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Segeberg Eskalierte Party: 33-Jähriger muss ins Gefängnis
Lokales Segeberg Eskalierte Party: 33-Jähriger muss ins Gefängnis
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18:18 07.06.2016

Seit seinem vierzehnten Lebensjahr ist Erwin R. (33, Namen geändert) aus Hamburg drogensüchtig. Die kriminelle Karriere des in Bulgarien geborenen Mannes begann 2005 und besteht überwiegend aus Verurteilungen wegen Diebstahlstaten. Die brutale Tat vom Mai 2014, die ihm nun vorgeworfen wird, passt nicht so recht in das Bild: Eugen R. saß auf der Anklagebank des Norderstedter Amtsgerichts, weil er von Alkohol und Drogen benebelt, mehrmals auf einen Trinkkumpanen einstach. Das Opfer Nikolai B. (23) wurde durch zwei Stichwunden im Oberkörper so schwer verletzt, dass eine Notoperation nötig war.

Der Angeklagte wurde in Handschellen in den Gerichtssaal des Norderstedter Amtsgerichts geführt. Gleich zu Prozessbeginn zog sich das Gericht unter Vorsitz von Amtsrichter Jan Buchert zu einem Rechtsgespräch zurück. Das Ergebnis ist ein „Deal“: Das Gericht sicherte dem Angeklagten bei einem Geständnis zu, bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von maximal einem Jahr zu verhängen. Der Angeklagte ließ daraufhin durch seinen Verteidiger eine Erklärung abgeben, in der er gesteht, während eines Streits ein Messer gezückt, vor seinem Opfer herumgefuchtelt und es dabei getroffen zu haben.

Täter und Opfer hatten sich zufällig an jenem Abend in Hamburg getroffen. Nach übereinstimmenden Aussagen beider Männer lud Nikolai B. den Angeklagten zu einer Feier am Bahnhof Norderstedt-Mitte ein.

Es wurde zunächst friedlich getrunken bis die Freunde von B., wie sie übereinstimmend aussagten, den Angeklagten nicht mehr dabei haben wollten, da dieser begann von Drogen zu reden.

Erwin R. selbst behauptete, es habe erst einen Streit, dann eine Schubserei zwischen ihm und Nikolai B. stattgefunden. „Mein Mandant wurde in Richtung der Gleise gestoßen, landete auf den Gleisen und wurde geschlagen und getreten“, so der Verteidiger.

Fakt ist, dass die Polizei den verstörten Angeklagten auf den Gleisen vorfand. Weiter steht fest, dass der Angeklagte seinem Opfer vorher zweimal mit einem in seinem Rucksack mitgeführten Messer in den Oberkörper stach, wodurch dieses schwere, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitt.

Zwar sprach der Verteidiger nicht von einer Notwehrsituation, betonte aber, dass die bei dem Angeklagten, neben einem Blutalkoholgehalt von 1,6 Promille, zur Tatzeit festgestellten verschiedenen Drogen die „Überreaktion“ ausgelöst hätten.

Der Angeklagte ist inzwischen wieder „clean“. Auf die Frage des Richters, wie sein Leben weitergehen soll, antwortet Erwin R.: „Ich möchte eine Therapie machen, arbeiten und meine Mutter, meine kranke Schwester und meinen Hund versorgen.“ Für eine positive Sozialprognose reichten diese Zukunftspläne nach Ansicht von Richter Buchert nicht. Er verurteilt den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung. Martina Kausch

LN

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