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Segeberg Ein blühendes Ökogärtchen mitten in der Fußgängerzone
Lokales Segeberg Ein blühendes Ökogärtchen mitten in der Fußgängerzone
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21:54 18.06.2018
Natur-Oase in Bad Segebergs Fußgängerzone: Die BUND-Kreisgruppe, hier mit Arno Schäte, Dr. Herwig Niehusen, Klaus-Dieter Haß, Dr. Heike Sütterlin, Wolfgang Spengler, Ingrid Niehusen und Olaf Falk, wirbt mit ihrem Gärtchen an der Hamburger Straße im Rahmen der „GrünZone“ für naturnahe Gärten.
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Bad Segeberg

Der Geheimtipp mit der Mini-Blumenwiese muss sich wie ein Lauffeuer im Kreise der Bienen, Wildbienen und Hummeln „herumgesprochen“ haben. Nicht anders ist zu erklären, dass sich auf den wenigen Quadratmetern, mitten in der Innenstadt, plötzlich so viele Insekten tummeln. Phacelia, Lungenkraut, Borretsch,Thymian und andere Insektenfreunde sind hier auf der Oase zu finden. Gleich daneben wachsen Erdbeeren, Kohlrabi und anderes Gemüse. Ein Schild mit dem Hinweis auf den naturnahen Garten erklärt auch den „Totholzhaufen“ – ein Muss in jedem Ökogarten.

Hier blüht es, hier brummt es. Hummeln und Bienen schwirren herum. Am Beetrand liegt altes Bruchholz: Dieses unkonventionell gestaltete Beet sticht heraus aus den sauberen Grünflächen in der „GrünZone“ der Hamburger Straße. Der BUND wirbt für naturnahe Gartengestaltung.

Der fortschreitende Verlust an Artenvielfalt, vor allem das Insektensterben, haben die Naturschützer alarmiert. Olaf Falk und Heike Sütterlin vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind mitverantwortlich für die Anlage und Pflege des Beetes. Zwar sind die Erdbeeren von Vorbeigehenden längst vernascht worden, aber das sehen die Naturschützer eher als positiven Nebeneffekt. Zudem gibt es durch den kleinen Vorzeige-Ökogarten zahlreiche Nachfragen von Bürgern, die sich durch die Blumenwiese animiert fühlen, etwas Ähnliches in ihrem eigenen Garten anzulegen.

„Wenn viele Grundbesitzer mitmachen und ihre Gärten naturnah gestalten, ist das auch ein Weg, um gegen das Bienensterben vorzugehen“, meint Olaf Falk. Er ist Mitglied im Vorstand der BUND-Kreisgruppe Segeberg. Neben der gesetzlichen Beteiligung der Kreisgruppe bei Flächennutzungs- und Bebauungsplänen steht beim BUND auch die praktische Naturschutzarbeit im Vordergrund. So werden von der Kreisgruppe jeweils eine Streuobstwiese, eine Feuchtwiese und eine Kiesgrube betreut. Aber es gehört auch zur Naturschutzarbeit dazu, dafür zu werben, dass Gartenbesitzer zumindest teilweise ihr Grün naturnah gestalten. Vor allem die Wildbienen müssen geschützt und gefördert werden, fordert Falk. Gerne würden die Naturschützer in Bad Segeberg wieder eine Ortsgruppe gründen, aber noch fehlen hier genügend Aktive.

Wer Fragen zum naturnahen Garten in der Fußgängerzone hat oder den Naturschutzverband durch praktische Naturschutzarbeit unterstützen möchte, kann über Telefon 04551/959180 oder per E-Mail an segeberg@bund-shn.de Kontakt aufnehmen.

 Von Wolfgang Glombik

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