Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Polizisten nach bisherigen Ermittlungen entlastet
Lokales Segeberg Polizisten nach bisherigen Ermittlungen entlastet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 15.04.2019
Der Transporter des Toten wird am Freitag in der Bad Segeberger Kirchstraße von Mitarbeitern der Spurensicherung begutachtet. Quelle: Oliver Vogt
Bad Segeberg

Die an der Polizeikontrolle beteiligten Polizisten, bei der in der Nacht zu Freitag ein 56 Jahre alter Mann starb, sind nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen offenbar entlastet. „Die rechtsmedizinische Untersuchung des nach einer Verkehrskontrolle in Bad Segeberg verstorbenen 56-Jährigen hat ergeben, dass die Kopfplatzwunde des Mannes nicht todesursächlich war“, teilte die Leitende Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Montag mit. Dass sich der Mann die Wunde während seiner Auseinandersetzung mit den Polizeibeamten zugezogen hatte, sei zwar weiter nicht auszuschließen. Es habe sich aber lediglich um eine oberflächliche Verletzung gehandelt, die in keinem Moment lebensbedrohlich gewesen sei. Woran der Mann tatsächlich gestorben ist, werde sich aber erst nach Abschluss der Untersuchungen in einigen Wochen sagen lassen.

Keine übermäßige Härte

Entlastend für die Polizisten sind offenbar auch die Aussagen der von der Kriminalpolizei befragten Zeugen, die sich während des Zwischenfalls in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatten. „Demnach seien die eingesetzten Polizisten besonnen und professionell, nicht jedoch mit übermäßiger Härte, vorgegangen“, sagte Heß. Dennoch sei es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, um die Ermittlungen für beendet zu erklären, stellte die Oberstaatsanwältin klar. Im Rahmen der Ermittlungen müssten noch weitere Überprüfungen und Befragungen erfolgen.

Wie am Freitag bereits bekannt wurde, war der Verstorbene wegen eines kleineren Drogendeliktes von der Polizei zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben gewesen. Nach LN-Informationen galt der Mann aber keineswegs als Schwerkrimineller. Er soll lediglich Verstöße in Zusammenhang mit Eigenbedarf von Rauschmittel begangenen haben, nicht wegen des Handels damit.

Drogen, Waffen und Bargeld im Rucksack

Gleichwohl dürfte der 56-Jährige kein Interesse gehabt haben, von der Polizei gestoppt zu werden: In seinem Rucksack fanden die Beamten nicht nur Betäubungsmittel, sondern auch eine größere Menge Bargeld, dem Vernehmen nach ein höhrer, vierstelliger Betrag, sowie einige Waffen. „Keine Schusswaffen und keine Messer, aber Gegenstände, die zu Waffen umgebaut worden sind“, sagte Matthias Arends, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion in Kiel. Welchen Zweck diese Gegenstände hatten, sei aber unklar.

Arends zufolge sei der Mann auch mehr oder weniger zufällig in den Fokus der Polizei geraten. Die beiden 29 und 32 Jahre alten Bad Segeberger Beamten hatten den weißen Ford Transit gegen 0.30 Uhr in der Kirchstraße gestoppt, weil ihnen die unsichere Fahrweise aufgefallen sei. Die Kontrolle sei zunächst auch ganz regulär verlaufen, erklärte Arends. Der Mann habe seine Papiere vorgezeigt, habe die Beamten freiwillig zum Streifenwagen begleitet.

Kontrolle verlief zunächst ganz normal

Eskaliert sei die Sache offenbar erst, nachdem die Polizisten den Rucksack kontrolliert und entsprechend unbequeme Fragen zum Inhalt gestellt hatten. Vermutlich hatten sie den 56-Jährigen auch aufgefordert, wegen der laufenden Ermittlung gegen ihn zum Revier mitzukommen. „Was der genaue Auslöser war, wissen wir bisher aber noch nicht“, so Arends. Ob der Mann alkoholisiert war oder unter Einfluss von Betäubungsmittel stand sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Weil sich der Fahrer so heftig wehrte, hatten die beiden Beamten Verstärkung angefordert. Nachdem die insgesamt fünf Beamten den Mann ruhig gestellt hatten, war ihnen eine blutenden Kopfplatzwunde aufgefallen, woraufhin ein Rettungswagen alarmiert worden war. Noch vor dessen Eintreffen brach der Mann aber zusammen. Zwar sollen die Polizisten und einige unbeteiligte Passanten noch versucht haben, ihn zu reanimieren. Dennoch starb er etwa eine Stunde später im Krankenhaus.

Oliver Vogt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr als 500 Anmeldungen für das „Tough Race“ der Bad Oldesloer Hundeschule Dogument im Erlebniswald Trappenkamp liegen schon vor. Termine für den ersten Schlammlauf für Mensch und Tier in Norddeutschland sind der 27. und 28. April.

15.04.2019

Bis ins Halbfinale hatte sie es geschafft, über 30 Kilogramm abgenommen – aber am Sonntag war die Show für sie beendet: Annika aus Fahrenkrug hätte noch mehr Gewicht verlieren müssen, um in der Sat1-Show „The Biggest Loser“ mitmachen zu dürfen.

14.04.2019

1976 kaufte der Seedorfer Jürgen Kaldewey einen Ford Mustang in Berlin. 41 Jahren stand das Kultauto mit einer pikanten Vergangenheit in der Garage und sprang dennoch an.

14.04.2019