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Segeberg Ein Zuhause mit Betreuung rund um die Uhr
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18:16 18.06.2016
Herrmann Petersen (78) liebt es in seinem Fernsehsessel zu sitzen. Er freut sich auf die Fußball-EM. Er wird sich die Spiele im Fernsehen anschauen, dazu wird es Wiener-Würstchen geben, die ihm seine Tochter Bettina Buthmann vorbeibringen wird. Quelle: Fotos: Silvie Domann

Möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben, ist der größte Wunsch vieler Senioren. Erst wenn es nicht mehr geht, wird in eine Pflegeeinrichtung gezogen. So sind es häufig Schwerst-Pflegeeinrichtungen und der Altersdurchschnitt liegt jenseits der 85 Jahre.

Wer nicht mehr alleine zu Hause leben kann, für den ist ein Pflegeheim oft genau die richtige Alternative.

Herrmann Petersen aus Rickling ist eine Ausnahme, entspannt liegt er in seinem Fernsehsessel und zappt durch die TV-Programme. Seit August 2015 wohnt der 78-Jährige im Johannes-Voigt-Haus in Rickling. Sein Zimmer hat er sich teilweise mit eigenen Möbeln eingerichtet, Familienfotos hängen an den Wänden.

Nach einem weiteren Schlaganfall lautete die ärztliche Empfehlung: Nicht mehr alleine wohnen. Nach dem Tod seiner Frau hatte Petersen fast drei Jahre alleine in seinem Haus gelebt. „Wir hatten eine Putzfrau, eine ambulante Pflege und ich selbst habe täglich mehrmals nach meinem Stiefvater geschaut“, erzählt Bettina Buthmann. Doch nach dem letzten Schlaganfall, habe ihr Vater nicht mehr stehen können; teilweise ist er gelähmt. Sie habe sich dann um eine Kurzzeitpflege gekümmert und innerhalb einer halben Stunde die Zusage bekommen, dass ihr Vater ins Gästezimmer des Altenpflegeheims ziehen könne. Zimmer und Heim haben dem ehemaligen Mitarbeiter der Stadtwerke Neumünster so gut gefallen, dass er nach einigen Tagen zu seiner Tochter meinte, sie könne nach vorne gehen und sich um ein Zimmer kümmern. „Ich habe das für einen Scherz gehalten und erst einmal nichts gemacht“, erinnert sich die 56-Jährige. Als ihr Stiefvater aber den Wunsch mehrfach wiederholte, befolgte sie ihn. „Mir geht es hier gut, ich muss mich um nichts kümmern“, betont ihr Stiefvater und schmunzelt. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung für ihren Vater sei ihr wichtig, die hätte sie nicht leisten können.

Nach dem Umzug in die Pflegeeinrichtung stand für Petersen bald fest, dass große Haus zu verkaufen. „Es hat 160 Quadratmeter gehabt, es musste so groß sein, ich habe gerne getanzt“, erzählt der Senior. Mit dem Verkauf konnte er das Thema Zuhause abschließen. „Meine Frau bekomme ich nicht mehr zurück. Ich vermisse hier nichts, ich fühle mich hier wohl, das ist nun mein Zuhause.“

Das ist nicht verwunderlich, seine Tochter kommt täglich vorbei, plaudert mit ihm, gießt die Blumen und bringt Würstchen für den Fernsehfußballabend vorbei. Dazu gehört dann auch mal ein Glas Alkohol. Ebenso darf die Nachmittagszigarette nicht fehlen, die raucht Petersen auf seinem Balkon, da ist Rauchen erlaubt. Ehemalige Nachbarn und die Großfamilie kommen regelmäßig zu Besuch, doch Petersen hat auch Kontakte zu anderen Bewohnern geknüpft. „Mein Vater hat in seinem Haus sehr zurückgezogen gelebt, ist kaum noch hinausgegangen, das hat sich nun verändert“, erzählt die Tochter. Das wird auch mit an seinem Elektro-Rollstuhl liegen, mit dem er nicht nur durch die Gänge des Pflegeheims fährt, sondern auch in Rickling unterwegs ist. Und demnächst will er auch am Heim-Ausflug teilnehmen.

„Nur singen will ich nicht, es reicht die Singenden von meinem Balkon aus zu hören“, sagt Petersen verschmitzt. „Er ist gern für sich“, so die Tochter. Doch nun ist erst einmal die Fußball-EM mit Würstchen angesagt.

Tipps für die richtige Einrichtung

Die Auswahl eines Pflegeheimes ist ein schwieriges Thema. Tipps gibt Ulrich Mildenberger, Leiter des Pflege Stützpunktes im Kreis Segeberg. Harte und weiche Fakten sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. Standort und Lage des Heimes, Größe der Einrichtung, Ausstattung, pflegerische Angebote, Größe des Zimmers, Umgebung, Infrastruktur und Preise gehören zu den harten Fakten und sind gut recherchierbar. Das ist bei den weichen Faktoren schwieriger. Das sind unter anderem Atmosphäre, Umgang mit den Bewohnern und mit Kritik, Umgangston, Wertschätzung, Interesse am potenziellen Bewohner und Offenheit. Wirkt die Einrichtung mehr wie ein Krankenhaus oder ist es ein Zuhause. Und so rät Mildenberger, sich Zeit zu nehmen, um diese weichen Fakten zu erkunden. Zum Beispiel mit Bewohnern, dem Heimbeirat oder anderen Angehörigen reden, viel fragen. sd

Silvie Domann

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