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Segeberg Elf Ehen mit Kindern gibt es im Kreis Segeberg
Lokales Segeberg Elf Ehen mit Kindern gibt es im Kreis Segeberg
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20:13 08.10.2016

Es ist eine andere Welt mit Maßstäben, die hier in Deutschland nicht gelten, aber wohl oder übel akzeptiert werden müssen: Ehen mit Kindern. Ungläubiges Kopfschütteln im Jugendhilfeausschuss des Kreises Segeberg gab es bei näheren Erläuterungen des Jugendamtes zum Thema Ehe mit Kindern bei den weiblichen Ausschussmitgliedern.

Angelika Hahn-Fricke (CDU) hatte auf eine offizielle Frage an den Kreis zu Flüchtlingsfamilien bestätigt bekommen, dass auch hier weibliche Flüchtlinge untergebracht sind, die als Jugendliche mit älteren Männern verheiratet wurden und nun hier mit ihnen zusammenleben. Vor einem deutschen Standesamt dürften diese Ehen nicht geschlossen werden. Nach Angaben des Amtsleiters Manfred Stankat seien derzeit elf verheiratete Flüchtlingsmädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren im Kreis Segeberg gemeldet. Diese sind mit erwachsenen Ehepartnern in den Kreis gekommen.

Wichtig ist hier aber, dass die Ehemänner nicht das Sagen haben, denn Vormund der Jugendlichen sei das Jugendamt, stellte Stankat klar. Der erwachsene Ehemann werde grundsätzlich nicht als Vormund der Mädchen eingesetzt. Aufgabe der Behörde sei es, abzuklären, ob die Jugendlichen in der Ehe gut aufgehoben seien. „Dazu schauen wir uns die Lebensverhältnisse dieser Mädchen ganz genau an.“ In den meisten Fällen finde auch eine Beratung ohne Partner statt. Die Mitarbeiter des Jugendamtes würden sich ein genaues Bild machen, ob es dort Abhängigkeiten zum Ehemann gebe, oder ob auch Gewalt im Spiel sei. Ist die Frau freiwillig bei ihrem Ehemann? Mit Hilfe von Dolmetschern könne man schon ein genaues Bild von Abhängigkeitsverhältnissen gewinnen, ist sich Stankat sicher. Wenn es „nur den Hauch einer Problematik“ gebe, also wenn das Kindeswohl der Jugendlichen gefährdet scheine, „werden die beiden Ehepartner nicht zusammen untergebracht“. In den aktuellen elf Fällen im Kreis seien die Prüfungen aber positiv verlaufen. Die Mädchen führten mit den älteren Männern eine Ehe, einige haben Kinder, auch wenn das, so Stankat, „nach unseren Maßstäben schwer zu akzeptieren ist“.

Kreismitarbeiter Torben Wenzel, früher selbst in dem Bereich eingesetzt, berichtete, dass man schon beobachten könne, ob Angst oder Sorge bei der Frau im Spiel sei, wenn der Ehemann nach Hause komme.

Stankat berichtete von „dichter Betreuung“. So eine Partnerschaft werden man bis zur Volljährigkeit der Frauen nicht aus den Augen verlieren.

wgl

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