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Segeberg Einbrecher gehen jetzt auch in kleinen Dörfern auf Beutezug
Lokales Segeberg Einbrecher gehen jetzt auch in kleinen Dörfern auf Beutezug
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20:38 30.12.2015
Es gibt Türen und Fenster, für die ein geübter Einbrecher nicht einmal zehn Sekunden braucht, um sie zu öffnen. Hausbesitzer können sich auch bei der Polizei über Alternativen beraten lassen. Quelle: Fotolia
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Bad Segeberg

„Sie sind der Achte heute“, bedeuten die freundlichen Polizisten von der Bad Segeberger Nachtstreife dem LN-Reporter. Der achte Einbruch an diesem Tag. Im Vorjahr gab es vor allem in den Wintermonaten 762 Einbrüche im Kreis Segeberg. „Es ist jetzt schon klar, dass wir diese Zahl 2015 übersteigen werden“, sagt Nico Möller, Sprecher der Polizeidirektion, noch vor Vorlage der alljährlichen Statistiken.

In unserem eigenen Fall verging keine halbe Stunde zwischen dem Anruf des entsetzten Einbruchsopfers bis zum Eintreffen der Polizei. Doch es half nichts: Die Täter waren da längst über alle Berge — zumal die Spuren auf dem arg lädierten Parkett verrieten, dass die Einbrecher ihr kriminelles Werk bereits vor Stunden beendet haben mussten.

„Die Städte und der Hamburg-Randraum sind nach wie vor die bevorzugten Einbruchsziele — zunehmend aber auch die kleinen Dörfer, und zwar solche, von denen man schnelle Fluchtmöglichkeiten über eine Autobahn hat“, sagt Polizeisprecher Möller. Die LN-Recherchen, dass zu nehmend in den Ostkreis-Dörfern entlang der A 20 eingebrochen werde, mag er nicht bestätigen — wie überhaupt seitens der Polizei keine Statistik nach Orten sortiert herausgegeben werde. Das unterlässt die Polizei nicht nur deshalb, um nicht Krisenängste in den betroffenen Gemeinden zu schüren. Es gibt auch deshalb offiziell keine Ortsnamen zu hören, um Fahndungserfolge nicht zu gefährden: „Fahren Streifenwagen durch einen kleinen Ort, sind die potentiellen Täter schnell weg. Aber wenn gleichzeitig drei Zivilstreifen patrouillieren, gelingt schon die eine oder andere Festnahme“, sagt Möller vielsagend.

Insgesamt aber sind die Fahndungserfolge bei Haus- und Wohnungseinbrüchen eher bescheiden. 2014 lag sie in Segeberg bei 12,5 Prozent und damit leicht gegen den allgemein negativen Trend. Allerdings sei die Statistik ungenau: Bei der Überführung eines Berufseinbrechers habe man womöglich Hunderte von Einbrüche aufgeklärt, ohne es zu wissen, erklärte kürzlich Frank Matthiesen stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Mangels Spuren seien viele Taten häufig nicht zuzuweisen, und selbst ein geständiger Verbrecher erinnere sich nicht an alle seine Einzeltaten.

Laut Versicherungswirtschaft (Siehe Extratext) stieg die Zahl der Einbrüche in den vergangenen fünf Jahren bundesweit um 35 Prozent auf 150000 im vergangenen Jahr an. Dabei seien Schäden von 480 Millionen Euro entstanden.

Die Großstädte seien besonders stark betroffen, sagen die Versicherer — doch belegte 2014 Schleswig-Holstein mit 267 Einbrüchen auf 100000 Einwohner den unrühmlichen zweiten Platz der Flächenländer nach Nordrhein-Westfalen (300 Einbrüche), beide weit über dem Bundesschnitt von 188 Brüchen auf 100000 Einwohner.

Hauseigentümer können mehr tun, als fachgerecht ihre Türen und Fenster zu sichern: „Jeder kann auf die Nachbarschaft ein wachsames Auge haben“, sagt Polizeisprecher Möller. „Schleicht jemand Unbekanntes immer wieder durchs Dorf oder fällt immer derselbe dunkle Kombi auf, den niemand zuordnene kann, dann sollte man lieber einmal mehr als zu wenig die Nummer 110 anrufen.“

In der dunklen Jahreszeit geschieht die Hälfte aller Einbrüche
Der Schwerpunkt aller Einbrüche liegt laut einem Report von GDV, dem Verband der deutschen Versicherungswirtschaft, in den Herbst- und Wintermonaten, wobei die Taten eher tagsüber als nachts verübt werden.



Fast jeder fünfte Einbruch (16,9 Prozent) fand 2014 im Dezember statt, jeweils jeder zehnte im Oktober (11,1 Prozent) und im November (11,4 Prozent). Nimmt man den Januar hinzu, so werden die Hälfte aller Einbrüche in diesen vier Monaten verübt. Zwischen 10 und 18 Uhr erfolgten mehr als die Hälfte aller Einbrüche (57,9 Prozent). Zwischen 22 und 6 Uhr fand nur jeder siebente Einbruch statt (14,5 Prozent).



Das Risiko, Einbruchsopfer zu werden, ist in Einfamilienhäusern und Erdgeschosswohnungen besonders hoch. In Einfamilienhäuser wurde vorwiegend über Fenster und Fenstertüren eingebrochen, der Zugang zur Wohnung von Mehrfamilienhäusern erfolgte dagegen meist über die Eingangs- und die Fenstertür. Das Einschlagen von Glasscheiben ist die häufigste Zugangsweise in die Wohnungen.

Quelle: Einbruch-Report 2015
der deutschen Versicherungswirtschaft

Lothar Hermann Kullack

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