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Segeberg Eine Urkunde für Segebergs jüngstes Baudenkmal
Lokales Segeberg Eine Urkunde für Segebergs jüngstes Baudenkmal
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15:12 09.09.2016
Bürgermeister Matthias Bonse (Mitte) übergibt die Urkunde an Angelika Remmers. Auch die tatkräftigen Ehrenamtlern Peter Sterner (v. l.), Peter Hinz und Friedrich-Karl Kollberg wurden am Sonntag gewürdigt.

— Zahnräder greifen ineinander. Gusseiserne Mechanik lässt stählerne Walzen drehen, presst Farbe und Papier aufeinander: Der Heidelberger Tiegel voll in Aktion. Die Druckpresse zieht die Blicke der Menschen im alten Wasserwerksbunker in Wahlstedt beinahe genau so magisch an wie die Pläne des ehemaligen Marineartilleriearsenals.

An denen können Jahrzehnte Wahlstedter Geschichte, auch dunkler, aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, festgemacht werden. Während die alte Presse laut, schwerfällig klingend arbeitet, haben Wahlstedts Bürgermeister und VHS-Leiterin Angelika Remmers zwei wackelige Stühle aus den Fünfzigern geentert, stellen sich drauf und bitten die fast 100 Leuten, die zusammengekommen sind, um Gehör. „Wahlstedt hat sein erstes Denkmal. Das ist ein besonderer Moment für uns alle“, sagt Bonse in die Menge.

Kerzen flackern in einer Ecke. Sie sollen an die zu Kriegsende hier bis zur totalen Erschöpfung, zum Tod ausgebeuteten Zwangsarbeiter erinnern. Über 2000. Im Mai 1945 waren es noch 297 aus dem Osten, 74 Franzosen, 90 Niederländer, 247 Italiener, dazu 33 russische Kriegsgefangene.

Das Landesamt für Denkmalschutz hat, wie berichtet, den Wasserwerksbunker zum Denkmal ernannt. Er sei ein „Objekt mit besonderem geschichtlichen Wert für die Entwicklung der Stadt“ befanden die Experten. Spender, Firmen und Ehrenamtler haben dafür gesorgt, dass er zum Dokumentationszentrum umgestaltet werden konnte. Sonntag, am Tag des offenen Denkmals, wurde die Urkunde übergeben. Der erdummantelte Betonbau war neben der Götzberger Mühle, der ehemaligen Evangelischen Akademie in Bad Segeberg und anderen Orten mit besonderer Geschichte oder Architektur dabei.

Die Veranstaltung im nun jüngsten Baudenkmal des Kreises wurde zum Höhepunkt des Wahlstedter Denkmaltages. Der hatte dort mit einer geführten Wanderung durch den naheliegenden Forst auf den Spuren des alten Arsenals seinen Anfang genommen. Eine Wache, sieben intakte und die Ruinen und Fragmente zahlreicher weiterer Bunker sowie Schneisen der einstigen Schmalspurbahn erinnern an die „braune Zeit“.

Etwa 50 Fußgänger, 30 Radfahrer und einige Leute, die das Angebot einer begleitenden Kutschfahrt nutzten, waren dabei. Auf Blatt 96 im Band M des Buches für Kulturdenkmäler findet sich nun eine detaillierte Beschreibung des alten Wasserwerkbunkers. Und der steht Besuchern nach Voranmeldung offen.

„Es ist ein besonderer Moment für uns alle, denn nun hat Wahlstedt sein erstes Denkmal.“
Matthias Bonse, Bürgermeister

Heike Hiltrop

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