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Segeberg Erste Besichtigung im Wasserwerksbunker
Lokales Segeberg Erste Besichtigung im Wasserwerksbunker
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22:28 01.11.2013
Wahlstedts Wasserwerksbunker wird zum Dokumentationszentrum. Für die Öffentlichkeit heißt es immer noch „Betreten verboten“. Angelika Remmers und Heinz Jürgensen vom Heimatmuseum in Fahrenkrug haben jetzt erstmal die Förderer des Projekts eingeladen. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop
Wahlstedt

Langsam wandelt sich der alte Wasserwerksbunker an der Waldstraße zum Dokumentationszentrum über die Vergangenheit der Stadt als Marineartilleriearsenal. Viel Energie, handwerkliches Geschick und Enthusiasmus haben die ehrenamtlichen Helfer in das Vorhaben gesteckt, während Stadt, Förderer und Spender für die Finanzierung gesorgt hatten. Das Dach ist dicht, alte Armaturen in Schuss gebracht, Ausstellungs-Sockel verputzt, Türen und Fenster überarbeitet. Heute sind die fördernden Mitglieder des Heimat- und Handwerksmuseums, Wahlstedts Stadtvertreter und wählbare Bürger zur Besichtigung der Fortschritte im Herzstück für die geschichtliche Aufarbeitung Wahlstedts geladen.

Das Vorhaben nimmt inzwischen deutlich Gestalt an, aber Initiatorin Angelika Remmers, Leiterin der Volkshochschule Wahlstedt, hofft zudem auf eine erneute Finanzspritze. „Die Decke muss noch saniert werden, und außen fehlt am Dach ein Regenabfluss“, zählt sie auf und überschlägt: „Wir brauchen bestimmt noch einmal um die 12 000 Euro.“ Außerdem plane sie unter anderem auch erklärende Tafeln zum Geschichtspfad anzuschaffen: „Aufzuzeigen, wie groß das Arsenal war, reicht schließlich nicht. Wir brauchen Arbeitsmaterial, etwa für Schüler.“

Die ersten Ausstellungsstücke sind unterdessen bereits aufgestellt und vorsorglich mit großen Plastikplanen abgedeckt. Ein alter Bollerwagen einstiger Flüchtlinge, die nach Wahlstedt gekommen waren, ist darunter, Blechgeschirr und jede Menge Koffer. „Schön, dass man das in Wahlstedt anfasst. Das gehört zu uns, und wir sollten es nicht verleugnen“, sagt Helfer Hans-Jürgen Fait zu seinen Beweggründen, mitzumachen. Eine alte Pumpe, wie eine, die einst Teil des Wasserwerksbunkers war, sieht aus wie neu. Die Firma Grundfos steuerte sie bei. Und am Donnerstag kam Fahrenkrugs Museumsdirektor Heinz Jürgensen vorbei und brachte eine alte Schreibmaschine mit, die einst in einer Schreibstube des Arsenals benutzt worden war. Bau- und Fernleitungspläne, Grundrisszeichnungen, Flur- und andere Karten mit dem nicht zu übersehenden Aufdruck „Geheim“ in leuchtend roter Farbe liegen zur Ausstellung bereit, und auf einer Staffelei hat der letzte Arsenalsbefehl, ausgestellt am 3. Dezember 1947, seinen Platz gefunden.

Zudem zeigen 57 Spenderfliesen, die an einer Wand angebracht sind, dass bereits viele das Dokumentationszentrum unterstützt haben. „Für 100 Euro können Firmen so eine Fliese mit Motiv aus dem Geschichtspfad und ihrem Namen kaufen. Privatpersonen sind mit 50 Euro dabei“, wirbt Angelika Remmers um Spenden. Wann genau das Dokumentationszentrum einem breiten Publikum zugängig gemacht wird, wisse sie noch nicht, so Remmers, „aber ich denke im Frühjahr 2014“.

Spenden für das Dokumentationszentrum
Wer dem Heimat- und Handwerksmuseum Wahlstedt (geöffnet donnerstags von 15 bis 17 Uhr) eine Spende für das Dokumentationszentrum zukommen lassen möchte und sich für eine der Spenderfliesen interessiert, kann sich an die VHS Wahlstedt unter Telefon 045 54/59 12 wenden. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.vhs-wahlstedt.de. hil
„Das alles gehört zu uns, und wir sollten es nicht verleugnen.“
Hans-Jürgen Fait, Helfer

Heike Hiltrop

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