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Segeberg „Es wird den Schülern überlassen, wann sie lernen“
Lokales Segeberg „Es wird den Schülern überlassen, wann sie lernen“
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20:32 14.06.2016
Interessante Erfahrungen in Finnland: Hannah Sorgenfrei, Bürgervorsteherin Ingrid Altner, Peer Vollert, Rektorin Nele Degenhardt, Theo Petersen, Mareile Voß. Quelle: Domann

Kein Gedränge und Lärm in den Schulfluren, dafür Handys im Unterricht. Das sind nur einige ungewohnte Erfahrungen, die vier Dahlmannschüler für einige Tage in Finnland gemacht haben. Im Rahmen der seit 1954 bestehenden Städtepartnerschaft mit Riihimäki haben die Oberstufenschüler Theo Petersen, Hannah Sorgenfrei, Peer Vollert und Mareile Voß knapp eine Woche in Finnland verbracht. Die Reisekosten, 1500 Euro, hat die Stadt übernommen.

Drei Vormittage haben die Schüler in den finnischen Schulalltag geschnuppert und mit ihren Gastfamilien Landschaft, Kunst und Kultur erkundet. Begeistert sind alle vier von der Offenheit und der Gastfreundlichkeit der Finnen. Beeindruckt hat sie aber auch das Schulsystem. Sie waren im „Riihimäen Lukio“ im Oberstufen-Gymnasium Riihimäkis, das etwa 500 Schüler hat. Mündliche Beteiligung gibt es kaum, die Lehrer lesen den Stoff vor, die Schüler lesen in ihren Büchern mit und sind mit ihren Handys beschäftigt. „Es gibt Wlan für alle, in jedem Klassenraum hängt ein Smartboard, es wird nicht mit Zetteln gearbeitet“, sagt Theo. Und Mareile ergänzt, dass die Schüler aber viele Hausaufgaben machen würden.

Bürgervorsteherin Ingrid Altner, die die Reise begleitet hat, sagte, dass das ein großer Unterschied der Schulsysteme sei: Die finnischen Oberstufen-Schüler werden ans wissenschaftliche Arbeiten herangeführt. Auch Nele Degenhardt, Rektorin der Dahlmannschule, die ihre Schüler privat begleitet hat, war überrascht über die Handys im Unterricht. „Es wird den Schülern überlassen, wann sie lernen.“ Und diese Freiheit haben auch die Deutschen genossen. Auf den Gängen und im Unterricht werde leise gesprochen, es gebe keine Schulklingel, weil gelernt werde. In der Mensa gebe es kostenloses Essen für die Schüler. „Sie haben ihre Taschen im Flur liegen lassen, niemand hat Angst, dass etwas geklaut wird. Da ist ein Vertrauen untereinander“, erzählt Mareile.

Freiheit und Vertrauen scheinen den Schulalltag zu prägen. Gibt es doch mal Probleme, sei das für viele in digitaler Form einsehbar. Jeder Lehrer hat einen eigenen Computer und das Programm „Wilma“.

„Verspätungen, keine Hausaufgaben gemacht sowie Noten werden dort eingetragen“, erklärt Peer. Auch die Eltern hätten darauf Zugriff. Die seien sogar verpflichtet, regelmäßig Wilma anzuklicken, so Nele Degenhardt. Gut sei auch, dass die Schüler in ihrem Tempo das Abitur machen könnten. Innerhalb von zwei bis vier Jahren sei das möglich.

Schüler und Rektorin sind sich einig, dass es eine grandiose Zeit in Riihimäki war. Auch eine Schulpatenschaft soll sich aus dem Besuch entwickeln.

sd

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