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Einblicke in den Alltag von Behinderten in Bad Segeberg

Bad Segeberg Einblicke in den Alltag von Behinderten in Bad Segeberg

Glücksmomente und Hürden: Neue Ausstellung im Rathaus eröffnet – Preisverleihung zum Fotowettbewerb der Behindertenbeauftragten.

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Einblicke in das Leben Behinderter: „Schaukeln ins Glück“ nennt Manuel Marotzke diese Aufnahme vom Sport an der Trave-Schule.

Bad Segeberg. Das Leben in Bad Segeberg aus dem Blickwinkel von Behinderten lautete das vorgegebene Thema des Fotowettbewerbs, den Marianne Böttcher, Behindertenbeauftragte der Stadt, ausgerufen hatte. 28 Bilder wurden bis Ende September bei ihr eingereicht, die nun in der Galerie des Rathauses ausgestellt sind. Gestern wurden die Sieger gekürt.

LN-Bild

Glücksmomente und Hürden: Neue Ausstellung im Rathaus eröffnet – Preisverleihung zum Fotowettbewerb der Behindertenbeauftragten.

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„Die Ausdrucksstärke der Fotos stand im Fokus, es ging nicht um den künstlerischen Wert der Bilder.“ M. Böttcher, Behindertenbeauftragte

Hürden, wie Treppen zu Geschäften oder rauf zum Kalkberg, sind abgebildet, aber auch zahlreiche positive Beispiele für das Leben mit Behinderungen in Bad Segeberg: Eine Szene vom Kindervogelschießen im Sommer. Der kleine Pierre Hasselwander sitzt im Rollstuhl, umgeben von Jugendlichen. Das Siegerfoto. Eine Momentaufnahme, ungestellt. Technisch gäbe es sicher einiges an dem Bild auszusetzen. „Es ging nicht um den künstlerischen Wert“, sagt Marianne Böttcher, die auch Mitglied in der Jury war. „Im Fokus stand die Ausdrucksstärke.“

In fünf Detailbildern hat Lina Funk den Alltag im Café Spindel dargestellt. „Dort hab ich ein Praktikum gemacht“, sagt die junge Frau, die selbst hörgeschädigt ist. „Es ist schön, wie dort Nicht-Behinderte und Behinderte zusammentreffen“, sagt Lina Funk, die eine abgeschlossene Fotografenausbildung hat. Ihre Collage ist wohl die technisch beste Arbeit. Mit 200 Euro wurde das Bild prämiert. 300 Euro gab es für das Siegerfoto. Den dritten Platz (100 Euro) teilen sich Manuel Marotzke und Detlef Dreessen. „Beide Bilder haben eine gleichwertige Aussage“, begründet Böttcher. Sie zeigen die Lebensfreude, die natürlich auch Menschen mit Behinderungen erleben: Der lachende Junge mit Down-Syndrom beim Sport an der Trave-Schule in Marotzkes Bild und bei Dreessen, das tanzende Paar – einer im Rollstuhl, die Partnerin auf den eigenen Beinen.

Jeweils zehn Euro erhielten die Fotografen der Plätze fünf bis zehn – ohne spezielle Reihenfolge. „Das Preisgeld wurde hauptsächlich von der EWS gesponsort“, ist die Behindertenbeauftragte dankbar.

Es sind Detailaufnahmen im Alltag mit körperlichen Einschränkungen. Die Tür einer Gehbehinderten: Wo bei einigen die Schirme in einem Ständer stehen, sind es hier die Krücken. Silke Jensen hat eine Trilogie eingereicht vom Einkauf bei Nahkauf in der Südstadt: Breite Gänge, ein Stuhl zum Verschnaufen und ein Einkaufsrollator stehen hier zur Verfügung. Ihr Glück im Schöpfungsgarten hat Yvonne Huppert aufgenommen. „Wie ein eigener Garten“ hat sie, die im Rollstuhl sitzt, das Bild untertitelt.

Trotz aller Widrigkeiten, die körperliche Einschränkungen im Alltag bedeuten, zeigt die Ausstellung vor allem positive Momente – noch zu sehen bis 3. Dezember. Mit dem Mittel der Fotografie sollten Behinderte ein Sprachrohr für ihre Sicht der Dinge erhalten. Das Rathaus, Lübecker Straße 9, ist geöffnet von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und am Donnerstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr.

Nadine Materne

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