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Segeberg Erst gebrochene Nase — dann Versöhnung
Lokales Segeberg Erst gebrochene Nase — dann Versöhnung
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22:22 06.11.2013

„Wenn Soldaten feiern, hauen sie sich schon mal Sprüche um die Ohren“, erklärt Zeuge D. (29) aus Wahlstedt vor dem Segeberger Amtsgericht. Doch in diesem Fall war es nicht bei Sprüchen geblieben: Zeitsoldat L. war es selbst, der das Ende September 2011 zu spüren bekam. Er wurde Opfer einer üblen Attacke seines Kameraden Wolfgang C. (38, alle abgekürzten Namen von der Redaktion geändert) aus Rickling. Der Hauptfeldwebel sitzt nun wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank.

Er soll seinem Opfer beim Oktoberfest bei Kraft in Bad Segeberg erst seinen Kopf gegen dessen Kopf gerammt haben und als Norbert D.. sich stark aus der Nase blutend nach vorn krümmte, noch einen Tritt ins Gesicht verpasst haben. L. ging bewusstlos zu Boden. Vorausgegangen war ein Streit, bei dem der Angeklagte seinem Opfer vorwarf, seine Frau „anzubaggern“. An einen Streit kann sich C. vor Gericht zwar erinnern, auch an die Kopfnuss — einen Tritt will er seinem Kameraden aber nicht verpasst haben.

Alle seien alkoholisiert gewesen und Norbert D.., der auch noch ein Fußballkumpel von ihm sei, habe die Hand gegen ihn erhoben, als wolle er angreifen. Da habe er sich nicht anders zu wehren gewusst als durch die Kopfnuss. Inzwischen habe man sich ausgesprochen und versöhnt, ergänzt der Angeklagte.

Norbert, der eine gebrochene Nase davontrug, bestätigt die Versöhnung und spielt den Vorfall selbst herunter: Der Tritt habe er eher als „subjektive Empfindung“ gespürt und gar nicht gesehen. „Warum trauen sie ihren Empfindungen denn nicht ?" will Richterin Sabine Roggendorf wissen. Ob sich der Zeuge vielleicht überlegt habe, dass er die Karriere des Angeklagten durch diese Aussage womöglich zerstöre. Der Zeuge verneint das energisch. Vernommen werden noch zwei Vorgesetzte des Angeklagten, eine Polizistin und eine Zeugin. Doch alle Aussagen sind wenig ergiebig.

Nach einem Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen schlägt die Richterin die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage vor. Es sei alles andere als eine Kleinigkeit, eine solche Kopf- oder Nasenverletzung könne durchaus lebensgefährlich sein. Da das Opfer aber vollständig gesundet sei, die Sache lange her ist und sich die Parteien vertragen hätten, sei diese Lösung vertretbar. C.

windet sich, er habe sich doch nur verteidigt, stimmt dann aber zähneknirschend zu und sein Vorstrafenregister wird dadurch sauber bleiben.

Das Verfahren wird also eingestellt mit der Auflage, dass der Soldat eine Geldauflage von 600 Euro an die Suchtberatungsstelle ATS in Bad Segeberg zahlt.

LN

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