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Segeberg Ein neues Schmuckstück im Bootshaus
Lokales Segeberg Ein neues Schmuckstück im Bootshaus
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23:12 19.09.2016
Christel Langbehn ist mit ihren 80 Jahren die älteste aktive Ruderin, Matteo (11) einer der jüngsten Sportler im Segeberger Ruderclub. Quelle: Fotos: Petra Dreu

13000 Euro sind eine Stange Geld für einen Verein wie den Segeberger Ruderclub von 1926, der am Sonntag ein neues Boot in seine Dienste stellen konnte. Mit einer Piccolo-Flasche Sekt und großem Bahnhof wurde der Gig-4er mit Steuermann auf den Namen „Manitu“ getauft. Gemeinsam mit den anderen Vereinsbooten wurde „Manitu“ anschließend bei einer Ruderregatta auf dem Großen Segeberger See getestet.

Möglich wurde die Neuanschaffung durch Fördermittel des Landes- und des Kreissportverbandes und einen Zuschuss der Stadt Bad Segeberg. 30 Prozent der Anschaffungssumme steuerte der Verein aus Eigenmitteln bei. „Ohne die Fördermittel könnten wir uns ein solches Boot nicht leisten“, sagt Joachim Hauschildt. Er muss es wissen, denn als Kassenwart hat er die Finanzen des inzwischen 90-jährigen Vereins im Blick.

Und er kennt die Vorzüge des neuen Ruderbootes. „Es hat einen Tiefeinstieg und ist somit auch für ältere Ruderer bestens geeignet“, so Hauschildt, der damit einen der größten Vorteile des Rudersports anspricht: Weil es keine ruckartigen Bewegungen gebe, sei das Rudern besonders gelenkschonend. Es steigere das Koordinationsvermögen, trainiere den Gleichgewichtssinn, beanspruche sämtliche Muskelgruppen und könne nicht nur von Jugendlichen, sondern eben auch problemlos von Senioren ausgeübt werden.

Bestes Beispiel dafür ist Christel Langbehn, die trotz ihrer 80 Jahre immer noch im Ruderboot auf dem Segeberger See unterwegs ist. Vor mehr als 30 Jahren ist sie durch ihren Sohn und ihre Schwiegertochter zum Ruderclub gekommen. „Alle sind heute noch dabei. Das ist einfach ein herrlicher Sport“, sagt die Seniorin, die selbst junge Ruderer mit ihrer Kondition verblüfft. „Christel ist die Erste, die schreit, wenn ihr die Ruderstrecke nicht weit genug war. Sie will keine Kaffeefahrt, sondern Sport machen“, erzählt Joachim Hauschildt lachend.

Fast sieben Jahrzehnte jünger ist Matteo Mandelkow (11), der mit dem Rudern begonnen hat, weil sein Vater in seiner Jugend ebenfalls im Ruderboot seine Runden auf dem See gedreht hat.

Seine ersten beiden Rennen im Einer hat er bereits hinter sich. Alle beiden hat er gewonnen. Mit Robin Hamann und Lukas Schöttler sind weitere Ruderer mit Zukunft im Segeberger Ruderclub aktiv. Zu ihnen gehört auch Eric Bruhn, der bei den Deutschen Meisterschaften 2015 eine Bronzemedaille im Achter mit nach Hause gebracht hat. Auch Tim Kraus aus Todesfelde, der bei den U 23-Weltmeisterschaften dabei war, hat das Rudern in Bad Segeberg gelernt. Für Vorstandssprecher Eike Schmidt haben die Organisation des Rudertrainings und das gestärkte Koordinationsvermögen nicht nur auf die körperliche Fitness Auswirkungen gehabt. „Als ich mit dem Rudern anfing, habe ich mich schlagartig in der Schule verbessert“, erzählt er.

Segeberger Ruderclub: Sport bis ins hohe Alter

120 Mitglieder im Alter von zehn bis 90 Jahren hat der Segeberger Ruderclub von 1926 zurzeit. 40 Prozent seiner Mitglieder sind unter 20 Jahre alt. Dann gibt es eine dünne Mitte, die bei der Altersstruktur ab 50 Jahre erheblich ansteigt. Der Club verfügt über 30 Ruderboote, die nur bei tiefen Temperaturen im Bootshaus bleiben. Ist es für eine Fahrt auf dem Segeberger See zu kalt, halten sich die Clubmitglieder mit Trockenrudergeräten fit. Zu finden ist der Segeberger Ruderclub im Winklersgang 4 direkt am Seeufer.

Neben einer einmaligen Aufnahmegebühr zahlen Erwachsene einen Monatsbeitrag von 19 Euro, Schüler sind mit 13 Euro dabei. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.segeberger-ruderclub.de. pd

 Petra Dreu

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