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Segeberg Wasserspender an Trappenkamper Grundschule
Lokales Segeberg Wasserspender an Trappenkamper Grundschule
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20:06 26.09.2018
Emmely (l.) und Amy (beide 9), haben zum ersten Mal den Spender getestet und gehen mit gefüllten Flaschen in den Klassenraum. Quelle: Irene Burow
Trappenkamp

Eine Installation von Schülern zeigt es: Rund die Hälfte einer Colaflasche ist mit Zucker gefüllt. Bei anderen Limonaden und Säften sieht es nicht viel besser aus. Die Trappenkamper Grundschule hat einen Wasserspender aufgestellt – um alle Kinder tagsüber mit dem gesündesten Lebensmittel überhaupt zu versorgen. In Unternehmen wird es immer gängiger, und auch andere Initiativen beschäftigen sich mit Wasserspenden. Doch Trappenkamp ist die erste Schule im Kreis Segeberg.

Gut für Umwelt, Zähne und Gewicht

„Das ist ein grandioses Projekt“, schwärmt Schulleiter Sven Teegen. „Wir sind eine Offene Ganztagsschule. Die Schüler sind den halben Tag hier, viele von 7 bis 16.30 Uhr.“ Die Ziele liegen auf der Hand: Umweltschutz, gesündere Zähne und weniger Übergewicht. Der Wasserspender soll Schüler dazu animieren, mehr zu trinken – so viel Wasser, wie sie möchten.

„Unsere AG Jugendzahnpflege ist ohnehin regelmäßig in der Schule“, sagt die Gesundheitsplanerin des Kreises, Anna Walther. Die Mitarbeiter hätten dabei festgestellt, dass es nicht nur im Kindergarten, sondern auch in der Grundschule sinnvoll sei, einen zuckerfreien Vormittag zu gestalten. „Die Idee mit dem Wasserspender ist in Trappenkamp gleich sehr gut angekommen“, sagt sie.

„Wasser ist der Durstlöscher Nummer eins.“

Nun hängt es nicht mehr davon ab, was die Kinder von zu Hause mitbekommen. „Sie haben den ganzen Tag Zugang zum Wasser“, sagt Anna Walther. „Es erfüllt natürlich alle Qualitätsmerkmale, die Leitungswasser braucht“, erklärt Werner Schultz, Leiter der Trappenkamper Gemeindewerke, die den Ort mit Wasser versorgen.

Flaschen für alle Kinder

Vor zwei Jahren hat die Schule das Projekt schon einmal verfolgt, es dann aber mangels Finanzierung wieder begraben. Nun hat es geklappt: Das Gerät hat 2600 Euro gekostet, finanziert vom Kreis und den Gemeindewerken. Der Schulförderverein hat dafür die Ärmel hochgekrempelt. „Wir wollten ein Gerät, das nachhaltig ist“, begründet Kreis-Zahnärztin Alexandra Emken den recht stolzen Preis. Es gibt jedoch einen feinen Unterschied zum Wasser aus dem Hahn: Es ist hygienisch noch kontrollierter. „Die Düse ist nicht sichtbar. Sie reinigt sich von selbst und wird permanent keimfrei gehalten“, erklärt die Gesundheitsplanerin. Die Bedienung ist einfach. Und gespart wird nicht nur einiges an Zucker, für die Kinder ist die Nutzung auch kostenlos.

Am Mittwoch hieß es für alle elf Klassen zum ersten Mal Schlange stehen: Einer der drei Knöpfe muss fest gedrückt werden, damit sich die Flasche mit Wasser füllt. Es kommt ungekühlt, gekühlt oder mit Kohlensäure daher. Die Jugendzahnpflege hat dafür 230 Flaschen verteilt – an alle Kinder, die vorsichtshalber ihren Namen darauf geschrieben haben.

Zähne sind zum Kauen da

Die Grundschule hat das Gerät zum Anlass genommen zwei Projekttage zu gestalten. Passend zum Thema wurde am Dienstag und Mittwoch über Umweltschutz und gesunde Ernährung gesprochen. Dabei haben Zahnprophylaxe-Helferinnen mit den Kindern ein „kau-aktives Frühstück“ zubereitet. „Zähne sind zum Kauen da“, betont Zahnärztin Alexandra Emken. Der Trend gehe leider immer mehr zu Joghurt oder Smoothies.

Gemüse-Schildkröten zum Frühstück

Deshalb wurde viel Gemüse verwendet – kreativ hergerichtet. So gab es unter anderem kleine Schildkröten: ein halber Apfel auf vier Karottenscheiben und einem Weintraubenkopf. „Es hat so viel Spaß gemacht, dass wir gucken wollen, wie wir weiter damit umgehen“, sagt Schulleiter Teegen. Auch das Thema Müll wurde aufgegriffen. Der Kreis hofft nun auf Nachahmer, damit alle Kinder Zugang zu Wasser in den Schulen haben.

Irene Burow

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