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Segeberg Eine Sandbahn für Warzenbeißer
Lokales Segeberg Eine Sandbahn für Warzenbeißer
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22:28 23.05.2013
Von Heike Hiltrop
Sand satt statt Mutterboden: Jürgen Schabow (v. l.), Thomas Falck, Jutta Hartwieg, Eckhard Wiemer und Björn Schulz an der Grünbrücke. Quelle: Foto: Hiltrop

Manchmal lernen selbst Fachleute, Dinge erst richtig gut zu machen, wenn sie glauben, schon das Beste herausgeholt zu haben und auf neue Schwierigkeiten stoßen. Grünbrücken sind so etwas. Das haben Naturschützer, Projektmanager und Verantwortliche anhand der Wildbrücke bei Kiebitzholm lernen müssen. Dort hatten es die Planer beim Bau einfach zu gut mit der Deckschicht gemeint und fetten Boden für ein üppiges Wachstum von Wildsträuchern und Stauden aufgebracht. Hase, Wildschwein, Reh, Damwild und Maulwurf fanden das klasse. Das Monitoring, also das wissenschaftliche Beobachten, etwa durch Kameras, bewies das seit 2010. Doch dann kamen Warzenbeißer, Zauneidechse, Kreuzkröte und Kreuzotter aus dem Hinterland immer dichter — und kurz vor der Grünbrücke war für sie Schluss mit Wandern. Kein Durchkommen für Kleintierarten, die Magerwiesen und sonnigen Sandboden bevorzugen.

Das ist nun anders. 16 000 Kubikmeter Mutterboden hat die Firma Ernst Krebs beiseite geschoben und partiell 2000 Kubikmeter Sand und Kies aufgebracht. Damit wurde für eine ökologische Aufwertung im unmittelbaren Bereich der Grünbrücke gesorgt. Sie ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Holsteinischen Lebensraum-Korridore. 65 000 Euro hat das Unternehmen, das Ausgleich für die Erweiterung seiner Deponieanlage bei Großenaspe schaffen sollte, in die Maßnahme gesteckt: „Das ist viel besser, als ein paar Hektar Ackerland zu kaufen und brachliegen zu lassen“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schabow. Er sah sich gestern gemeinsam mit Björn Schulz von der Stiftung Naturschutz, Landrätin Jutta Hartwieg, Vertretern der Landesforsten und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) auf den „Riesensandkisten“ um.

„Das war eine echte Win-Win-Situation für alle, und wir haben keinen Cent dazubezahlt“, sagt Thomas Falck von der UNB erfreut und unterstreicht die schnelle und gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

„Das hat leicht und einfach geklappt.“ „Schließlich wollen wir, dass die Grünbrücke von allen Tiere genutzt wird, um sich genetisch austauschen zu können, und nicht nur von den großen“, so Björn Schulz.

Da für dieses „I-Tüpfelchen“, wie Eckhard Wiemer (UNB) die Maßnahme bezeichnet, keine öffentlichen Gelder verwendet wurden, konnten sie in ein anderes Areal bei Negernbötel gesteckt werden, wo eine „Schietkuhle“ ausgehoben und das Gelände ebenfalls für Magerboden liebende Tiere aufbereitet wurde. Und im Herbst soll die ergänzende Gehölzpflanzung angelegt werden — zum Schutz der Tiere vor blendenden Autoscheinwerfern auf der A 21.

„Wir wollen, dass alle Tiere die Grünbrücke nutzen.“
Björn Schulz, Stiftung Naturschutz

Heike Hiltrop

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