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Segeberg Extraschichten für die Bauhof-Teams
Lokales Segeberg Extraschichten für die Bauhof-Teams
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22:34 18.01.2018
Warten am Zob: Der Busverkehr wurde im Kreis nahezu eingestellt.
Bad Segeberg

„Die Autokraft stellt die Verkehre im Kreis Segeberg aufgrund der Wetterlage vorerst ein“, hieß es vom Unternehmen um 12 Uhr. Der Stadtbus-Betreiber hatte bereits um 11 Uhr entschieden, den Busverkehr vorsichtshalber einzustellen. Viele Eltern mussten kreativ werden, um ihre Kinder nach Hause zu holen. Die Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH fuhren hingegen durchgängig. „Vielleicht war die Wetterlage im Nordkreis nicht ganz so schlimm“, sagte VKP-Betriebsleiter Andreas Scheiner. Die vier Linien im Kreis Segeberg waren nicht betroffen. Es habe lediglich zwei leichte Unfälle gegeben.

Schneefall und Glätte verursachten am Donnerstag 50 Unfälle im Kreis. Zumeist blieb es bei Blechschäden. Bei Negernbötel und Trappenkamp rutschten zwei Linienbusse von der Straße – Autokraft und der Stadtbus stellten den Betrieb ein.

„Der Schnee ist stellenweise zu Eis geworden.“Michael Kaack

Städtischer Bauhofleiter

Insgesamt war deutlich mehr los: In Negernbötel war im Hamdorfer Weg zur Mittagszeit ein Bus von der Straße abgekommen und in den Graben gerutscht, wie die Polizei mitteilte. Die Fahrgäste mussten mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Bus geholt werden. Einige hatten sich bei dem Unfall leicht verletzt. Etwa zur gleichen Zeit kam bei Trappenkamp ein zweiter Linienbus von der Straße ab. Im westlichen Kreisel der Autobahnbrücke über der A 21 rutschte der Bus in die Schutzplanke. Die sechs Fahrgäste blieben unverletzt.

Die Räumdienste kamen dem kräftigen Schneetreiben anscheinend kaum hinterher, obwohl die Bauhofmitarbeiter von Kreis und Wege-Zweckverband ihre Arbeiten liegen ließen und zügig mit Räumfahrzeugen ausrückten. Zwölf Fahrzeuge waren auf den Kreisstraßen und Gemeindeverbindungswegen unterwegs, sagte Martin Utsch vom Bauhof. Jedes sei etwa für 40 Kilometer zuständig. Auch in der Stadt fuhren die Bauhofmitarbeiter mit Räumgerät los – zunächst auf den „roten und gelben Linien“, also den wichtigsten Straßen, wie Bauhofleiter Michael Kaack erklärte. Am frühen Nachmittag waren seine Mitarbeiter bereits beim zweiten Durchgang. Das Problem: „Der Schnee wurde festgefahren und ist stellenweise zu Eis geworden.“

Das bekamen zahlreiche Autofahrer zu spüren. Gut 50 Unfälle meldete die Polizei am Nachmittag. In der Straße Am Landratspark, bei der Unterführung zur B 206, herrschte mittags Chaos. Räder drehten durch. Es gab kein Fortkommen. Verzweifelte Autofahrer versuchten vergeblich, mit Fußmatten unter Reifen und einigen Schaufeln Sand ihre querstehenden Fahrzeuge flott zu bekommen. Die extrem glatte Auffahrrampe zur Bundesstraße bewältigte kaum ein Auto ohne Hilfe. Auch hinauf zur Theodor-Storm- Straße kamen viele Fahrzeug nur mit Schiebe-Helfern.

Angesichts der starken Schneefälle warnte die Polizei vor dem Betreten der Wälder. Bei Quaal knallte eine Tanne auf die Kreisstraße. Überall kam es zum Abbruch von Ästen durch die Schneelast.

Insbesondere Spaziergänger werden daher aufgefordert, Waldgebiete zu meiden. In Segeberg an der K 20 zwischen Winsen und Kattendorf mussten Bauhof-Mitarbeiter einen Baum sichern, der unter der Schneelast umzuknicken drohte.

Das Timing von Frau Holle bereitete den Winterdienstlern Probleme. Morgens seien noch Plusgrade gewesen, erklärte Bauhofchef Kaack. Als dann die dicken Flocken vom Himmel fielen waren die Straßen stark befahren und mit Salz allein nichts mehr zu machen. Sollte die Wetterlage anhalten, sind die Winterdienst-Mitarbeiter heute schon gegen vier Uhr unterwegs, damit die Straßen zum Berufsverkehr wieder befahrbar sind.

 Nadine Materne, Irene Burow und Wolfgang Glombik

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