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Segeberg Erlebnisbad verschärft Sicherheitsmaßnahmen
Lokales Segeberg Erlebnisbad verschärft Sicherheitsmaßnahmen
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23:53 03.03.2016
„Arriba“-Chef Ruud Swaen kündigte nach den Vorfällen Konsequenzen an. Quelle: Fotos: Fuchs

 Hintergrund ist die angezeigte sexuelle Nötigung und Vergewaltigung von zwei 14 und 18 Jahre alten Mädchen, die im Bereich der Wildwasser-Rutsche von zwei Flüchtlingen aus Afghanistan, 14 und 34 Jahre alt, massiv bedrängt worden sein sollen. Die beiden Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

 

Stadtsprecher Hauke Borchardt am Überwachungs-Terminal der Sicherheitskräfte.

Die zusätzlichen Sicherheitsleute würden sich nun auch in Badekleidung unter die Badegäste mischen und nach dem Rechten sehen, ohne dass sie als Security-Mitarbeiter zu erkennen seien. „Das Arriba-Bad ist ein Familien- Schwimmbad. Die Leute sollen bei uns Spaß haben und sich wohlfühlen“, begründet Swaen die zusätzlichen Maßnahmen.

Im Arriba-Spaßbad ist dieser Vorfall kein Einzelfall. So sei es im Juni 2014 in einer der Rutschen bereits zu ähnlichen sexuellen Übergriffen gekommen, erklärte der Bad- Chef. Dabei hätten sich die Täter in bestimmten Nischen der Rutsche versteckt und Blockaden gebildet, sodass sie andere Badegäste begrapschen und unsittlich berühren konnten. Daraufhin habe die Bad- Leitung sofort reagiert und eine Ampelanlage installiert, sodass seitdem nur noch bei grünem Licht die Rutsche betreten werden darf. Zudem sei nur noch das Rutschen auf Schwimmringen erlaubt, die keine menschlichen Hindernisse mehr möglich machten.

250000 Euro investiere das Arriba schon heute in die Sicherheit ihrer 800000 Badegäste im Jahr, betonte Swaen, der am Sonntag, als 3100 Menschen im Bad waren, sofort über den Vorfall informiert worden war. Wie viele Sicherheitskräfte demnächst insgesamt im Einsatz seien, wollte er aus taktischen Gründen nicht verraten. Zu den 48 Kameras, die schon heute an allen neuralgischen Punkten aufgestellt sind, würden weitere installiert werden. Die genauen Standorte würden noch untersucht.

„Wir überarbeiten jetzt das gesamte Sicherheitskonzept für das Bad“, kündigte Stadtsprecher Hauke Borchardt an. Die Verwaltung sei ob der Geschehnisse hochgradig sensibilisiert. So werde die Beschilderung im Hallenbad erheblich und unmissverständlich in unterschiedlichen Sprachen, darunter auch Arabisch, Farsi und Dari, ausgeweitet. „Wir überlegen auch, bestimmte Bereiche zeitweise zu sperren, damit sie nur von Kindern und Frauen genutzt werden können“, kündigte Swaen an.

Laut Swaen habe es im vorigen Jahr insgesamt 226 Strafanzeigen gegen Badegäste gegeben, die des Diebstahls beschuldigt wurden, alkoholisiert andere belästigt, sich nicht an die Hausordnung gehalten oder sich unflätig benommen hätten. 70 Hausverbote seien erteilt worden. Wie viele sexuelle Übergriffe sich ereignet haben, konnte oder mochte er nicht sagen.

Von bf

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