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Segeberg Eine komplette Sanierung der Kapelle kostet 660 000 Euro
Lokales Segeberg Eine komplette Sanierung der Kapelle kostet 660 000 Euro
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22:24 26.10.2013
Auch für den Laien sind erhebliche Bauschäden an der 1965 gebauten Kapelle erkennbar. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Wieder gibt es eine neue Hiobsbotschaft für die Stadt Bad Segeberg, die an allen Fronten mit den Folgen sanierungsbedürftiger Bauten zu kämpfen hat. Jetzt geht es um die Ihlwaldkapelle am Hamdorfer Weg. Die hätte man gar nicht im städtischen Besitz vermutet. Doch die Kirche ist nur Betreiberin, die Stadt Eigentümerin der bröckelnden Kirche, die zwar statisch noch gut in Schuss, aber ansonsten in allen Belangen sanierungsbedürftig ist. Schon beschweren sich Pastoren und Trauernde über Kälte in der Kapelle. Es ziehe an allen Ecken und Enden. 9000 Liter Heizöl werden jährlich nach Angaben der Stadt verfeuert, obwohl die Kapelle nur bei Trauerfeiern geheizt wird und sonst auch nur so, damit sie frostfrei bleibt. An der Heizung liege es nicht, die sei erst 2010 erneuert worden. Es gebe erheblichen Sanierungsbedarf, bestätigte Bauamtsleiterin Antje Langethal auf LN-Nachfrage. Das Thema soll am Mittwoch, 30. Oktober, ab 18.30 Uhr im Bauausschuss vorgetragen und besprochen werden.

Grundlage dafür ist ein umfangreiches Sanierungsgutachten. Eine komplette Sanierung des Gebäudes, verbunden mit dem Abriss und Neubau von maroden Nebengebäuden würde etwa 660 000 Euro kosten. Eine Sanierung der schlimmeren Mängel mit Dämmung der Außenhülle koste etwa 400 000 Euro. Die allernotwendigsten Reparaturen an der Fassade der Kapelle und die Erneuerung von Fenstern und Flachdächern der Nebengebäude würden rund 270 000 Euro kosten.

Inzwischen hat die Bauverwaltung auch einen Vorschlag ausgearbeitet, gleich die komplette Kapelle abzureißen und neu aufzubauen. „Ein Neubau würde zwar teurer werden, als die umfassende Sanierung, ist aber trotzdem eine Alternative, die man prüfen müsste“, erklärte Antje Langethal.

Die Kapelle wurde 1965 noch mit Seziereinrichtung, Vorbereitungsraum und Sargaufzug im Keller gebaut. Vieles sei da heute nicht mehr zeitgemäß. Laut dem Gutachten werden Teile des Erdgeschosses und das gesamte Kellergeschoss für den Betrieb der Kapelle gar nicht mehr benötigt. Schwerwiegend seien besonders die „Kältebrücken“ und die undichten Stellen im Haus. Langethal: „Das Gebäude ist sehr kalt und hat keine Wärmeisolierung.“ Jetzt geht es darum zu prüfen, wie Sanierung oder Neubau finanziert werden könnten. Für den Bau der Kapelle hatte in den sechziger Jahren Gemeinden, die keinen eigenen Friedhof vorhalten, Zuschüsse gezahlt. Langethal: In welchen Umfang saniert werde soll, und ob vielleicht doch neu gebaut wird, muss mit den Nutznießern der Kapelle besprochen werden. Es würden jetzt Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Wer habe welche Wünsche und wer könne welchen Anteil dazugeben, so Langethal. Das müsse jetzt geklärt werden. Langethal beteuerte, dass zwar Sanierungsbedarf bestehe, die Kapelle aber statisch sicher sei und auch weiterhin für Trauerfeiern genutzt werden dürfe.

„Abriss und Neubau der Kapelle würde zwar teurer werden als die umfassende Sanierung, sind aber trotzdem eine Alternative, die man prüfen müsste.“
Antje Langethal, Bauamtsleiterin

Wolfgang Glombik

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