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Segeberg Ein „duftes“ Neujahrskonzert
Lokales Segeberg Ein „duftes“ Neujahrskonzert
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18:20 02.01.2016
Anne Friedemann vom Orgelbauverein verteilt Pfeifenputzer mit Duft, hier ist es Rose. Insgesamt wurden 750 Duft-Stäbchen ausgegeben.

Das Neujahrskonzert mit dem Thema „Duftnoten“ in Bad Segebergs Marienkirche hatte einiges zu bieten: Spielhalle, katholischer Festgottesdienst und wissenschaftlicher Vortragsort. Verschiedenste Musikstücke erklangen auf der Orgel und verdeutlichten die Vielfältigkeit des Instrumentes. Am Ende des Konzerts waberte ein umfangreicher Duftpotpourri von Rose, Pfefferminz, Weihrauch und Mandel durch die Kirche.

Bereits im Eingang hatte den etwa 150 Besuchern ein Spielcasinoflair entgegengeweht, als der Eintrittspreis mit zwei Würfeln ermittelt wurde. „18 Euro für drei Personen“, freute sich eine Zuhörerin.

Das war günstig. Das besondere und ungewöhnliche Konzert war der Auftakt einer Reihe von Benefizveranstaltungen, die sich die Kreativgruppe des neugegründete Orgelbauvereins ausgedacht hat. Etwa eine Million Euro soll die neue Orgel voraussichtlich kosten. Viele spendable Helfer sind da erforderlich. Um das Interesse für die Orgel auf ein breites Fundament zu stellen, haben sich die Vereinsmitglieder außergewöhnliche Konzertideen einfallen lassen. Und so stand zu Neujahr die Kombination von Musik und Duft im Vordergrund, ein Konzertgenuss für wahrlich mehrere Sinne.

Kreiskantor Andreas J. Maurer-Büntjen spielte zum Beispiel „Wilde Rosen“ von Johann Strauß (Sohn). Mitglieder der Kreativgruppe hatten zuvor Pfeifenputzer mit Rosenduft in den Bankreihen unter den Besuchern verteilt. Das Musikstück erinnerte an eine Jahrmarktsorgel, und verbunden mit dem Rosenduft entstanden Bilder von einem Sommertag mit alten Karussellen mit springenden Pferden und Kutschen.

Weitere getränkte Pfeifenputzer wanderten durch die Reihen der Besucher, einige von ihnen nutzten diese, um Figuren daraus zu knoten. Tassen mit gemahlenem Kaffee wurden bei der „Kaffee-Kantate“ von Johann Sebastian Bach gereicht, bei „Claire de lune“ von Louis Vierne verströmte Weihrauch seinen würzigen Duft. Löste der bei einigen Zuhörern einen Hustenreiz aus, sorgte er bei anderen für Entspannung und Meditation. „Weihrauch, der Duft der Götter“, sei nicht nur Heilmittel, sondern vertreibe auch böse Geister und Hexen in den Rauhnächten, erzählte Nadja Dähn von der Kreativgruppe.

Sie rezitierte nicht nur das Gedicht über den Rosenduft von Rainer Maria Rilke, sie erzählte auch einige erhellende Erkenntnisse aus der Wissenschaft. So ging sie zum Beispiel auf die Bedeutung der Farbe Blau ein. Noch interessanter waren die Ergebnisse des Duftforschers Hanns Hatt. Zwei der 250 Geruchsrezeptoren des Menschen hat der Zellbiologe bereits identifiziert: die für Maiglöckchen und Meeresbrise. Auch arbeitet er an der Blockierung der Rezeptoren durch Antidüfte.

Pfeifen suchen Paten
Auch mit einer Orgelpfeifen-Patenschaft für eine der etwa 3000 Pfeifen kann man den Orgelneubau unterstützen. Ab 120 Euro ist eine Patenschaft möglich. Die erste haben Volker und Maria Eckstein für 2000 Euro übernommen: Infos: www.orgel-segeberg.de

Silvie Domann

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