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Segeberg „Ein toller Mensch ist von uns gegangen“
Lokales Segeberg „Ein toller Mensch ist von uns gegangen“
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22:27 18.10.2013
„Das ist die neue Viererkette“, sagte Uwe Seeler, als er Willumeit mit Roman Köster (l.) und Ex-Nationalspieler Max Lorenz (r.) zum 70. gratulierte.
Bad Segeberg

Einen wie ihn musste man einfach lieb haben, hieß es gestern oft. Groß ist die Trauer, nachdem die LN vom Tod Dr. Günter Willumeits berichteten. Der beliebte Künstler war am Donnerstag nach schwerem Krebsleiden zu Hause in Bad Segeberg gestorben.

„Das ist ein trauriger Tag für Bad Segeberg“, sagte Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) sichtlich bewegt. Willumeit sei nicht nur ein hervorragender Botschafter des Humors gewesen, „sein Tod ist ein großer Verlust für die Stadt“. Ebenso wie Schönfeld betonten andere das große soziale Engagement des Verstorbenen. Marlies Borchert, Geschäftsführende Gesellschafterin der Segeberger Kliniken, sagte den LN: „Günter Willumeit war unserem Unternehmen und auch mir ganz persönlich immer sehr zugetan. Uns verband eine gemeinsame Herkunft als Flüchtlingskinder aus Ostpreußen.

Unvergessen bleibt für mich sein soziales Engagement, wenn er zu Gunsten unseres Kinderhospizes auftrat. Das lag ihm sehr am Herzen.“ Sie habe auch den ernsthaften Menschen hinter dem Comedian kennengelernt, der sich viele Gedanken machte.

„Günter passte einfach ins Leben, es tut weh, dass er nicht mehr da ist“, sagte sein Freund Carlo von Tiedemann, der Willumeit mehr als 40 Jahre kannte. „Günter war unglaublich tapfer.“ Auch HSV-Legend Uwe Seeler ist traurig, er hatte Günter Willumeit noch vor einer Woche im Krankenhaus besucht. „Wenn die Ärzte sagen, da sei nichts mehr zu machen, da muss man schon ganz schön schlucken. Es ist so traurig für uns.“ So geht es auch Gregor Wintersteller. Der bekannte Lübecker Juwelier (Mahlberg) war oft mit Günter Willumeit, Uwe Seeler und den Familien zusammen. „Er war ein Profi als Humorist, aber auch in ganz privater Gesellschaft hat man ihn geliebt.“

Wilfried Jendis vom Kleinen Theater in Wahlstedt kennt Günter Willumeit noch aus der Schulzeit. „Der gesamte Kulturring und ich sind sehr traurig. Bis zum Schluss hat er unsere Vorstellungen besucht.“ Guido Eschholz, Direktor des Vitalia Seehotels, trauert um einen „guten Freund des Hauses“. Die Nachricht vom Tod Willumeits habe ihn tief bestürzt, „ein toller Mensch ist von uns gegangen“.

Auch Segebergs Politik zeigte sich erschüttert. „Ein echter Segeberger und großer Künstler ist gegangen. Ich bin traurig, aber unendlich dankbar für sein unermüdliches Wirken“, so Gero Storjohann (CDU- MdB). Joachim Wilken-Kebeck (SPD-Fraktion) sagte: „Ich bin sehr traurig, vor allem, weil er nicht schlicht eingeschlafen ist, sondern leiden musste.“ Er erinnert an Willumeits große Hilfsbereitschaft. „Damals nach der Wende, als es um ein Benefizkonzert für Estland ging, war er sofort dabei.“ Claus-Peter Dieck (CDU-Fraktionschef im Kreistag): „Durch seine lebensfrohe Art hat er den Menschen viel gegeben. Sein Tod tut mir wirklich weh“. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schnabel kennt Willumeit aus Studentenzeiten: „Wenn wir abends in den Kneipen gesessen und die Welt verbessert haben, war er oft dabei.“ Annelie Eick (Grüne) betont, Willumeit habe viel für die Region getan. Thomas Wilken, Vorsitzender der Piratenfraktion, fühlte sich, wenn Willumeit den ostpreußischen Dialekt hervorholte, an die Heimat seiner Großeltern erinnert. „Er ist zu früh gestorben.“ Und Bürgervorsteherin Ingrid Altner stockte der Atem, als sie vom Tod Willumeits las. „Er hat menschliche Schwächen und Eitelkeiten parodiert, ist aber nie verletzend geworden.“

Die Trauerfeier für Dr. Günter Willumeit ist am kommenden Freitag. Er wird in seiner Heimatstadt Bad Segeberg beigesetzt. jhw/urs

LN

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