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Segeberg Erste Erzieher kommen vom BBZ
Lokales Segeberg Erste Erzieher kommen vom BBZ
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20:13 10.01.2018
Im Gespräch mit angehenden Erziehern waren gestern Eka von Kalben und BBZ-Leiter Heinz Sandbrink. Quelle: Foto: Irene Burow
Bad Segeberg

Wer gute Kitas haben will, braucht gutes Personal. Aus diesem Grund ist am BBZ 2017 eine dreijährige Fachschulausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher gestartet. Es sind die ersten Erzieher, die über drei Jahre direkt im Kreis ausgebildet werden. Vorher mussten Segeberger für eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher bisher nach Neumünster fahren, nach Lübeck oder Bad Oldesloe. Auch die verkürzte zweijährige Ausbildung, wofür die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten Voraussetzung ist, gibt es erst seit 2014. Selbst wenn Stellen in Kitas geschaffen werden – sie können kaum besetzt werden, weiß BBZ-Leiter Heinz Sandbrink. Im Umkreis von 25 Kilometern würden derzeit 24 Erzieher gesucht, im Umkreis von 50 Kilometern knapp 500. „Und das betrifft ja nicht nur Kindertagesstätten, sondern auch Jugend- und Heimerzieher und Betreuer, die Flüchtlinge begleiten“, sagt Heinz Sandbrink. Die ersten Erzieher, die das BBZ verlassen haben, sind alle untergekommen.

Man wolle jetzt in die Werbeoffensive gehen, sagt er, damit in der dreijährigen Fachschulausbildung bald eine zweite Klasse eröffnet werden kann. 2018 verlassen 22 Erzieher das Haus, 2019 20 und 2020 werden es dann voraussichtlich 40 sein.

Sie finden die Aufgabe wichtig, sind überzeugt von der Idee und haben gefühlt die richtige Berufswahl getroffen: Die angehenden Erzieher am Berufsbildungszentrum (BBZ) brennen für ihren Job. Aber die Gesellschaft tut es nicht. „Es ist ein sehr starkes und von vielen ausgeprägtes Gefühl“, musste die kitapolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Eka von Kalben, gestern feststellen. Die Lebensläufe sind teils erstaunlich, die Azubis mit unterschiedlichster Vorbildung sind wie gemacht, um später in Kitas kompetente und einfühlsame Betreuer zu werden. Und dennoch werden sie in einen Arbeitsmarkt entlassen, in der die Belastung groß ist und das Image mangelhaft. „Es gilt der Eindruck vom Laternen bastelnden und Liedchen singenden Erzieher. Wie hoch das Niveau und wie groß die Verantwortung ist, das erkennen andere leider nicht“, fasst Eka von Kalben die Gespräche zusammen. Sie wüssten nicht, ob sie sich freuen sollen, dass sie gebraucht werden, oder ob die Angst vor den Belastungen größer ist. „Wir müssen ein gutes Image noch mehr fördern.“ Sie will sich zudem im Landtag dafür einsetzen, dass Schulen bessere Möglichkeiten bekommen, das Berufsbild zu vermarkten. Und auf die Finanzierung hinzuweisen: Denn Erzieher in der Ausbildung verdienen noch nichts. Eine Lösung ist es, das Meister-BAföG als staatliche Förderung besser zu bewerben. Denn: „Wir sind auf die Erzieher angewiesen, nicht sie auf uns“, sagt die Grüne.

Verbesserungen für Kindertagesstätten ist ein Kernziel des Jamaika-Bündnisses in der Landesregierung. Dazu gehört, die Kosten für Eltern und Kommunen zu senken und die Qualität in den Kitas zu steigern, also beispielsweise kleinere Gruppen und mehr Erzieher. Der Markt ist jedoch leergefegt, es rücken nicht genug Fachkräfte nach. Im April 2018 sollen erste Eckpunkte zur geplanten Neuordnung der Kita-Gesetzgebung dem Landtag vorgelegt werden.

Von Irene Burow

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