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Segeberg Rekord-Störtebeker wird Shatterhand
Lokales Segeberg Rekord-Störtebeker wird Shatterhand
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18:04 17.04.2019
Reiten kann er auch schon: Sascha Gluth 2011 als Klaus Störtebeker bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek. Quelle: dpa
Bad Segeberg

Man hatte sich ja schon ein wenig Gedanken gemacht. Wird Joshy Peters, immerhin schon 61 Jahre alt, noch seine Paraderolle des Old Shatterhand spielen können, wenn an seiner Seite mit Alexander Klaws ein neuer, mit 35 Jahren vergleichsweise blutjunger Winnetou reitet? Die Antwort darauf haben die Karl-May-Spiele am Montag gegeben. Peters bekommt mit dem „Bärenjäger Baumann“ eine altersgerechte Rolle, während den Henrystutzen in dieser Saison das erste Mal ein Karl-May-Neuling tragen wird.

719 Mal Klaus Störtebeker

Dessen Name dürfte vor allem Fans der Ralswieker Störtebeker-Festspiele erfreuen: Sascha Gluth, der von 2002 bis 2012 zehn Jahre lang den Klaus Störtebeker verkörperte, feiert in diesem Jahr als Old Shatterhand in Bad Segeberg sein Open-Air-Comeback. Ganze 719 Mal, bisher Rekord in Ralswiek, spielte der gebürtige Vorpommer den legendären Seeräuber bei den Rügener Festspielen und war im Fernsehen unter anderem als Gefängnispfarrer Johnny Matthiesen in der RTL-Serie „Hinter Gittern“ zu sehen. Seit 2016 betreibt der 48-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau Julia Horvath in Wandlitz bei Berlin ein eigenes Theater.

Elf Schauspieler hat die Kalkberg GmbH für die Inszenierung von „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ engagiert

Neu im Team ist auch der Mainzer Schauspieler Jogi Kaiser, der in der kommenden Saison den Schweizer „Urs Bürgli“ spielen wird. Da es sich bei dieser Rolle nicht um eine Figur Karl Mays, sondern eine Erfindung von Drehbuchautor Michael Stamp handelt, lässt sich noch nicht ganz genau sagen, was es mit diesem Urs Bürgli genau auf sich hat. Anzunehmen ist aber, dass Kaiser im Duo mit Komik-Talent Patrick L. Schmitz, der den Kunstmaler „Antonio Ventevaglio“ spielt, für die Comic-Relief-Momente zuständig sein wird.

Der 52-jährige Kaiser hat sich bisher vor allem als Bühnenschauspieler einen Namen gemacht, insbesondere auch im singenden Fach als Musicaldarsteller. Im Boxer-Musical „Rocky“ im Hamburger Operettenhaus spielte Kaiser zum Beispiel den Trainer Mickey und stand in Saarbrücken bei der Rocky Horror Show als „Riff Raff“ auf der Bühne. Karl-May-Erfahrung hat er auch: Fünf Jahre war er der „Sam Hawkens“ bei den Festspielen in Elspe.

Viele Publikumslieblinge sind wieder dabei

Die übrigen Namen aus dem elf Köpfe zählenden Ensemble der Hauptdarsteller sind bereits bekannt: Neben Neu-Winnetou Alexander Klaws reiten als Gaststars das österreichische Model Larissa Marolt in der Rolle der „Tiffany O’Toole“ und Raúl Richter als „Martin Baumann, dem titelgebenden „Sohn des Bärenjägers“.

An den Kalkberg zurück kehrt Nicolas König (50), der in diesem Jahr als Sioux-Häuptling „Hong-peh-te-keh, der Schwere Mokassin“ den Ober-Antagonisten spielen darf. Der Schauspieler und Stuntman Sascha Hödl aus Österreich, der im vergangenen Jahr für den verletzten Max König eingesprungen war, bekommt in der neuen Spielzeit nun eine Planstelle – als Häuptlingssohn „Mo-haw“ vom Stamme der Schoschonen. Ebenfalls in einer Indianerrolle wird Fabian Monasterios zu sehen sein. Er spielt „Wokadeh, den Weißen Büffel“.

In gleich zwei Rollen ist Kalkberg-Urgestein Harald Wieczorek dabei. Der 70-Jährige – seit 40 Jahren bei den Karl-May-Spielen dabei – spielt „Tokvi-Tey, den Schwarzen Hirsch“ und „Owens“.

Stück spielt in den Rocky Mountains

Die Inszenierung „Unter Geiern – der Sohn des Bärenjägers“ (zuletzt aufgeführt 2004) führt in die Rocky Mountains, wo der Bärenjäger Baumann (Peters) auf seiner Farm in Harmonie mit den Indianern lebt. Mit einer Liste zettelt Sioux-Häuptling Hong-peh-te-keh aber einen Krieg gegen die weißen Siedler an. Baumann und die Schauspielerin Tiffany O’Toole (Marolt) fallen in die Hände der Krieger und sollen in einem Geysir geopfert werden. Winnetou (Klaws) und Shatterhand (Gluth) in Gesellschaft von Bärenjäger-Sohn Martin (Richter) dürften das aber wieder zu verhindern wissen. Eine sagenumwobene Stadt eines verschwundenen Volkes spielt ebenfalls eine Rolle.

Termine und Tickets

Die Proben für „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ beginnen Mitte Mai. Premiere feiert das Stück am Sonnabend, 29. Juni, um 20.30 Uhr. Gespielt wird bis zum 8. September jeweils donnerstags, freitags und sonnabends um 15 und 20 Uhr sowie sonntags um 15 Uhr. Nähere Informationen und Tickets gibt es im Internet auf www.karl-may-spiele.de. Die Karten kosten – je nach Kategorie zwischen 31,50 und 19 Euro, für Kinder (5 bis 15 Jahre) zwischen 25,50 und 15,50 Euro.

Oliver Vogt

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