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Ermittler bleiben dran an George: 19 Durchsuchungen

Bad Segeberg Ermittler bleiben dran an George: 19 Durchsuchungen

Gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer von Möbel Kraft laufen seitens Kripo und Staatsanwaltschaft Untersuchungen in fünf Komplexen. Am vergangenen Freitag wurden an 19 verschiedenen Orten in Berlin, Hamburg und im Kreis Segeberg gleichzeitig Durchsuchungen vorgenommen.

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Aufwändige Ermittlungen gegen Gunnar George wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug. Er arbeitet jetzt in Österreich.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Es wird ungemütlich für den früheren Möbel-Kraft-Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden Gunnar George. Dabei schienen die Untersuchungen mit dem Anfangsverdacht Untreue und Betrug fast im Sande zu verlaufen — so lange hatte man nichts von Ermittlern und Staatsanwaltschaft gehört. Doch nun, nach über einem Jahr, schlagen Staatsanwaltschaft und das Kommissariat für Wirtschaftsdelikte mächtig zu. Am vergangenen Freitag sind nach Angaben von Oberstaatsanwalt Axel Bieler an 19 verschiedenen Orten in Berlin, Hamburg und im Kreis Segeberg gleichzeitig Durchsuchungen vorgenommen worden.

Ermittelt werde dabei auch gegen weitere ehemalige Mitarbeiter von Möbel Kraft und gegen Geschäftspartner von George. Hier gehe es um Betrugsvorwürfe. Im Fokus der Ermittler steht vor allem Gunnar George, der vor über einem Jahr von seinem Konzernchef Kurt Krieger entlassen wurde. Krieger sagte damals den LN, dass ihn die Vorgänge „wie ein Blitz aus heiterem Himmel“ getroffen hätten. Die Enttäuschung sei riesig, George galt als sein „Ziehsohn“.

Jetzt werden George Betrug und Untreue vorgeworfen, erklärte Bieler. Er spricht von fünf „Komplexen“, die hinsichtlich der Tatvorwürfe untersucht würden. So soll George beim Verkauf seines Dienstwagens in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Auch soll er beim jährlichen Weihnachtsbaumverkauf vor dem Möbelhaus mitverdient haben. Falsche Spesenabrechnungen werden ihm angekreidet. Auch vom geplanten kleinen Vergnügungspark mit Riesenrad auf dem Kraft-Parkplatz, letztlich eine „Luftnummer“, soll er profitiert haben.

Damals hatte eine Projektentwicklerin das Vorhaben den Stadtpolitikern vorgestellt. Auch diese Planung dürfte Geld gekostet haben. Wie weit sich hier Gunnar George bereichert haben könnte, wird — noch nicht — bekanntgegeben. Der zu untersuchende Tatzeitraum reiche von 2012 bis 2015, sagte Bieler. „Wir haben uns darauf konzentriert.“ Anlass für die Ermittlungen ist eine Anzeige von Kurt Krieger gewesen, der damals der Staatsanwaltschaft belastende Unterlagen zusandte.

Deren Auswertung habe zu einem Anfangsverdacht geführt, und um diesen abzuklären, seien jetzt die Durchsuchungen durchgeführt worden. Wenn eine Anzeige vorliege, müssten erst Vorermittlungen erfolgen, bevor Durchsuchungsbeschlüsse beantragt werden können, erklärte Bieler auf die Frage, warum denn nicht schon viel früher Beweise gesichert worden sind. Deshalb habe es erst jetzt diese „konzertierte Untersuchung“ gegeben.

Ob dabei auch Privatwohnungen von George durchsucht wurden, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. Ob Gunnar George selbst bei einer der Durchsuchungen dabei war, wurde auch nicht gesagt. Jetzt gehe es darum, die Datenmengen, die bei den Durchsuchungen angefallen sind — Kalendernotizen, Buchhaltungsunterlagen, Verträge — zu sortieren und auszuwerten. Die Auswertung des Materials durch das Kieler Wirtschaftskommissariat werde sicher noch Monate dauern, so Bieler. Er stellte auch klar, dass die Tatvorwürfe gegen Gunnar George nichts mit seiner jetzigen Tätigkeit — er ist seit März 2015 Geschäftsführer des Möbelkonzerns Kika/Leiner in Österreich — zu tun haben.

Auch die Höhe des entstandenen Schadens ist noch unbekannt. Hier etwas mitzuteilen, sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, so Bieler. Eine Fluchtgefahr bestehe nicht, ein Haftbefehl für George sei nicht geprüft worden. Obwohl der Berliner jetzt in Österreich arbeite, gebe es auch kein Problem, ihn zu erreichen. In derartigen Fällen werde auch meist über die Anwälte des Tatverdächtigen kommuniziert. George selbst war gestern nicht für die LN erreichbar. Sein Tag sei ausgefüllt „mit Meetings“, hieß es in seiner neuen Firma.

Wolfgang Glombik

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