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Segeberg Entschuldigung vor dem Kulturausschuss
Lokales Segeberg Entschuldigung vor dem Kulturausschuss
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20:26 17.05.2017
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Bad Segeberg

Eines steht fest: Die Kreisstadt hat ein Problem mit ihrem Jugendzentrum „Mühle“. Das wird zwar bei der Jugend immer beliebter. Doch gleichzeitig wurde massiv Personal eingespart, sodass bei Krankheit und Urlaub die Betreuung kaum aufrechterhalten werden kann. Und einer, der die Zustände Anfang April anlässlich der vorübergehenden Schließung des Jugendtreffs via Facebook angeprangert hatte, musste zum Rapport beim Bürgermeister und übte vorgestern den Kotau vor dem Ausschuss Soziales, Schule und Kultur.

„Ich möchte mich für meinen Post auf Facebook zur Personalsituation in der Mühle entschuldigen.Thomas Minnerop Projektleiter

„Ich möchte mich für meinen Post auf Facebook zur Personalsituation in der Mühle entschuldigen. Das war ein Fehler“, sagte Minnerop. Er habe niemals mit derartig heftigen Reaktionen darauf gerechnet.

Ihm habe es fern gelegen, „Politik und Verwaltung damit zu verletzen“. In seinem Facebook-Eintrag hatte es Minnerop gewagt, Klartext zu reden: „Es ist ein Trauerspiel, die Stadt und die Stadtpolitik beauftragen mich, ein Projekt durchzuführen, welches sich ,Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft’ nennt und bekommt es nicht hin, genügend Personal zu stellen, um eine verlässliche Jugendarbeit zu gewährleisten.“ Er könne allen Juz-Besuchern nur raten, „sich mit dem Kinder- und Jugendbeirat oder mir zusammenzusetzen, Flashmobs und Demos zu organisieren“, um auf diese Misere aufmerksam zu machen. Das war zu viel. Es gab heftige Reaktionen (die LN berichten) vom Ausschussvorsitzenden Jens Lichte (SPD) auf die harsche Kritik an der Stadt. Minnerop habe so seine eigene „exzellente Jugendarbeit niedergemacht“, kritisierte Lichte.

Dabei erlebt gerade die Jugendkulturarbeit und vor allem die Außendarstellung als „Jugendgerechte Stadt“ mit engagierten Jugendlichen bundesweit Auftrieb dank des jüngst gekürten „LN-Kulturhelden“

Thomas Minnerop. Nur am Rande: Der Segeberger Schauspieler und Theaterpädagoge ist mit 472 Stimmen Zweitplatzierter bei dem LN-Wettbewerb geworden. „Minne“ ist nicht bei der Stadt angestellt, sondern beim Verein für Jugend- und Kulturarbeit, der hier von der Stadt finanziert wird. Eine höchst erfolgreiche Arbeit Minnerops: Jüngst wurde eine Schülervertretung für 6000 Schüler der weiterführenden Schulen Bad Segebergs aus der Taufe gehoben. Nur ist dieses an sich große Gremium „ein zahnloser Tiger“, darf es in politischen Gremien nicht mitreden. Lichte verwies auf den Gesetzgeber beim Land.

Minnerop warnte, die Jugendlichen fühlten sich nicht ernst genommen, man müsse aufpassen, „dass es nicht zu einer Schein-Partizipation kommt“.

Die Wählergemeinschaft BBS will nun die Strukturen im Jugendzentrum ändern, beantragte erfolgreich, zu prüfen, unter welchen Bedingungen der Verein für Jugend- und Kulturarbeit den Betrieb der „Mühle“ übernehmen könnte. Lichte stellte klar, dass die Stadt „selbst in der Lage sei, eine gute Jugendarbeit zu leisten“.

Wolfgang Glombik

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