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Ellerau will wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister

Ellerau/Norderstedt Ellerau will wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister

Gemeinde überrascht Norderstedt mit Beschluss, der das Ende der Verwaltungsgemeinschaft bedeuten könnte.

Ellerau/Norderstedt. Die etwa 6000 Einwohner zählende Gemeinde Ellerau will wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben. Das beschloss der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit mit den Stimmen von Bürgerverein Ellerau (BVE), Bürgerforum und einzelnen fraktionslosen Gemeindevertretern. Lediglich die SPD und ein CDU-Vertreter stimmten dagegen. Die Gemeinde will dafür im nächsten Jahr 105000 Euro in den Haushalt einstellen, da die Stelle mit A15 besoldet werden soll. Mit der BVE-Gemeindevertreterin Regina Stöver (48), die in der benachbarten Stadtverwaltung Quickborn im Liegenschaftsamt arbeitet, gibt es bereits eine erste Kandidatin für diesen Posten.

 

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Gemeindevertreterin und TSV-Vorsitzende Regina Stöver will die erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde seit 2006 sein.

Quelle: Fotos: Fuchs
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„Ellerau muss erklären, wie es sich die künftige Zusammenarbeit mit Norderstedt vorstellt.“ Hauke Borchardt, Stadtsprecher Norderstedt

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„Wir greifen dem künftigen Gemeinderat vor. Das kann man nicht zwei Jahre vorher beschließen.“ Eckart Urban, ehrenamtlicher Bürgermeister Ellerau

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Gemeindevertreterin und TSV-Vorsitzende Regina Stöver will die erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde seit 2006 sein.

Quelle: Fotos: Fuchs
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„Wir greifen dem künftigen Gemeinderat vor. Das kann man nicht zwei Jahre vorher beschließen.“ Eckart Urban, ehrenamtlicher Bürgermeister Ellerau

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„Ellerau muss erklären, wie es sich die künftige Zusammenarbeit mit Norderstedt vorstellt.“ Hauke Borchardt, Stadtsprecher Norderstedt

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Unklar ist bislang, welche Auswirkungen das auf die Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt haben wird, die bis zum 30. Juni dieses Jahres nach zehn Jahren zum Ablauf des Jahres 2017 erstmals gekündigt oder modifiziert werden könnte. Denn Ellerau will den Bürgermeister mit Personalkompetenzen ausstatten, die der ehrenamtlich tätige Eckart Urban (SPD) zurzeit nur über die 82 Mitarbeiter der Gemeinde in Kindergarten, Kommunalbetrieben, Volkshochschule, Reinigungsdienst und Bauhof hat. Nicht aber über die etwa zehn Mitarbeiter im Rathaus, die dem Norderstedter Oberbürgermeister unterstehen. „Da hakt es oft“, sagt BVE-Gemeindevertreter Heiner Hahn.

Die Stadt Norderstedt, die vom Ellerauer Gemeinderatsbeschluss völlig überrascht wurde, reagiert schmallippig. „Wir äußern uns zurzeit nicht zu dieser Angelegenheit“, sagt Stadtsprecher Hauke Borchardt. „Wir sind nicht am Drücker.“ Ellerau müsse erklären, wie es sich die künftige Zusammenarbeit denn vorstelle. Die Verwaltungsgemeinschaft kostet Ellerau zurzeit 580 000 Euro im Jahr.

„Nächstes Jahr sollen wir 650000 Euro nach Norderstedt überweisen“, sagt Hahn, der dem Finanzausschuss der Gemeindevertretung vorsitzt.

Hauptgrund für die Rückkehr zu einem hauptamtlichen Bürgermeister sei es, dass diese Aufgabe nicht mehr ehrenamtlich zu erledigen sei, betonen Hahn und Stöver. Urban, inzwischen 76 Jahre alt, wende dafür 30 Stunden pro Woche auf. Wenn er nach der Kommunalwahl in zwei Jahren ausscheide, wäre keiner mehr da, der ihm nachfolgen könnte. Für Berufstätige komme es schon zeitlich nicht in Frage, sagt Hahn. Und darauf verlassen, dass sich wieder ein gewählter Gemeindevertreter finden ließe, der im Ruhestand ist und sich dies zutraut, sei höchst gefährlich. Schon nach der Kommunalwahl 2013, als die BVE stärkste Fraktion wurde und das Vorschlagsrecht für den Bürgermeister hatte, musste sie dieses mangels eigener Bewerber an die SPD abgeben, die mit den Stimmen des Gemeinderats erneut Urban damit betraute. Auch der Bürgermeister im Ehrenamt koste die Gemeinde 1800 Euro Aufwandsentschädigung im Monat.

Urban kann den Vorstoß seiner Kollegen nachvollziehen. Es seien aber noch wichtige Fragen nicht geklärt worden. So seien weder die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung untersucht worden noch die Alternativen, einen Amtsdirektor oder Dezernenten einzustellen, wie dies in Trappenkamp der Fall sei. „Wir greifen dem zukünftigen Gemeinderat vor. Das kann man nicht zwei Jahre vorher beschließen.“

Doch bereits im Herbst soll die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters ausgeschrieben werden. Die Gemeindeordnung spricht nicht dagegen. Auch das 4000 Einwohner kleine Glücksburg hat seit Januar 2014 wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister und lässt sich weiterhin von der benachbarten Stadt Flensburg verwalten.

Regina Stöver will sich bewerben, kündigt sie auf Nachfrage der Lübecker Nachrichten an. Sie traue sich als frühere Bürovorsteherin eines Notariats und mit weiteren sechs Jahren Verwaltungserfahrung in Quickborn diese Aufgabe sehr gut zu. Als zusätzliches Pfund bringt sie ihren Bekanntheitsgrad durch ein öffentlich wirksames Amt mit in ihre Bewerbung: Regina Stöver ist Vorsitzende des Sportvereins TSV Ellerau mit seinen 800 Mitgliedern.

Seit 2007 mit Norderstedt

Von 1998 bis 2006 hatte Ellerau noch eine eigene Verwaltung und mit Torsten Thormählen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Mit der Verfügung der Landesregierung, dass jede Verwaltungseinheit mindestens 8000 Einwohner in ihrem Amtsbereich haben sollte, musste Ellerau sich einer anderen Verwaltung anschließen. Dafür wählten die Gemeindevertreter nicht das Amt Kaltenkirchen-Land aus, zu dem sie bis 1998 gehörten, sondern die Stadt Norderstedt, die im Januar 2007 Elleraus Verwaltungsmitarbeiter übernahm und ein täglich offenes Bürgerbüro mit acht Mitarbeitern im Ellerauer Rathaus eingerichtet hat. Diese unterstehen allerdings dem Oberbürgermeister Norderstedts, nicht dem ehrenamtlichen Bürgermeister Elleraus. bf

Von Burkhard Fuchs

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