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Segeberg Erstmals führt eine Frau die Amtsgeschäfte in Norderstedt
Lokales Segeberg Erstmals führt eine Frau die Amtsgeschäfte in Norderstedt
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22:08 10.01.2018
Die Unterzeichnung von einigen Dokumenten gehörten zur ersten Amtshandlung der neuen Oberbürgermeisterin von Norderstedt. Quelle: Fotos: Burkhard Fuchs
Norderstedt

Ihre erste Amtshandlung am Mittwochmorgen seien ein paar erste Unterschriften auf Akten gewesen, erzählte eine sehr aufgeräumte 51 Jahre alte Oberbürgermeisterin in ihrem Büro im dritten Stock des Rathauses, in das sie etwa ein Dutzend Medienvertreter zu einem ersten Kennenlern-Gespräch eingeladen hatte.

 

Elke Christina Roeder will immer ein „offenes Ohr“ für die Bürger haben.

Die Bürger würden eher merken, dass jetzt eine Frau an der Spitze der 1200-Mitarbeiter-Verwaltung sei als eine Sozialdemokratin, sagte Roeder. „Frauen haben andere Umgangsformen und einen anderen Blick auf Dinge wie die Männer.“ Noch wohne sie in Neumünster, wo sie 2015 bei der OB-Wahl gegen Amtsinhaber Olaf Tauras scheiterte. „Ich suche ein Haus in Norderstedt“, bekannte die Verwaltungschefin. Aber auch sie bekomme nun den engen Wohnungsmarkt in der größten Stadt des Kreises Segeberg voll zu spüren.

Darum werde auch eine ihrer ersten Initiativen sein, gemeinsam mit den Wohnungsbauunternehmen Norderstedts „ein lokales Bündnis“ für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sein, kündigte Roeder an.

„Da ist Handlungsbedarf“, weiß sie nun auch aus eigener Erfahrung. Und die ersten Signale aus der Wohnungswirtschaft seien positiv.

Das Wachstum der Stadt, die im November gerade die 80000-Einwohner-Grenze überschritten hat, müsse aber begrenzt bleiben. Die Stadt müsse ihre „grünen Oasen“ behalten, auch um mit den „weichen Standortfaktoren“ wie Freizeitwert, Kulturangebot, Bildungssystem und kostengünstigem Wohnraum in Zukunft beim Wettbewerb um neue Fachkräfte nicht gegenüber anderen Kommunen ins Hintertreffen zu geraten. „Dafür müssen wir die Lebensqualität steigern und die Luftqualität verbessern, damit die Menschen gerne in Norderstedt leben wollen“, sagte Roeder, die bis 2014 Bürgermeisterin im Kurort Bad Pyrmont war.

Auch wenn sie selbst auf ihren vielen Autofahrten im monatelangen Wahlkampf von Neumünster nach Norderstedt nur einmal im Stau stand, wisse sie doch, wie sehr die Verkehrsproblematik die Norderstedter Bürger nerve. Darum will sie jetzt schnell mit Hilfe eines externen Gutachtens untersuchen lassen, welche Ampelschaltungen für einen besseren Verkehrsfluss verändert werden können. Auch die zahlreichen Blitzgeräte für Temposünder, die Norderstedt seit gut einem Jahr überall im Stadtgebiet aufgestellt hat, wolle sie noch mal auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüfen. „Da, wo ich ihren Sinn nicht erkenne, kommen sie wieder weg.“

Auch den Fluglärmschutz sehe sie als Chefsache. Zumindest am Anfang werde sie Norderstedt persönlich in der Fluglärmschutzkommission vertreten, anders als es ihr Amtsvorgänger Hans-Joachim Grote (CDU) viele Jahre gehandhabt hat. „Es wäre schon viel erreicht, wenn endlich die Nachtruhe zwischen 23 und 6 Uhr eingehalten werden würde“, betonte Oberbürgermeisterin Roeder.

Sie verspricht, „immer ein offenes Ohr für die Bürger“ haben zu wollen. Darum werde sie auch monatliche Bürger-Sprechstunden anbieten, kündigte Roeder an, die sich mit einem Kurzurlaub auf Lanzarote für die neue Aufgabe in Norderstedt erholt habe.

 Von Burkhard Fuchs

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