leezen. Sigrid Baer aus Fahrenkrug pflichtet ihr bei: „Tolle Idee, man bekommt vor Ort die Gelegenheit zu helfen.“

Das hat sich auch eine Gruppe von Schülern des Städtischen Gymnasiums gedacht. Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unterstützen sie die Ehrenamtler an diesem Tag an allen fünf Bad Segeberger Stationen. „Es ist schon ungewohnt, die Leute anzusprechen, aber ich habe kein Problem damit.“ Unermüdlich lächelt die 16-jährige Miriam Gerull die Kunden an und bittet um ein Teil für die Tafel. Viele geben, manche ignorieren sie aber auch. „Das gehört dazu“, weiß Christine Winter. „Kaufen Sie, was Ihnen ihr Herz eingibt, Haferflocken, Nudeln, Marmelade – wir können alles gebrauchen“, wird auch die Setherin nicht müde, die Kunden eines Discounters in Leezen freundlich anzusprechen.

Allerorts stapeln sich in vier Stunden die gefüllten Kisten und machen einen Tag vor dem ersten Advent deutlich, dass ein kleines Teil mehr in der Summe ein wirklich große Sache werden kann: „Im vergangenen Jahr hatten wir zwischen 120 und 150 Stück“, erinnert sich Christine Winter. „Diese Zeit ist eine ganz üppige für die Segeberger Tafel“, freut sich die Mitbegründerin über den Zuspruch.

Heike Hiltrop

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