Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Ein offenes Haus mit Platz für viele Möglichkeiten
Lokales Segeberg Ein offenes Haus mit Platz für viele Möglichkeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:20 03.07.2013
Von Ursula Kronlage

Sie kam, schaute sich um und war schlichtweg begeistert. „Ich staune über dieses offene Haus“, sagte Eka von Kalben gestern bei einem Besuch der Jüdischen Gemeinde Segeberg. Eine recht große Gemeinde im Vergleich zu jenen in Pinneberg und Elmshorn, die von Kalben — sie wohnt in Pinneberg — schon kennt. Welche Religionen leben im nördlichen Bundesland, wie gehen sie miteinander und mit anderen Konfessionen um, welche Themen beschäftigen sie? Das sind Fragen, die die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kieler Landtag und religionspolitische Sprecherin im Gespräch mit Vertretern der religiösen Gemeinschaften bei ihren jeweiligen Besuchen erörtern will.

Anlass sind aber auch die anstehenden Etatberatungen im Landtag, denn die jüdische Gemeinde hat eine Aufstockung ihres Haushaltsansatzes beantragt. „Und wir wollen doch auch sehen, wohin das Geld geht“, betonte Eka von Kalben. Zurzeit stehen den zwei jüdischen Gemeinschaften im Land — eine liberalere und eine orthodoxe — insgesamt 420 000 Euro zur Verfügung. Jede bekommt einen Sockelbetrag von zehn Prozent, der Rest staffelt sich entsprechend den Mitgliederzahlen.

„Wir brauchen mehr Geld, um unseren Rabbiner öfter hier zu haben“, begründete Walter Blender, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, des Landesverbandes und Mitglied im Zentralrat der Juden Deutschlands. Landesrabbiner Walter Rothschild lebt in Berlin und betreut zurzeit fünf Gemeinden; das Geld reicht aber nur für eine Viertelstelle. „Wir brauchen ihn öfter, auch für Hochzeiten und Beerdigungen“, zählte Blender auf.

Bei einem Rundgang führte Blender die Grünen-Politikerin und ihre Mitarbeiter Claudia Jacob und Thorsten Berndt durch die drei Geschosse, erklärte ihnen die Bedeutung der Mikwe (ein rituelles Tauchbad), den Aufenthaltsraum mit Billardtisch und Tischfußball, zeigte ihnen die Bibliothek. Auch ein Gang in die Küche musste sein, hier wird koscheres Essen zubereitet, das heißt, dass Milchiges nicht mit Fleischigem vermischt werden darf. Deshalb muss in der Küche alles doppelt vorhanden sein, wie zwei Herde, zwei Kühlschränke, zwei Spülen und entsprechendes Geschirr.

Blender beschrieb der Politikerin das problemlose Miteinander innerhalb der Stadt und zwischen den Konfessionen. „Es gibt hier keine Hakenkreuze und keine Schmierereien“, hielt er fest. Und führt das auf das offene Haus zurück. Besonders beeindruckt hat Eka von Kalben, dass jugendliche Straftäter bei der jüdischen Gemeinde soziale Arbeit leisten. Es seien entweder junge Leute, die damit eine Strafe umgingen oder junge Straftäter im Freigang, erklärte Blender, der bei der Kriminalpolizei arbeitet.

Zurzeit hat die jüdische Gemeinde etwa 200 Mitglieder, von ihnen kommt ein großer Teil aus Osteuropa.

Ursula Kronlage

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Die Ulze“ kam bei der Stiftung Lebendige Stadt unter die ersten 20 von 631 internationalen Bewerbern.

03.07.2013
Segeberg Geschendorf/Mönkhagen - Neugierige Kühe an der Autobahn

Da konnten sich die Radiomoderatoren gestern kurz nach 6 Uhr beim Verkehrsfunk ein hörbares Schmunzeln nicht verkneifen. Sie warnten vor „einer Kuh auf der A 20 zwischen Geschendorf und Mönkhagen“.

03.07.2013

Landrätin und Kreis-Ausländerbehörde appellieren, schnell Wohnungen für Asylbewerber anzubieten.

03.07.2013
Anzeige