Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Er entdeckte das Feuer am Dach: Kevin (12) ist der Held von Sarau
Lokales Segeberg Er entdeckte das Feuer am Dach: Kevin (12) ist der Held von Sarau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:21 30.01.2016
Kevin (12) mit seiner Hündin Luna und dem „LN-Ball nur für Helden“: Er hatte den Brand bemerkt und Alarm geschlagen. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Es war am Sonnabend vor einer Woche, als Kevin Norra von seiner Mutter dazu verdonnert worden war, sein Zimmer aufzuräumen. Große Lust hatte der Zwölfjährige nicht dazu — und so stellte er sich an das Dachfenster, um einen Blick hinauszuwerfen. Er sah zu dem Einfamilienhaus auf der anderen Straßenseite hinüber. Aus dem Schornstein drang Rauch, was noch nicht weiter verwunderlich war. Und doch war etwas anders. Nur kurz wandte sich der Schüler vom Fenster ab, das ihn wenig später aber wieder magisch anzog. Dabei sah er es: Zusätzlich zu dem Rauch aus dem Schornstein waren erste Flammen aus dem Dachstuhl zu sehen. Kevin schlug Alarm.

„Ich habe erst gedacht, er hat nur keine Lust, sein Zimmer aufzuräumen“, sagt Kevins Mutter Meike, die von ihrem Sohn über das Haustelefon informiert worden war. Sie sollte die Feuerwehr rufen. Weil er nicht locker ließ, warf seine Mutter schließlich selbst einen Blick aus dem Fenster und sah die Flammen mit eigenen Augen. Und dann ging alles ganz schnell: Sie wählte die Notrufnummer 112 und rannte los. Mit der Einsatzleitstelle am Ohr klingelte sie bei Sarah Fey und Thilo Fritz, die erst vor eineinhalb Jahren nach Sarau in die Straße Am Huben gezogen waren.

Sie klingelte und klopfte, bis die neunjährige Eleni mit großen Augen die Tür öffnete. Eleni (9) und Elia (6) hatten Besuch von ihren Halbgeschwistern Jannick (6) und Emma (5). Sie hatten gespielt und von dem, was sich über ihren Köpfen tat, nichts mitbekommen. „Im Haus selbst war von dem Feuer nichts zu riechen. Die Kinder haben es nicht bemerkt“, erzählt Kevins Mutter. Sie nahm die Kinder mit zu sich nach Hause, während Kevin den Vater der Kinder holte, der nur wenige Meter entfernt Holz schlug.

„Es hat keine fünf Minuten gedauert, bis die Feuerwehr hier war“, berichtete Kevins Mutter. Insgesamt waren 91 Feuerwehrleute aus den Wehren Glasau, Berlin, Seedorf, Gießelrade und Liensfeld im Einsatz. Während der Löscharbeiten kümmerte sich Kevin um die Nachbarskinder. „Irgendwann habe ich das Rollo zugezogen, damit sie nicht immer hinübersehen konnten“, erzählt der Schüler, der durch sein ungutes Gefühl Schlimmeres verhindert hatte und zum „Held von Sarau“ wurde. Zum Dank für seinen Einsatz bekam er von den Lübecker Nachrichten nun einen „Ball nur für Helden“ geschenkt.

Inzwischen hat die junge Familie eine Ferienwohnung in Sarau bezogen, denn es wird sechs bis acht Monate dauern, bis ihr Heim wieder bewohnbar ist. Ein komplett neuer Dachstuhl ist erforderlich, alle Decken und auch die Fußböden müssen erneuert werden. „Was das Feuer nicht geschafft hat, ist durch das Wasser geschehen. Lediglich die Küchenmöbel sind heil geblieben und weitgehend auch das Wohnzimmer“, erzählt Sarah Fey. Die Kinderzimmer jedoch sind hin und mit ihnen auch das Spielzeug. Die Weihnachtsgeschenke sind zerstört und auch der neue Schulranzen, den Elia für den Schulanfang bekommen hatte, ist hinüber.

In Sarau selbst sind bereits mehrere Aktionen ins Rollen gekommen. Der Verein „Speelgören“ spendiert Elia einen neuen Ranzen und einen CD-Player, damit die Kinder wieder besser einschlafen können.

Weitere Vereine haben bereits Unterstützung zugesagt.

• Wer der Familie ebenfalls in irgendeiner Form helfen möchte, erhält nähere Infos unter der folgenden E-Mail-Adresse: mickymaus76@t-online.de.

„Man weiß ja nie. Deshalb habe ich nachgesehen.“
Kevin Norra (12)

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Frau und Beruf“ zieht eine positive Jahresbilanz.

30.01.2016

In den Betrieben im Kreis Segeberg steigt die Zahl der älteren Arbeitnehmer. Bei den über 65-Jährigen stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2014 bis 2015 um 19,1 Prozent.

01.02.2016

Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KIS) sucht für das „In-Gang-Setzer-Projekt“ jetzt Ehrenamtliche, die neue Selbsthilfegruppen unterstützen.

30.01.2016
Anzeige