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Segeberg Es geht noch heißer: Sauna im Sommer
Lokales Segeberg Es geht noch heißer: Sauna im Sommer
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13:54 09.08.2018
Seit zwei Jahren gibt es die Außensauna. Ende August gibt es auf dem 12000 Quadratmeter großen Gelände in Bockhorn ein Sommerfest, sagt Friedrich Brakk. Quelle: Fotos: Irene Burow
Bockhorn

„Wir sind sonst auf zwei Monate Sommerzeit eingestellt, in denen es ruhiger ist“, sagt Friedrich Brakk, der zusammen mit seiner Frau Elena den Saunapark in Bockhorn leitet. „Jetzt ist es schon seit fünf Monaten heiß. Es ist das erste Mal, dass wir den Einschnitt deutlich merken.“ In den vergangenen Tagen haben sie den Betrieb wieder flott gemacht: Die Saunen leer geräumt und geschrubbt, den großen Garten geharkt und ein neues Kassensystem installiert.

Im Kreis gibt es etwa eine handvoll Saunen: Im Hotel, am Freibad oder beim Camping. Sie sind fast ganzjährig geöffnet, selbst im Hochsommer herrscht reger Betrieb. Der Saunapark in Bockhorn öffnet heute wieder. Die lange Sommerzeit macht sich hier dennoch bemerkbar.

„Wir freuen uns, dass es jetzt wieder losgeht“, sagt Elena Brakk nach zwei Wochen Betriebsferien. Beide sind zuversichtlich: „Es ist noch nie keiner gekommen“, so der 54-Jährige lachend. Mindestens mit den Stammgästen können sie rechnen. „Egal, wie warm es draußen ist, die Leute kommen trotzdem.“ Wenn auch nicht ganz so viele, wie in den Wintermonaten. „Das ist der größte Fehler, den die Menschen machen: Im Sommer nicht in die Sauna zu gehen“, sagt Horst-Günther Hunger, Vorsitzender des Saunavereins des Bad Bramstedter Freibades Roland Oase. Die Rechnung sei ganz einfach: „Wer von 90 Grad in eine Umgebung von 30 Grad kommt, findet es angenehm kühl und schwitzt nicht mehr.“

Es sei das ganze Jahr geöffnet, im Sommer kämen Besucher jedoch eher nachmittags und abends, sagt Freibad-Mitarbeiter David Kalusok. „Erst wer durchgehend in die Sauna geht, steigert seine Abwehrkräfte ungemein“, weiß Horst-Günther Hunger. „Das hat nicht unbedingt was mit Freude oder Lust zu tun, man tut ganz bewusst etwas für seine Gesundheit.“ Drei Saunen gibt es hier. Die Auswahl an Schwitzmöglichkeiten: Kräutersauna, Finnische Sauna und Kelosauna sind 65 Grad bis 90 Grad heiß. Seit 2010 wird sie vom Saunaverein betrieben, ein 600 Quadratmeter großer Außenbereich dient zur Entspannung.

In Bockhorn geht es noch heißer: eine Blocksauna draußen und eine Finnische Sauna haben jeweils 95 Grad. Dazu gibt es eine 55-Grad-Sauna und ein Dampfbad. „Es ist falsch im Sommer nicht zu gehen“, weiß auch Friedrich Brakk. Regelmäßigkeit sei besser, denn der Körper brauche Zeit, um sich umzustellen. Er und seine Frau betreiben den Saunapark in Bockhorn, direkt an der B206, im siebten Jahr.

Beide kommen ursprünglich aus Kasachstan, sind seit den 90er Jahren im Kreis Segeberg. Als er arbeitslos wurde, kam die Idee, einen Wellnessbetrieb zu eröffnen. „Und das hat funktioniert“, sagt er .

Viele ihrer Stammgäste sind Landsleute, weil sie weit und breit die einzigen sind, die die Banja anbieten – ein traditionelles osteuropäisches Dampfbad, das per Holzofen beheizt wird. Dort mieten sich private Gruppen ein, um die typischen Aufgüsse mit Eichen- und Birkenzweigen zu erleben. An Banja-Abenden wird auch neuen Besuchern bei jeder Menge Tee, Schaschlik und Pelmeni die Tradition erklärt. „Unsere Gäste kommen aus allen Berufgruppen“, sagt Elena Brakk. „Es freut uns, dass alle gut miteinander zurechtkommen.“ Im kommenden Jahr wollen sie mit ihrem Familienbetrieb besser auf lange Hitzeperioden eingestellt sein. Dann wollen die Saunameister das Wellnessangebot um Naturkosmetik-Anwendungen erweitern.

Von Irene Burow

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