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Segeberg Erleichterung in Seedorf: Funkfeuer wird nicht gebaut
Lokales Segeberg Erleichterung in Seedorf: Funkfeuer wird nicht gebaut
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17:55 30.09.2017
Das ehemalige Drehfunkfeuer in der Nähe von Heringsdorf (Ostholstein) sollte eigentlich durch den Neubau in Seedorf ersetzt werden. Quelle: Foto: Archiv
Seedorf

Die Verkündung dieser Nachricht hatte sich Seedorfs Bürgermeister Gerd Lentföhr extra für die Sitzung seiner Gemeindevertretung am Donnerstag aufgehoben und sorgte bei den unmittelbaren Nachbarn der geplanten Anlage für Erleichterung. Sie hatten nach einer ersten Infoveranstaltung der Deutschen Flugsicherung (DFS) am 12. April vergangenen Jahres in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Hornsdorf/Hornsmühlen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Bauvorhaben abzubiegen. Ihre Argumente aber fanden kein Gehör. Auch Windkraftunternehmen mussten sich wegen der 15 Kilometer großen Tabuzone um Drehfunkfeuer ebenfalls geschlagen geben. Die DFS hielt an ihren Plänen fest.

„Eigentlich habe ich Woche für Woche mit dem Bauantrag gerechnet“, sagte Gerd Lentföhr auf LN-Anfrage. Der Antrag kam nicht, dafür aber bekam er in der vergangenen Woche einen Anruf und gestern auch eine schriftliche Absage. Als Grund für die geänderten Pläne nannten Fabio Ramos, Leiter für politische Angelegenheiten und Umweltmanagement, sowie Stefan Naerlich, Leiter Navigationsdienste bei der Deutschen Flugsicherung, den Wechsel von konventionellen, bodengebundener Flugverfahren hin zu satellitengestützten Präzisions-Flächennavigationsverfahren.

Darauf hatten zwar schon während der Einwohnerversammlung immer wieder Bürger hingewiesen, jedoch ohne Erfolg. Zwar bestätigte die DFS die technische Möglichkeit, begründete das alte Verfahren aber damit, dass noch nicht alle Flugzeuge mit der Technik ausgestattet seien. Inzwischen aber sollen laut DFS rund 95 Prozent der Luftfahrzeuge mit entsprechenden modernen Navigationssystemen ausgestattet sein.

2020 soll das neue Verfahren der Flächennavigation erstmals eingesetzt werden. Bis 2029 soll die komplette Umstellung erfolgt sein, die zur Folge hat, dass die meisten Drehfunkfeuer im Bundesgebiet abgebaut werden könnten, was die Betreiber von Windkraftanlagen frohlocken lassen dürfte.

Darüber hinaus ging es bei der Sitzung noch um diese Themen:

AÜberschuss 2016: Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde einen Überschuss in Höhe von 43000 Euro erwirtschaftet. Mit dem Betrag steigt die Ergebnisrücklage auf 263000 Euro.

AWassergebühren: Über geringere Gebühren dürfen sich die Anwohner von Up’n Pott/Wiesengrund freuen. Aufgrund einer Neuberechnung reduziert sich der Grundpreis von 6,50 Euro auf vier Euro. Der Verbrauchspreis sinkt von 1,75 Euro auf einen Euro pro Kubikmeter.

A Breitbandversorgung: Nachdem es schon fast so aussah, als blieben die Einwohner der Seedorfer Außenbereiche für immer von der schnellen Datenautobahn abgehängt, gibt es auch für sie gute Nachrichten. „Weitewelt, Aukamp, Kembs, Kuhlenbrook, Fresenfelde, Tensfelder Au und Bahrenkrug sollen Mitte 2018 an die Breitbandversorgung angeschlossen werden“, so der Bürgermeister. Möglich wurde dies durch zusätzliche Fördergelder.

AKrippenplätze: Der Evangelische Kindergarten in Schlamersdorf soll bis August 2018 um 20 Krippenplätze erweitert werden. Bauherr ist zwar die Kirchengemeinde, die Seedorfer Gemeindevertreter aber stimmten dafür, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligt.

 Von Petra Dreu

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