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Segeberg Ein neuer Treffpunkt für junge Mütter
Lokales Segeberg Ein neuer Treffpunkt für junge Mütter
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00:43 02.07.2016
Karen Callsen (l.), Leiterin der Beratungsstelle in der Schillerstraße, und Pädagogin Nadja Ehlers beraten die Frauen. Quelle: Materne

Bei der Geburt des ersten Kindes sind Frauen in Deutschland im Schnitt fast 30 Jahre alt. Werdende Mütter Anfang 20 oder gar im Teenageralter haben es entsprechend schwerer, Gleichaltrige zu finden in Geburtsvorbereitungskursen oder ähnlichen Angeboten für Mütter mit Kleinkindern. Deshalb hat die Beratungsstelle Pro Familia in Bad Segeberg speziell für diese Frauen einen Treffpunkt geschaffen, bei dem sich Schwangere und junge Mütter bis 25 Jahre austauschen und professionellen Rat holen können: den „Mamma Mia Montagstreff“.

Die Beratungsstelle von Pro Familia in der Schillerstraße 14 a wirkt fast wie eine normale Wohnung. Ungezwungen. Im Gruppenraum haben Leiterin Karen Callsen und Pädagogin Nadja Ehlers einen Kreis aus Stühlen aufgestellt, in der Mitte stehen Gebäck und Getränke. Der Boden ist mit Teppich ausgelegt. Hier können auch Kleinkinder krabbeln und spielen, wenn ihre Mütter über normale Alltagsfragen oder Ängste und Probleme reden. „Wir versuchen, die Hemmschwelle ganz niedrig zu halten“, sagt Karen Callsen. Die Beraterin kennt die Probleme vieler junger Mütter und Schwangeren. „Sie führen oft ein ganz anderes Leben als ihre gleichaltrigen Freundinnen.“ Mit viel mehr Verantwortung für ein kleines Kind, während die Freunde abends ausgehen oder spontan wegfahren.

Beim „Mamma Mia Montagstreff“ jeden ersten und dritten Montagnachmittag von 14.30 bis 16 Uhr sollen die jungen Frauen Gelegenheit bekommen, sich auszutauschen – über Schwangerschaft, die Geburt, das erste Lebensjahr des Kindes. Oder etwas ganz anderes. „In erster Linie geht es darum, Kontakte zu knüpfen mit Gleichaltrigen“, betont Nadja Ehlers. „Und wenn nötig, können sie auch eine Beratung bekommen“, ergänzt Callsen. Auch unter vier Augen.

Häufig, so hat Callsen es beobachtet, stünden diese jungen Mütter auch ohne Partner da. Da könne man sich schon mal überfordert fühlen. Die Beraterinnen können Hilfe vermitteln und die Frauen sich gegenseitig mit Erfahrungsaustausch stärken. Junge Mütter stünden oft auch unter kritischer Beobachtung, würden vom Umfeld bevormundet, fügt Nadja Ehlers hinzu. Oder schlimmer noch: blöd angemacht, wie es Schülerinnen des Projektes „Eltern auf Probe“ erlebt haben. Dabei simulieren Teenager einige Tage lang das Leben als Eltern mit einer Babypuppe, die sich bemerkbar macht, wenn sie Hunger oder Bauchweh hat, Zuneigung verlangt oder gewickelt werden muss. „Wenn die Schüler dann draußen mit dem Kinderwagen unterwegs waren, bekamen sie öfter zu hören, wie man denn so jung Eltern werden könne“, berichtet Callsen. Probleme, die etwas ältere Mütter vielleicht nicht nachvollziehen können.

Der „Mamma Mia Montagstreff“ soll erst einmal dieses Jahr angeboten werden, um den Bedarf auszuloten. Das Angebot wird vom Landesprogramm Schutzengel vor Ort mit knapp 1400 Euro und der Sparkasse Südholstein mit 400 Euro gefördert. Den Rest trägt Pro Familia. Seit April gibt es die Treffen, Schwangere und junge Mütter bis 25 mit Kindern bis zu zwei Jahren können jederzeit dazukommen. „Und wer beim ersten Mal die Freundin mitbringen will, kann auch dies tun“, ermutigt Karen Callsen junge Mütter.

Das nächste Treffen ist am 4. Juli, 14.30 Uhr, in der Bad Segeberger Beratungsstelle in der Schillerstraße 14a.

 nam

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