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Ex-Freundin nach Sex erstochen - 21-Jähriger muss achteinhalb Jahre in Haft

Kiel Ex-Freundin nach Sex erstochen - 21-Jähriger muss achteinhalb Jahre in Haft

Vor ihrem Tod hatten sie noch Sex im Auto. Dann musste sie sterben, weil ihr Freund nicht akzeptieren wollte, dass sie sich von ihm trennt. Für den heimtückischen Mord an seiner früheren Freundin muss ein 21-jähriger Angeklagter für acht Jahre und sechs Monate in Jugendhaft. 

Kiel . Für den heimtückischen Mord an seiner früheren Freundin ist ein 21-Jähriger zu acht Jahren und sechs Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Das Kieler Landgericht sprach den jungen Mann am Freitag schuldig, seine Freundin am 8. April bei Lentföhrden (Kreis Segeberg) im Auto mit einem Messerstich in den Rücken getötet zu haben. Der wuchtige Stich drang elfeinhalb Zentimeter tief in den Körper ein und durchtrennte die Lungenschlagader der jungen Frau. Sie verblutete. Der damals 20-Jährige raste davon und wurde wenig später von einer Motorradstreife angehalten. Wegen Blutspuren an sich und dem Fahrzeug wurde er festgenommen. Der junge Mann gestand sofort.

„Der Angeklagte ist des Mordes schuldig“, sagte der Vorsitzende der Jugendstrafkammer, Stefan Becker. „Er hat sie vorsätzlich und letztlich geplant getötet.“ Dabei nutzte der damals 20-Jährige aus, dass ihm seine gleichaltrige Freundin arg- und wehrlos den Rücken zuwendete. Ihr Körper fiel nach dem tödlichen Stich aus dem Wagen. Er ließ sie auf dem Feldweg liegen, bevor er davonfuhr.

Nach Feststellungen des Gerichtes kam der reifeverzögerte junge Mann nicht damit zurecht, dass seine Freundin sich von ihm abzuwenden begann und zugleich eine gute Beziehung zu seiner Mutter behielt. Sie hatte sich zunehmend vom Angeklagten gelöst, wurde selbstbewusster, suchte einen Mann, der sie akzeptierte, wie sie war. „Er spürte, dass er sie verlor. Das konnte er nicht ertragen“, sagte der Richter.

"Er sah in der Tötung den einzigen Ausweg"

Der Mord geschah demnach „vor dem Hintergrund eines schweren narzisstischen Gekränktseins“. Ob der Angeklagte aus Eifersucht, Wut oder Verzweiflung handelte, blieb vor Gericht zwar letztlich offen, sagte Becker. Er glaubte aber, sie habe einen anderen, und plante ihren Tod. „Die Tat stellt sich als Ausfluss einer Reifungskrise eines jungen, selbstunsicheren Mannes dar, der, so unverständlich das auch bleibt, in der Tötung den einzigen Ausweg sah.“

Der 21-Jährige und das Opfer waren seit ihrem 16. Lebensjahr ein Paar. „Bis zum tragischen Ende gab es immer wieder kurzzeitige Trennungen. Doch immer wieder kamen sie zusammen.“ Sex spielte demnach eine bedeutende Rolle in der Beziehung. Auch unmittelbar vor dem Mord hatten beide trotz ihrer Trennung noch Sex im Auto, bevor der Angeklagte dann - wie am Vortag geplant - heimtückisch zustach. Die Tat hatte er kurz davor schon einmal beabsichtigt, aber dann doch gezögert.

Die Angehörigen der Toten waren Nebenkläger in dem Verfahren. Sie fielen sich nach dem Urteil weinend in die Arme. Aus dem Publikum hieß es: „Das Strafmaß ist doch viel zu wenig.“ Die Jugendstrafkammer blieb um ein halbes Jahr unter dem Strafantrag des Staatsanwaltes. Der hatte neun Jahre Jugendhaft beantragt, zeigte sich aber zufrieden mit dem Urteil. Verteidigung und Nebenklagevertreter hatten keinen konkreten Strafantrag gestellt.

Der Angeklagte galt zur Tatzeit als Heranwachsender, wegen seiner Unreife falle er unter Jugendstrafrecht, sagte Becker. Ihm sei aufgrund seiner Persönlichkeit, „für die er nichts kann“, der Blick für die Gefühle anderer verstellt. Trotzdem sei er voll schuldfähig.

Das Gericht erkannte ebenso wenig wie der Staatsanwalt auf eine besondere Schwere der Schuld. „Wenngleich wir den Wunsch der Nebenklage nach Sühne natürlich verstehen, so liegt juristisch kein Fall der besonderen Schwere der Schuld vor“, betonte der Kammervorsitzende. Dann wäre eine Höchststrafe von 15 Jahren Haft möglich gewesen.

Der Prozess fand seit seinem Beginn Anfang Oktober zum Schutz der Intimsphäre von Opfer, dessen Angehörigen und dem Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur zur Anklageverlesung und zum Urteil war die Öffentlichkeit zugelassen.

dpa

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