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Segeberg Eisbahn: 800 Besucher kommen pro Schlittertag
Lokales Segeberg Eisbahn: 800 Besucher kommen pro Schlittertag
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22:08 29.12.2017
Taisa (9) aus Neumünster liebt Inlinerfahren – und ist auch auf dem Eis schon sicher unterwegs. Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Segeberg

Die Pinguine reichen nicht. „Rita“, „Daniel“,“ „Chris“ oder „Paula“ sind im Dauereinsatz – sie helfen Kindern dabei, die Balance zu halten auf dem rutschigen Untergrund. „Sie hören sogar auf ihre Namen“, witzelt Jens Rathmann. Wenn er den warmen Raum der Schlittschuhausgabe verlässt, dann bedeutet das grünes Licht. Dann ist die Pause vorbei – aber nur für die Gäste auf dem eiskalten Parkett. Denn dann kommen neue Besucher, die Bahn ist hergerichtet und eine neue Eislaufzeit beginnt.

„29“, „38“, „Einmal 42 bitte“ – Zahlenlernen funktioniert einwandfrei in der Schlittschuhausgabe an der Bad Segeberger Eisbahn. „Wir sind hier international“, sagt Sven. Er ist einer der Helfer vor Ort, die für einen reibungslosen Schlittertag sorgen. Pablo, Terry und Louis heißen die anderen. Die vier kommen von Madeira, aus Kolumbien, Kasachstan und Lübeck, und wenn sie nicht aushelfen in Bad Segeberg, dann studieren sie in Lübeck. Zwei Ordner sind stets auf dem Eis, während dutzende Menschen sie auf der größten mobilen und überdachten Eislaufbahn Schleswig-Holsteins umrunden. Die beiden helfen Anfängern, das Gleichgewicht zu halten oder beim Aufstehen nach einem Sturz, und sie mahnen zur Rücksichtnahme. Zwei weitere Ordner geben die Schlittschuhe aus. Sie tauschen die Aufgaben etwa jede halbe Stunde, um sich aufzuwärmen. Denn in der Halle bei Möbel Kraft herrschen rund null Grad, im Verleih sorgt ein Heizer für angenehme 25 Grad.

Hunderte Besucher kommen jeden Tag auf die Bad Segeberger Eisbahn. Es sind mehr als sonst, aufgrund der verkürzten Weihnachtszeit. „Die Bahn wird gut angenommen. Die Leute nutzen die Zeit. Es ist wesentlich voller“, sagt Jens Rathmann, der Chef an der Bande.

„Wir haben etwa 200 Paare zum Ausleihen“, sagt Sven. Und so gleiten viele blaue Schuhpaare übers Eis. Nach der Benutzung müssen sie gereinigt, desinfiziert und geordnet werden. Immer wieder. Vom Kinderfuß mit Größe 27 bis zur überdimensionalen 47 ist alles zu haben. „Väter können also nicht sagen, dass sie nicht mitfahren können“, sagt Sven lachend. Doch eine Ausnahme gibt es noch: ein einzelnes Paar der Größe 50. Es wurde extra angeschafft für einen Besucher, der regelmäßig kommt. Was am meisten verlangt wird, „das ist dann eher der Kampf zwischen Größe 38 und 39“. Auch Pflaster und Erste-Hilfe-Koffer liegen hier bereit. Schlimmeres ist noch nicht passiert, außer Schürfwunden und leichte Prellungen. Die Werksfeuerwehr von Möbel Kraft steht auf Abruf bereit, sollten Ersthelfer gebraucht werden. „Kühlen und eine Tüte Gummibärchen reichen meistens“, sagt der Student.

Eine Eislaufzeit dauert 90 Minuten. Dann sind etwa 15 Minuten Pause. Diese Zeit ist nötig, um das von den Kufen aufgeraute Eis mit großen Schiebern zusammenzufegen. Mehrere Schubkarren voll kommen dabei zusammen und werden durch die Zeltwand nach draußen befördert. Je niedriger die Temperatur, desto geringer ist der Abrieb. Und dennoch wird die Eisdecke immer dicker. „Bei vier Zentimetern haben wir angefangen, jetzt sind wir bei zehn bis zwölf“, erklärt Jens Rathmann, der seit sechs Jahren im ebenso beheizten Kassenhäuschen Moderator, DJ und Kassierer ist. Und das liege am allabendlichen Ritual, die Eisfläche zu glätten: Dann wird mittels eines Feuerwehrschlauchs ein feiner Wasserstrahl auf die Fläche gegeben, damit sich Rillen, die durch Hunderte schlitternde Kufen ins Eis geritzt wurden, wieder schließen.

Video: www.LN-online.de/Videos

Noch bis 7. Januar

600 Quadratmeter groß ist die Eisfläche.

800 Besucher kommen etwa jeden Tag zur Eisbahn.

200 Eisläufer – so viele Personen dürfen maximal zur selben Zeit auf dem Eis laufen, sonst wird es zu voll.

Die Eisbahn bleibt bis einschließlich 7. Januar stehen. Es geht in die letzte Woche: Am 31. Dezember und 1. Januar ist sie geschlossen.

 Irene Burow

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