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Segeberg Eine Lounge, allein für die Kinder
Lokales Segeberg Eine Lounge, allein für die Kinder
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20:14 22.04.2017
Annabella, Melissa und Yannic kümmern sich um die „Pott und Deckel-Bauweise“ der Kinder-Lounge. Quelle: Foto: Silvie Domann

Musik schallt über den Jugendzeltplatz Wittenborn, im Takt dazu sind Hammerschläge zu hören. Geräusche von Stich- und Kreissäge mischen sich darunter. Balken werden auf die korrekte Länge geschnitten und zu Wänden verarbeitet. Euro-Paletten werden zu Tischen und Sesseln: 23 junge Menschen zwischen 13 und 17 Jahren, darunter fünf geflüchtete Jugendliche sowie zehn Betreuer, veranstalten das erste „Work’ n Wibo Camp“. Sie bauen gemeinsam eine Kinderlounge.

Auf dem Zeltplatz Wittenborn veranstalteten 23 Betreuer das erste „Work’ n Wibo Camp“.

„Viele Kinder des Zeltlagers 2016 hatten sich eine Lounge gewünscht, einen Ort zum Zurückziehen“, erzählt Wibo-Leiterin Bente Wohler. Da einige der Älteren traurig darüber waren, dieses Jahr nicht mehr am Zeltlager teilnehmen zu dürfen, entstand die Idee einer weiteren Wibo-Freizeit, das Work and Wibo Camp für Jugendliche. Drei Arbeitsbereiche werden angeboten: Zum einen muss die Lounge, eine Art Carport, errichtet werden. Dann werden Holzpaletten in Möbel umgewandelt, und eine dritte Gruppe kümmert sich um Sitzpolster und Deko.

„Unsere Jugendlichen sind sehr motiviert, sie probieren sich aus, arbeiten miteinander und helfen sich gegenseitig“, betont Bente Wohler. Jeder habe die Möglichkeit, den Umgang mit Werkzeug zu lernen. Louisa aus Winsen und ihre Freundin Marlene aus Bad Bramstedt haben sich mit acht Jahren auf einem Wibo-Zeltlager kennengelernt. Nun nähen sie an einem Patchwork-Vorhang für die Lounge. Jedes Jahr haben die beiden 15-Jährigen ihre Sommerferien auf dem Zeltplatz verbracht, im vergangenen Sommer auch. Obwohl sie nicht mehr Teilnehmer sein dürfen, bleiben Louisa und Marlene in diesen Sommer dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA) treu: Nach der Freizeit „Sommermelodie“ wollen sie Wibo-Betreuerinnen werden.

Im Sommer macht Melissa (auch 15) bei der VJKA-Kanutour mit. Sie richtet gerade mit Annabella (14) die Bretter aus, während Yannic (13) mit der Wasserwaage die richtige Stellung ermittelt. Die Platten werden analog zur „Pott und Deckel“-Verschalung angebracht. Die findet sich bei allen Wibo-Gebäuden wieder.

Ein Stück weiter auf dem Gelände versuchen vier Jugendliche einem aus Paletten gefertigten Tisch eine gerade Standfläche zu verschaffen. „Die Tage sind schön, es macht Spaß“, sagt Abdulmanan und malt einen lachenden Smiley. Der 17-Jährige ist aus Syrien geflüchtet und hat nun Gelegenheit viel Deutsch mit Jugendlichen zu sprechen.

Etwa 3000 Euro wurden für die Baukosten der Kinderlounge veranschlagt. Mit 1500 Euro beteiligt sich die Aktivregion Alsterland, die hiesige Aktivregion mit 500 Euro. Außerdem haben viele Firmen Sachspenden gestiftet.

Es gibt noch Plätze bei den Sommerfreizeiten „Sommermelodie“ und Kanu fahren. Mehr unter www.vjka.de

Silvie Domann

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