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Einen Tag lang praktische Arbeit

Bad Segeberg Einen Tag lang praktische Arbeit

250 Schüler kamen gestern zum ersten Tag der Technik im BBZ. Ein Zuspruch, über den die Lehrer erstaunt waren.

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Den Tag der Technik nutzte Lars Brügge, um das Löten zu lernen.

Quelle: Fotos: Kronlage

Bad Segeberg. Das Interesse an technischen Berufen ist rückläufig, gefragt sind bei Jungen und Mädchen die sogenannten weißen Berufe. „Wie Bürokaufmann“, erklärte Gerd Jeguschke, stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums. Um dieses Desinteresse umzukehren, hatte das BBZ zum ersten Mal einen Tag der Technik angesetzt. „Das Interesse war riesig. Ich war erstaunt über den Zuspruch“, gab Jeguschke zu. Rund 250 Jungen und Mädchen von Schulen aus dem ganzen Kreis Segeberg und aus Bad Oldesloe hatten sich für den gestrigen Dienstag angemeldet. „Sogar aus Grömitz sind 47 Schüler gekommen. Die waren ganz begeistert“, ergänzte der Lehrer.

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Phil-Lucca Jahrke (links) wurde vom Tischler-Auszubildenden Max Bläsing betreut.

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Ob Anlagenbauer für Heizung, Sanitär, Klima, ob Tischler, Kfz-Mechatroniker oder Landmaschinenbauer: Die Schüler konnten sich von 8 bis 13 Uhr ausführlich informieren. Nicht nur die Lehrer nahmen sich Zeit, vor allem Auszubildende führten den Nachwuchs durch die Räume, zeigten ihm einzelne Arbeitsgänge und ermunterten ihn, selbst zu Lötkolben, Hammer und Meißel zu greifen. „Die Schüler sollen nicht nur zuschauen, sondern werden angehalten, selbst etwas zu machen“, erklärte Marc Woitschätzke, Lehrer für Anlagenmechanik. Auch er konstatiert schwindendes Interesse bei jungen Leuten.

„Die Begeisterung für Technik geht zurück“, bedauerte er.

Ganz anders der 15-jährige Evangelos; er kletterte in den Fahrerstand eines Treckers und ließ sich von den Berufsschülern Marco Fülscher und Tonino Gottschalk die Technik erklären. In der Metallwerkstatt übte Lars Brügge (16) das Löten, immer in Reichweite Auszubildende, die ein Auge auf die Schüler hatten und etwaige Fragen beantworteten. „Mich interessiert der Beruf des Tischlers“, sagte der 13-jährige Phil-Lucca, der gestern von Azubi Max Bläsing (17) betreut wurde.

Dass das Interesse der Schüler an technischen Berufen schwindet, führt Gerd Jeguschke auch auf Unwissen bei jungen Leuten, Lehrern und Eltern zurück. „Es gibt eine große Unkenntnis über unsere Möglichkeiten“, sagte er.

Neben dem breiten theoretischen Ausbildungsangebot gebe es für einzelne Branchen auch Werkstätten und Labore. „Wer in die Praxis will, ist hier richtig aufgehoben“, betonte er. Mehrmals schon hat das BBZ einen Tag der offenen Tür angeboten. Eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, auch zwischen den Lehrern der Berufsschule und den Allgemeinbildenden Schulen. Nun spielt Gerd Jeguschke mit dem Gedanken, für Jungen und Mädchen auch Intensivkurse anzubieten. „In denen sie drei, vier Stunden lang sich gründlich mit einem Fach beschäftigen können“, präzisierte er.

Das Bildungsangebot
Das schulische Angebot des BBZ umfasst Berufliche Gymnasien mit den Fachrichtungen Gesundheit und Soziales, Technik und Wirtschaft; die Fachoberschule mit Technik und Wirtschaft; die Berufsfachschulen mit Technik-Elektrotechnik, Technik-Metalltechnik, Gesundheit und Ernährung, Wirtschaft und mit den Ausbildungsgängen Kaufmännische und Sozialpädagogische Assistenten, Sozialwesen;

das ausbildungsvorbereitende Jahr, die Landwirtschaftsschule und Höhere Landbauschule, die berufliche Ausbildung: gewerbliche, kaufmännische Berufe, Berufe im Sozialwesen und Landwirtschaft.

Ursula Kronlage

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