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Einwohnerversammlung: Bürger legten selbst die Themen fest

Bad Segeberg Einwohnerversammlung: Bürger legten selbst die Themen fest

Da haben die Bad Segeberger Bürger die Einwohnerversammlung von Dienstagabend ganz schön aufgemischt. Das war pure Basisdemokratie. Anlieger stimmten für eine Änderung der Tagesordnung und trugen ihre Anträge vor. Die Stadtvertretung muss sich jetzt mit dem geplanten Bauvorhaben Nelkenweg intensiv beschäftigen.

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Zahlreiche Bad Segeberger nutzten ihre Stimmen, um ihre Themen auf die Tagesordnung der Einwohnerversammlung zu setzen.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg.  Ursprünglich wollte Bürgervorsteherin Ingrid Altner die Einwohnerversammlung dazu nutzen, dass sich das Unternehmen Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg (EWS) und das Mittelzentrum Bürger zum Thema Abwasser und Wasser informierten. Doch nachdem sich die bald 50 Bürger geduldig die schönen Vorträge angehört hatten, gab es – wie es so schön heißt – „Butter bei die Fische“. Die Bad Segeberger meldeten sich mit ihren wahren Anliegern zu Wort.

LN-Bild

Anlieger stimmten für eine Änderung der Tagesordnung und trugen ihre Anträge vor – Stadtvertretung muss sich mit geplantem Bauvorhaben Nelkenweg intensiv beschäftigen.

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„Der Holunderweg ist lebensgefährlich zu Schulbeginn und -ende der Berufsschule.“ Anlieger über Raser

Klartext: Drei Anträge zum Bauvorhaben Nelkenweg lagen auf dem Tisch. Dort ist, wie mehrfach berichtet, verdichtete Bauweise mit mindestens 120 Wohnungen in Geschossbauweise geplant. Dagegen laufen die Anlieger Sturm. Die Stadt hat bereits einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst.

Nach einigem Hin und Her wurde die Tagesordnung der Einwohnerversammlung satzungsgemäß mit einer mehr als klaren Zwei-Drittel-Mehrheit von den Bürgern geändert. „Das kann ja mein kleiner Sohn ausrechnen, dass das mehr als zwei Drittel sind“ , rief ein genervter Zuschauer in den Raum, als das Zählen der Bürgervorsteherin gar kein Ende nehmen wollte.

Anlieger Karsten Wilkening beantragte, dass die Stadtvertretung nachvollziehbare Argumente aufzeigen solle, „weshalb eine verdichtete Bebauung nur im Nelkenweg favorisiert wird und nicht im geplanten Baugebiet östlich des Straßenverlaufs Bornwischen“. Auch verlangt er einen dauerhaften Bestandschutz für den Fußweg zwischen dem Wendehammer Nelkenweg und der Einmündung Holunderweg. Dieser Weg werde vor allem als sicherer und verkehrsfreier Weg zu den Grundschulen genutzt. Die Familien Tluck und Toschonowitz beantragten auf dem Gelände, wo jetzt die Stadt Geschosswohnungsbau erlauben möchte, nur eine Einzel- und Doppelhausbebauung mit maximal 9,5 Metern Firsthöhe in aufgelockerter Bauweise zu ermöglichen. Die Antragssteller berufen sich hier auf alte Pläne aus dem Jahre 2010. Andere Anlieger forderten, dass das geplante Bauvorhaben am Nelkenweg nicht über den Holunderweg erschlossen werde dürfe. Schon jetzt sei es „lebensgefährlich“ zu Schulbeginn und -ende der nahen Berufsschule die Straßenseite zu wechseln. Hintergrund: Der Verkehr zu den Parkplätzen des BBZ läuft über den Holunderweg. Die Belastungsgrenze sei hier längst erreicht, meutern die Anwohner. Die Anträge wurden alle einstimmig bei mehreren Enthaltungen verabschiedet. Darüber muss jetzt die Bad Segeberger Stadtvertretung diskutieren. „Das wird auf die Tagesordnung der kommenden Stadtvertretung genommen“, versprach Bürgervorsteherin Altner.

Bürgermeister Dieter Schönfeld verwies auf das schon angeschobene Bauleitverfahren. Die Bürger-Anliegen müssten hier ohnehin behandelt und berücksichtigt werden. Er erinnerte auch an ein Verkehrsgutachten, das von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. Dieses soll schon bei der nächsten Sitzungsrunde vorgestellt werden. Schönfeld: „Haben Sie keine Sorge, das wird zielgerichtet abgearbeitet.“ Auch gebe es keine „geheimen Entscheidungen“. Das Verfahren sei transparent und öffentlich.

 Wolfgang Glombik

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